Wegen Corona-Absagen: DJs ziehen ins Wohnzimmer um – Top Meldungen

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Man kann nicht nur im Club auflegen – in der Zeit von Isolierung und sozialer Distanz verlegen immer mehr DJs ihren Arbeitsplatz in ihr eigenes Wohnzimmer. Doch können Livestreams das Club-Erlebnis ersetzen?

Eigentlich hätte der März ein Monat fürs Club- und Nachtleben sein sollen – jetzt ist die Szene in Bayern bis mindestens Mitte April eingefroren, zwangsweise. Das trifft nicht nur diejenigen, die gerne auf Partys gehen, sondern auch die, die diese veranstalten: Club-Betreiber, Musikerinnen, DJs.

ALBA legt seit Kurzem in der Nürnberger Szene immer wieder auf – Ende März war der Anfang einer neuen Eventreihe geplant, die sie mit zwei Freundinnen auf die Beine gestellt hat. Dann kam die Corona-Krise – alles macht dicht: “Alle Kulturveranstaltungen wurden abgesagt, erstmal bis zum 19. April. Darunter auch unsere. Wir waren erst einmal sehr, sehr traurig.”

Doch in der Not entscheidet sie sich, das zu tun, was auch in vielen anderen Berufen gerade versucht wird: Homeoffice. ALBA streamt für ein kleines Publikum live auf Instagram. Wohnzimmer statt Club, das Publikum reagiert mit Emojis statt mit Jubel. “Es hat total Spaß gemacht”, sagt sie. “Und es war schön zu wissen, okay, es guckt jetzt gerade jemand zu, und man hat doch irgendwie ein Gefühl von: Man ist zusammen.”

Die Idee hat macht im Moment Schule: Immer mehr DJs haben sich von geschlossenen Clubs in den letzten Tagen nicht abhalten lassen, und einfach zu Hause aufgelegt. Dazu gehören die DJs von deutschen Clubs wie dem “Kurt & Komisch” in Würzburg, aber auch die international bekannten Namen Diplo und Calvin Harris.

Die Club-Szene läuft also fürs Erste weiter – nur eben in den Wohnzimmern der Welt. Die Vorteile liegen erst mal auf der Hand: Der Wohnzimmer-Club ist kostenlos, man wird nicht angerempelt und ein Drink kostet nicht so viel wie ein Roman. Also – ist jetzt alles gut? “Es ist halt nicht das ‘real thing'”, sagt ALBA. “Im Endeffekt stehst du am Ende doch alleine da, legst auf und feierst dich quasi selbst. Du hast keine direkte Rückmeldung.”

Weitermachen mit den Livestreams will sie trotzdem. Und im Juni ist der nächste Termin für ihre Eventreihe angesetzt. Im Moment ist sie noch hoffnungsvoll, dass bis dahin wieder alles einigermaßen im Lot ist und die Clubs wieder öffnen. Wahrscheinlich ist das Wohnzimmer-Live-Konzert also doch mehr eine temporäre Notlösung.

DJ im Wohnzimmer statt Club

Doch eher eine Notlösung?

Wegen Corona-Absagen: DJs ziehen ins Wohnzimmer um

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