Noch immer tauchen in Österreich Überreste vergangener Kriege auf – auf Baustellen, Wanderwegen, in Flüssen oder hochalpinem Gelände. Der Entminungsdienst des österreichischen Bundesheeres hat nun seine Jahresbilanz 2025 vorgelegt und damit sichtbar gemacht, wie präsent diese Gefahr weiterhin ist und welchen Aufwand ihre Beseitigung erfordert.
Im Laufe des Jahres wurden dem Bundesheer 1.094 Funde von Kriegsmaterial gemeldet. Jeder einzelne Hinweis löste einen Einsatz der Spezialeinheit aus, die für das sichere Bergen und Entschärfen zuständig ist. Insgesamt wurden fast 30 Tonnen Altmunition aus dem Verkehr gezogen – ein Volumen, das die anhaltende sicherheitspolitische Relevanz dieser Arbeit unterstreicht.
Besonders brisant war die Zusammensetzung der Funde. Allein 172 Streubomben, vier Anti-Personen-Minen sowie 13 Bombenblindgänger mit einem Gewicht von jeweils mehr als 50 Kilogramm mussten unschädlich gemacht werden. Solche Kampfmittel gelten als extrem gefährlich, da sie oft instabil sind und schon durch geringe Erschütterungen detonieren können.
Einsätze zu Wasser, in Städten und im Hochgebirge
Ein Schwerpunkt der Arbeit lag 2025 unter Wasser. Die Tauchgruppe des Entminungsdienstes barg aus Seen und Flüssen rund 5.600 Kilogramm Kriegsmaterial. Auch im alpinen Raum blieb die Einheit gefordert: Entlang der früher stark umkämpften Grenze zu Italien konnte die Alpingruppe im hochalpinen Gelände 211 Kilogramm Altmunition sichern.
Regional betrachtet fiel die meiste geborgene Munition in Niederösterreich an, wo 8.712 Kilogramm entschärft wurden. Dahinter folgten Wien mit 7.243 Kilogramm. Um alle Meldungen zu überprüfen und Einsätze abzuwickeln, waren die 16 Einsatzfahrzeuge der Einheit intensiv unterwegs und legten zusammengerechnet fast 300.000 Kilometer zurück.
Der Großteil der geborgenen Kampfmittel wird nach der Sicherstellung kontrolliert gesprengt. Dafür stehen die Sprengplätze Großmittel und Allentsteig zur Verfügung. In 50 Fällen war jedoch keine Verlegung möglich: Die Munition musste direkt am Fundort sofort gesprengt werden. Alle diese Einsätze verliefen laut Bundesheer ohne Personen- oder Sachschäden.
Die Bilanz des Jahres 2025 zeigt damit nicht nur nackte Zahlen, sondern macht deutlich, dass die Arbeit des Entminungsdienstes ein zentraler, oft unsichtbarer Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung bleibt – im Alltag ebenso wie in abgelegenen Regionen des Landes.
