Bilanz: Heute endet die erste DOK. fest-Online-Ausgabe – Top News

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Diese Zahl allein hätte genügt, um das Dokfest einen “Erfolg” nennen zu können, eine andere Zahl ist – perspektivisch – aber mindestens so aufschlussreich: Beim Ticketkauf stand eine Entscheidung an, 4,50 Euro kostete das reguläre Ticket, 5,50 zahlte, wer die Partnerkinos unterstützen wollte, in denen die Filme sonst gelaufen wären.

“52% der Einzeltickets, die verkauft wurden, wurden zu dem teureren Preis verkauft, also mit 5,50 Euro”, sagt Daniel Sponsel, Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des DOK.

fest.

“Stand heute werden wir am Sonntag den Kinos vermelden können, dass sie über 15.

000 Euro gesammelt haben mit dem Solibeitrag, was ich echt beeindruckend finde.

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Das müssen wir durch drei teilen für die Kinos, aber das ist nicht irrelevant.

“Wir haben in der Tat, um den Rechteinhaberinnen und –inhabern den Schritt in die Online-Edition leichter zu machen, die Screening Fees nach oben gesetzt und sehr aktiv angeboten, weil wir allen klarmachen wollten: Wenn du jetzt schon mit uns ins Netz gehst, was wirklich schade ist, dass wir nicht im Kino stattfinden können, dann soll es sich für dich auch lohnen.

Das heißt wir werden in der Summe in diesem Jahr auch deutlich höhere Screening Fees haben.

Gleichzeitig beweist dieser Film wie so viele andere des Festivals, dass die Kunst weiter kraftvoll genug ist, um uns aus dem Alltag herauszureißen, um uns für immerhin eine, für zwei Stunden auf Reisen zu schicken: zu dem indonesischen Kindermädchen in “They call me Babu” zum Beispiel, das mit dem Schiff nach Holland reist und deren persönliche Geschichte die große Geschichte des Kolonialismus erzählt.

Oder: zu der Holocaust-Überlebenden, deren Schicksal in eine Tanzperformance verwandelt wird – auf der Bühne: die alte Dame selbst mit einer professionellen Tänzerin.

“The Euphoria of Being” heißt dieser Film.

Man kann es – etwas pathetisch formuliert – als Geschenk empfinden, diese Filme sehen zu dürfen.

Und gleichzeitig beweist diese Ausgabe des DOK.

fest, wie wichtig es ist, diese solche Geschenke nicht gratis zu verschleudern.

Aktuelle Debatten, neue Filme und Ausstellungen, aufregende Musik und Vorführungen.

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fest 2020 findet als Heimkino statt, heute ist der letzte Tag.

Und schon jetzt ist klar, die Online-Ausgabe ist ein Erfolg, aber kein Ersatz.

Und: die gezeigten Filme sind ihren Preis wert!

Die wichtigste Zahl zuerst: Diese Krisenausgabe, das erste digitale Münchner Dokfest also wird mehr Besucher haben als das analoge im Vorjahr.

Deutlich sogar, 75.

000 statt: 52.

400, das ist der aktuelle Stand, der letzte Festivaltag läuft ja noch und die Dunkelziffer dürfte ohnehin hoch sein.

Denn ein Ticket im Heimkino ist – anders als im Kinosaal – ja nicht gleich: ein Zuschauer.

Viele Zuschauer wissen wenig über diese Verwertungskette: Was hat ein Filmemacher davon, dass sein Film bei einem Festival gezeigt wird? Was verändert sich finanziell für eine Filmemacherin, wenn die Festivals nun in den digitalen Raum wandern? “Sceening Fees” heißt der Schlüsselbegriff für diesen sehr spezifischen Zahlungsvorgang, für die Frage also, ob und was Festivals zahlen, um einen Film ins Programm aufzunehmen.

Bei einigen, gerade den großen, lautet die Antwort: nichts – Sichtbarkeit, Aufmerksamkeit muss den Rechteinhaberinnen reichen.

Gerade kleinere Festivals kriegen Filme aber nur, wenn sie für ein Kinoscreening auch eine Gebühr zahlen – wie hoch die ist, ist individuell – auch bei diesem DOK.

fest.

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Die Geste ist zu gleichen Teilen edel wie marketingstrategisch clever, die Festivals bieten sicherlich auch ein tolles Angebot, nur: “Es entspricht nicht der Verantwortung, die wir jetzt gerade haben, gegenüber der Branche”, sagt Sponsel.

“Und die Verantwortung heißt: Wenn sich jetzt mehr und mehr der Verwertungskette dieser Filme ins Netz verlagert, also nicht bloß der Filme, die eh schon im Netz sind, bei Amazon und Netflix und bei den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender, sondern die Filme, die eigentlich eine reguläre Verwertungskette haben – über Festival, Kinostart und dann irgendwann Mediatheken – wenn diese Verwertungskette leben soll und genutzt werden muss, dann nur gegen einen fairen Tarif, gegen einen Preis.

Mehr Tickets als beim analogen Festival

Ein fairer Tarif ist zum Überleben der Kinos nötig

2020 höhere Screening Fees beim DOK.

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Viele DOK.

fest-Filme befreien uns aus der Blase

Die Zahl belegt, dass Filmliebhabern die Krise der Branche sehr bewusst ist, und sie – vermutlich – gerade jetzt gern zahlen, nach Möglichkeiten suchen, Kinos zu unterstützen.

Und insofern ist der digitale Testlauf dieses kleinen Münchner Filmfestivals auch eine Schablone, vor der andere Festivalkonzepte befragt werden können: In ein paar Tagen zum Beispiel beginnt das Filmfestival “We Are One”, Tribeca, Cannes, Venedig, Berlin sind nur einige der Festivals, die sich unter diesem Namen zusammengetan haben.

Kostenlos sollen Filme online gestellt werden, spenden kann man auch hier, nicht aber für Kinos oder Filmemacher, sondern für die Weltgesundheitsorganisation.

Profitiert hat davon etwa Yulia Lokshina, Regisseurin des Films “Regeln am Band – bei hoher Geschwindigkeit”, Gewinner des megaherz Student Award.

Verschiedene Ebenen greifen in diesem Film ineinander, aber nicht belehrend, sondern witzig und mit viel Gespür für Musik und Ästhetik.

Ein Schauplatz des Films ist die Theaterbühne an einem Gymnasium, “Die heilige Johanna der Schlachthöfe” steht auf dem Programm.

Ein anderer Schauplatz: eine Fleischfabrik, in der ein Leiharbeiter gestorben ist.

Natürlich sieht man die Szenen in der Fabrik, Szenen über die Lebensbedingungen der Arbeiter heute auch durch die Corona-Brille, im Hinterkopf schwirren die Zahlen von Corona-Infizierten in Schlachthöfen.

Das DOK.

fest 2020 findet als Heimkino statt, heute ist der letzte Tag.

Und schon jetzt ist klar, die Online-Ausgabe ist ein Erfolg, aber kein Ersatz.

Und: die gezeigten Filme sind ihren Preis wert!

Bilanz: Heute endet die erste DOK.

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