“Berlin, Berlin”: Der Kino-Film zur ARD-Kult-Serie bei Netflix – Top News

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“Berlin, Berlin” ist ein beachtlicher Tiefpunkt deutscher Komödienkunst – ein Film, von den man sich wünscht, ihn besser nicht gesehen zu haben.

Fast schon beglückend erscheint da der Umstand, dass der Kinostart platzte, und die beschämende Ausgeburt einer ehedem erfolgreichen TV-Serie nun beim amerikanischen Streamingportal Netflix Unterschlupf findet.

Wo sie übrigens sehr erfolgreich startete.

Die Fans werden sich erinnern.

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Diesen Satz sagte die Schauspielerin Felicitas Woll vor rund 18 Jahren schon einmal.

Damals in der witzigen und beliebten Vorabendserie “Berlin, Berlin” im Ersten.

Die erzählte davon, wie das Provinz-Ei Charlotte, genannt: Lolle, von Malente nach Berlin kommt und dort ein großes Liebes-Chaos verursacht.

Vier Staffeln gab es, bis Woll als Lolle nicht mehr wollte, trotz Deutschem Fernsehpreis, einem International Emmy Award und dem Adolf-Grimme-Preis.

Alles war also gut.

Man hatte eine erfolgreiche TV-Serie ehrenhaft begraben.

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Die Serie über Charlotte, ein Landei in Berlin, fand zwischen 2002 und 2005 nicht nur viele Zuschauer im Ersten, sie wurde auch mit wichtigen Preisen ausgezeichnet.

Jetzt, 15 Jahre später, streamt Netflix den Spielfilm dazu – funktioniert das?

“Berlin, Berlin – Der Film” beginnt vor Gericht.

Im Zeugenstand eine Braut im weißen Rüschenkleid.

Deren Hochzeit endete im Desaster und ohne Ja-Wort.

Charlotte Holzmann floh im Flitterwochen-Mobil vor Bräutigam und Nebenbuhler, verursachte einen Unfall und verletzte einen Polizisten.

Der ist als Zeuge geladen.

Doch zuerst möchte der Richter wissen, wie es überhaupt zu der Eskalation kam.

Charlotte meint: “In Extremsituationen reagieren Menschen anders als sie normalerweise reagieren würden.

Sie reagieren in Extremsituationen extrem.

Also ist alles, was in einer Extremsituation passiert, als nicht geschehen zu werten.

Charlotte muss – so das richterliche Urteil – wegen des Hochzeits-Unfalls 40 Sozialstunden in einer Schule ableisten.

Womit alles noch viel unheilvoller aus dem Ruder läuft.

Regisseurin Franziska Meyer Price verlegt die chaotisch lieblose Handlung dann in den waldreichen Harz, wohin sich dann auch die beiden Männer, die Lolle lieben, begeben, um sie für sich zu gewinnen.

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Humor mit der Brechstange

Tiefpunkt deutscher Komödienkunst

Dass sie nun als Spielfilm wiedergeboren wird, nur wegen Corona nicht im Kino, sondern bei Netflix, ist keine gute Idee.

Die Schauspieler, die vor 18 Jahren mit frischem Charme überzeugten, sind – zumindest was das betrifft – schlecht gealtert.

Das mag auch den hölzernen Dialogen von Drehbuchautor David Safier geschuldet sein, die einen unausgegorenen Humor mit der Brechstange in den Film hebeln.

Geist und Witz fehlen.

Bleibt nur die Frage: Darf ein Werk, welches mit deutschen Fernsehgeldern und Fördermitteln zuerst für eine Kinoauswertung produziert wurde, einfach so ins Programm eines amerikanischen Medienunternehmens wechseln? Offenbar ja – sogar mit finanziellem Rückfluss an die Förderer.

Michael Lehmann vom produzierenden Studio Hamburg erklärt das so: “Wir haben das mit allen Förderern ausführlichst diskutiert und die waren einverstanden.

Wir lieben das Kino! Das ist also keine Aktion gegen den deutschen Kinofilm, sondern um die wirtschaftlichen Zwänge, die sich aus dem Projekt ergeben haben, für uns aufzufangen.

Die Serie über Charlotte, ein Landei in Berlin, fand zwischen 2002 und 2005 nicht nur viele Zuschauer im Ersten, sie wurde auch mit wichtigen Preisen ausgezeichnet.

Jetzt, 15 Jahre später, streamt Netflix den Spielfilm dazu – funktioniert das?

“Berlin, Berlin”: Der Kino-Film zur ARD-Kult-Serie bei Netflix

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