Aiwanger wirbt für Spargelstechen und Selbstversorgung – Top Meldungen

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Ein Ende der Corona-Krise ist derzeit noch nicht in Sicht – bei “Jetzt red i” hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärt, wie Bayern die Krise durchstehen soll. Kurzarbeiter sollten beispielsweise bei der Spargelernte helfen.

Der Shutdown in Bayern bedeutet für unzählige Bürgerinnen und Bürger im Freistaat, dass sie ihrer regulären Tätigkeit nicht mehr nachgehen können. Ihnen hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) in der BR-Sendung “Jetzt red i” nun empfohlen, als Kurzarbeiter bei der Spargelernte zu helfen, “ehe wir sagen müssen, wir lassen das Zeug verfaulen“.

Aiwanger reagierte damit auf die Forderung von Spargelbäuerin Claudia Westner, die zumindest für saisonale Erntehelfer aus Osteuropa eine kontrollierte Öffnung der Grenzen gefordert hatte. Gleichzeitig betonte die Bäuerin, die Spargelbauern seien “nicht die Retter der Nation”. Für sie bedeute es einen “riesen Aufwand“ und auch ein Risiko, Kurzarbeiter erst anzulernen und in Nähe der Felder unterzubringen. Außerdem bange sie um Abnehmer für ihre diesjährige Ernte, “weil wir auch nach wie vor an der Gastronomie hängen“.

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“Ich bin überzeugt: Es wird besser funktionieren als befürchtet”, gab sich Aiwanger optimistisch. “Keiner wird verhungern, keinem wird die Heizung abgeschaltet.“ Er appellierte an die Landwirte, ihre verfügbaren Stellen auf entsprechenden Online-Portalen auszuschreiben. Und sollten Kurzarbeiter doch keinen zweiten Job finden? “Dann gibt es eben noch die Grundsicherung“, so Aiwanger.

Deutlich widersprach Theaterregisseur Christian Stückl in der Sendung dem Vorschlag Aiwangers. Die Soforthilfe von 9.000 oder 15.000 Euro für kleine Unternehmen sei ein „Tropfen auf den heißen Stein“ für Betriebe, die gerade erst eine große Investition getätigt hätten. Als Beispiel nannte er die Unternehmen seiner Heimatgemeinde Oberammergau, denn das Passionsspiel wurde auf Grund von Corona auf 2022 verschoben. Viele landeten nun in Kurzarbeit. „Man kann jetzt nicht zu den Oberammergauern sagen‚ dann geht’s halt zum Spargel stechen!“, so Stückl. „Da fühlen die sich verarscht.“

Spargelstechen sei nur für bestimmte Regionen eine Lösung, meinte Stückl, der auch Intendant des Münchner Volkstheaters ist. In München beispielsweise seien die Mieten auch zu hoch, als dass man mit 60 Prozent Kurzarbeitergeld über die Runden komme. Wirtschaftsminister Aiwanger verteidigte wiederum die staatlichen Fördermittel: „Natürlich würden wir gerne hundert Prozent geben, aber dann ist die Staatsverschuldung, wenn der Spuk rum ist, noch eine Billion Euro höher.“ In Bayern seien bereits Bürgschaften und Bankkredite in Höhe von 60 Milliarden Euro aufgelegt worden. „Natürlich kann man überall noch einen Nuller dranhängen, aber dann haben wir nachher die Inflation.“

Auf die Frage eines Zuschauers hinsichtlich der Versorgungslage mit Lebensmitteln antwortete Aiwanger, dass es zu Lieferengpässen kommen könnte. Traditionelle Lieferanten-Regionen von Obst und Gemüse wie etwa Tirol könnten ausfallen. Nun sei besonders wichtig, alle Lebensmittel zu retten, die in Deutschland wüchsen. Die Gärtnereien sollten jetzt Salat und Gurken pflanzen, schlug der stellvertretende Ministerpräsident vor.

Er forderte die Bürger auf, bei ihrer Gärtnerei anzurufen und Gemüse zu bestellen und sich liefern zu lassen. Auch in den eigenen Gärten solle man anpflanzen. Man müsse nun „sehr stark“ auf die Selbstversorgung setzen, meinte Aiwanger.

Zu einem möglichen “Exit”, also einem Ende der Ausgangsbeschränkungen, sagte Aiwanger, es werde bereits geplant. Aus seiner Sicht sei die Voraussetzung, dass genügend Mund- und Handschutz, sowie genügend Desinfektionsmittel vorhanden seien. Mit entsprechenden Vorkehrungen könne dann zum Beispiel ein Friseur seine Kunden durchaus wieder bedienen.

Zuvor hatten sich die Friseurmeister Sabine und Marc Seubert aus Mittelfranken in der Sendung zu Wort gemeldet. „Je kürzer der Shutdown dauert, umso besser“, meinten sie. Auch sie müssen Soforthilfen beantragen und machen sich um ihre Auszubildenden Sorgen. Denn für diese gibt es bisher kein Kurzarbeitergeld. Hier gab Aiwanger zu, dass sich die Staatsregierung um dieses Problem erst noch kümmern müsse. „Wir werden das lösen“, versprach er.

Bereits zum zweiten Mal fand die Sendung „jetzt red i“ ohne Publikum im Saal statt – kräftig diskutiert wurde trotzdem. Per Video konnten sich Zuschauer live ins Studio zuschalten lassen und ihre Fragen direkt an Hubert Aiwanger und Christian Stückl stellen. Einige hatten ihre Video-Botschaft schon im Vorfeld an die Redaktion gesendet oder meldeten sich per Kommentarfunktion und E-Mail zu Wort. Im BR-Studio in München liefen die Fäden beim Moderatoren-Team Tilmann Schöberl und Franziska Eder zusammen.

Aiwanger: Wird besser funktionieren als befürchtet

Theaterregisseur Stückl widerspricht: „Tropfen auf den heißen Stein“

Aiwangers Aufruf zur Selbstversorgung

Planung eines möglichen „Exit“

Mitdiskutieren per Video-Zuschaltung

Aiwanger wirbt für Spargelstechen und Selbstversorgung

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