Aktien Schweiz: Grenzen Verluste ein – Zinshoffnung stützt

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Zürich (awp) – Die Schweizer Börse gibt zur Wochenmitte leicht nach. Händler sprechen von einer nicht unerwünschten Konsolidierung nach dem Kursanstieg auf ein neues Rekordhoch. Die Stimmung sei unverändert gut und werde von der Hoffnung auf tiefere Zinsen angetrieben. Möglicherweise erhielten die Zinssenkungserwartungen durch die US-Inflationsdaten, die am Nachmittag veröffentlicht werden, einen zusätzlichen Schub, heisst es am Markt.

Der Markt wolle nach oben, lautet der Tenor. Daher verflüchtige sich der negative Einfluss der Meinungsschwankungen des US-Präsidenten Donald Trump im Zusammenhang mit dem Zollstreit jeweils nach kurzer Zeit wieder. Am Vortag war der Optimismus, den die einstweilige Einigung zwischen den USA und Mexiko im Zollstreit ausgelöst habe, wieder abgeebbt – weil Trump neuerliche Drohungen ausstiess. “Die Anleger nützen Schwächen meist zum Kauf, was hilft, die Verluste einzugrenzen”, meint ein Händler.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert nach einem Tagestief bei 9’778,39 Zählern gegen 11.07 Uhr noch um 0,14 Prozent schwächer auf 9’821,73 Punkten. Am Dienstag hatte der Leitindex mit 9’871,44 Zählern ein neues Rekordhoch erreicht. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 0,33 Prozent auf 1’504,67 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,16 Prozent auf 11’864,01 Punkte. 18 SLI-Titel geben nach und zwölf legen zu.

Den stärksten Abschlag verbuchen die Aktien von LafargeHolcim (-2,9%). Grossaktionär Thomas Schmidheiny hat seinen Anteil auf 7,2 Prozent von 10,9 Prozent reduziert. Rund 2,4 Prozent davon sei am Dienstag im Rahmen eines Block-Trades zu 48,70 Franken je Titel verkauft worden, berichten Händler. Weitere 1,3 Prozent beinhalten eine derivative Struktur über Call-Optionen. Händler sprechen von einer günstigen Kaufgelegenheit. “Die Aktie gibt nach wegen des Anteilverkaufs und nicht aufgrund von schlechten Nachrichten”, sagt ein Händler.

Gewinnmitnahmen machen den Anteilen der Banken Credit Suisse (-2,4%), Julius Bär (-1,9%) und UBS (-1,6%) zu schaffen.

Auch die Technologiewerte AMS (-2,9%), Logitech (-1,9%) und Temenos (-1,3%), die am Vortag den Anstieg zusammen mit den Banken angeführt hatten, büssen einen Teil der jüngsten Gewinne ein.

Bei den zyklischen Titeln fallen der Elektrotechnikkonzern ABB, der Logistiker Kühne + Nagel und der Uhrenhersteller Swatch gegen ein Prozent.

Gegen den Trend fester sind Lonza (+2,4% auf 336,60 Fr.). Der Broker Mainfirst hat den Pharmazulieferer auf “Outperform” von “Neutral” hochgestuft. Das Kursziel lautet auf 385 Franken. Die Aktie hat am Dienstag 2,6 Prozent gewonnen.

Auch die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova (+1,4%) stemmen sich gegen den Markttrend und steigen kurzzeitig auf den höchsten Stand in der Firmengeschichte. Wie die Statistiken zeigen, legte der Hörgerätehersteller im Mai im Geschäft mit US-Kriegsveteranen kräftig an Marktanteilen zu. Dies wecke Ergebnishoffnungen, heisst es am Markt.

Die Anteile des Swatch-Rivalen Richemont (+0,9% auf 80,60 Fr.) profitieren von einer Kurszielerhöhung auf 98 von 92 Franken durch HSBC. Die britische Bank empfiehlt den Luxusgüterhersteller zum Kauf.

Positive “Apothekermeldungen” gebe Novartis (+0,1%) und Roche (+0,2%) eine gute Stütze. Novartis hat positive Studiendaten für Cosentyx bei Arthritis veröffentlicht. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat für das Roche-Mittel Mabthera für zwei Blutgefässerkrankungen den Status “priority review” gewährt.

Das Schwergewicht Nestle (+0,04%) schwingt sich im Verlauf in die Gewinnzone auf.

Die am breiten Markt gehandelten Technologietitel Meyer Burger (-1,9%), Sensirion (-2,0%) und U-blox (-2,7%) können sich dem negativen Branchentrend nicht entziehen.

Die Aktien von Adval Tech (+2,4%) holen einen Teil der Vortageseinbusse auf. Der Autozulieferer hat am Dienstag mehr als sieben Prozent verloren.

pre/rw

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