Aktionäre sollen wegen Corona auf Dividenden verzichten – Top Meldungen

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Viele Aktionäre werden wegen der Corona-Krise auf eine Dividende verzichten müssen. Einige Aktiengesellschaften haben das bereits angekündigt, andere sind noch am Überlegen. Die Banken wurden zu dem Schritt bereits ausdrücklich aufgefordert.

Viele Unternehmen streichen ihre Gewinnausschüttung, einige halten noch daran fest, ihren Aktionären eine Dividende zu zahlen. Immer mehr Aktiengesellschaften ziehen es vor, in der Corona-Krise möglichst liquide zu bleiben, da ein Ende der Pandemie noch nicht absehbar ist. Bei Banken wird das von der Finanzaufsicht und dem Europäischen Bankenverband sogar erwartet.

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Schon für das zurückliegende Geschäftsjahr 2019 haben die Dax-Unternehmen Lufthansa und MTU Aero Engines ihre Gewinnbeteiligung gestrichen. Ähnliche Schritte kündigten der Autovermieter Sixt, der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer, der Stahlhändler Klöckner und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport an. Der Reisekonzern TUI, der über Staatshilfen verhandelt, schüttete dagegen kurz zuvor noch 300 Millionen Euro an die Aktionäre aus. In einigen Fällen scheitert die Dividende daran, dass die jährliche Aktionärsversammlung wegen der Ansteckungsgefahr ausfällt. Dort müsste die Zahlung genehmigt werden. Über die Dividenden für das Krisenjahr 2020 wird erst entschieden, wenn die Pandemie vorbei ist.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin forderte die Banken auf, angesichts der Pandemie ihre Mittel besonders sorgfältig zu verwenden. Aktienrückkäufe, die in den vergangenen Jahren sehr verbreitet waren, kämen für Banken nicht mehr in Frage. Ausschüttungen von Dividenden, Gewinnen und Boni für die Mitarbeiter seien ebenfalls genau abzuwägen. Die Deutsche Bank hatte nach ihrem erneuten Milliardenverlust die Dividende bereits gekappt. Commerzbank und Aareal Bank sind von der Anweisung der BaFin betroffen. Die teilverstaatlichte Commerzbank wollte eigentlich 15 Cent je Aktie ausschütten. Der Bundesverband deutscher Banken schließt eine Aussetzung der Dividendenzahlungen für 2019 angesichts der hohen Dynamik der Corona-Krise nicht aus.

Die französische Regierung forderte alle Unternehmen mit einer staatlichen Beteiligung zu einem einstweiligen Verzicht auf. “Wir bitten, keine Dividende auszuschütten”, sagte Arbeitsministerin Muriel Penicaud. Ähnliche Forderungen hatten zuvor die französischen Gewerkschaften erhoben. Unter staatlicher Beteiligung stehen etwa der Autobauer Renault und der Energieversorger EdF.

Derzeit noch zuversichtlich können die Aktionäre beispielsweise bei Konzernen wie E.ON sein, der sogar eine stetig steigende Dividende in Aussicht stellt. Auch Allianz, BASF, die Deutsche Telekom, Munich Re und VW halten bislang an ihren Ankündigungen fest und wollen ohne Einschränkungen zahlen. Diese Ankündigungen sind aber rechtlich unverbindlich. Und es könnte schwierig werden, hohe Ausschüttungen zu rechtfertigen, je länger die Corona-Krise dauert und die Gewinne schrumpfen angesichts des wirtschaftlichen Stillstands.

Theoretisch könnten zahlreiche Jahresversammlungen der Aktionäre, die wegen des Kontaktverbots während der Pandemie abgesagt wurden, nun digital stattfinden. Ein Dividendenbeschluss durch die Aktionäre wäre per Einwahl im Internet möglich. Doch Unternehmen wie BASF, Continental, Daimler und die Telekom haben ihren Absagen noch keine neuen Terminvorschläge folgen lassen. Sie warten wahrscheinlich erst einmal ab, wie die Lage sich entwickelt. Ähnlich wie die Banken müssen alle sehr sorgfältig planen und überlegen, wofür sie ihr Geld ausgeben.

Vor allem Unternehmen, die eine Staatshilfe in Erwägung ziehen, wie einen KfW-Kredit, könnten sich am Ende gezwungen sehen, von ihrem früheren Gewinn nichts an die Aktionäre auszuschütten. Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft EY verfügten die 30 Dax-Unternehmen Ende 2019 noch über fast 100 Milliarden Euro an liquiden Mitteln, mit denen sie die Dividenden leicht hätten bezahlen können. Doch drei Monate später ist die Situation eine völlig andere, so dass Experten auch für den Dax mit einer Dividendenkürzung auf breiter Front rechnen.

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