Bizarrer Grenzstreit mit Tiroler Gemeinde Hinterriss – Top Meldungen

0

Die Tiroler Gemeinde Hinterriss im Karwendelgebirge ist eine Enklave und nur über bayerische Straßen erreichbar. Seit die Grenzen geschlossen sind, ist ein Streit darüber entstanden, ob ein Tiroler Bürger eine deutsche Grenze zu Fuß überwinden darf.

Seit Deutschland die Grenzen wegen des Corona-Virus geschlossen hat – und in Tirol eine verschärfte Quarantäne besteht, können die 30 Einwohner der Gemeinde Hinterriss im Karwendelgebirge nicht mehr auf dem direkten Weg von Achenkirch aus versorgt werden.

Nun ist ein bizarrer Streit darüber entstanden, ob ein Tiroler Bürger aus Hinterriss auf dem Weg in einen anderen Teil Tirols eine gesperrte deutsche Grenze zu Fuß überwinden darf.

Tun Sie mir einen Gefallen: Bitte TEILEN Sie diesen Beitrag.

Manfred Reindl ist Gastwirt und Ortsvorsteher in Hinterriss. Fast täglich fährt er knapp 40 Kilometer nach Achenkirch und zurück. Dort holt er die Post für alle Einwohner und besorgt für die Älteren Rezepte vom Arzt und Medikamente aus der Apotheke. Seit letzter Woche darf er das nicht mehr. Ein deutscher Bundespolizist hat ihm eine horrende Strafe angedroht, wenn er über den Schlagbaum klettert.

Der Ortsvorsteher darf sich in Bayern frei bewegen. Wenn er den Grenzübergang Achenpass benutzt, der nur wenige Kilometer vom gesperrten Übergang “Kaiserwacht” entfernt liegt, muss er pro Fahrt einen Umweg von 80 Kilometern über den Tegernsee in Kauf nehmen. Die Gemeinde Vomp im Tiroler Inntal, zu der Hinterriss politisch gehört, soll jetzt helfen.

Im Landratsamt in Bad Tölz ist man ratlos, wie den Tirolern aus der Eng geholfen werden kann. Landrat Josef Niedermeier verweist darauf, dass die Bundespolizei eine Vorgabe macht, ohne die örtlichen Gegebenheiten im Detail zu kennen.

Manfred Reindl hat inzwischen einen Weg gefunden, wie er wenigstens die Post bekommt, ohne dafür knapp zweihundert Kilometer zu fahren. Er trifft sich mit dem Postboten aus Achenkirch an der berühmten Schranke – der übergibt ihm Zeitungen, Briefe und Prospekte.

Neben der Grundversorgung der Menschen bleibt als wichtigstes Ziel für ihn, dass Hinterriss Corona-frei bleibt. Ein großer Teil seiner Mitbewohner im Dorf ist zwischen 75 und 90 Jahre alt und besonders gefährdet. Deshalb bedankt er sich bei allen bayerischen Ausflüglern, die in den kommenden Wochen zu Hause bleiben.

Drei Monate wird sein Gasthaus zu sein, rechnet er, bis er wieder Ausflugs- und Pensionsgäste bewirten kann. Es wird noch ein paar Tage dauern, bis er den amtlichen Bescheid bekommt, dass er die Grenze an der Kaiserwacht zu Fuß ohne Strafandrohung passieren darf, hofft er.

Ein Grenzbaum in Corona-Zeiten – mitten in Europa.

Umweg von 80 Kilometern

Landrat: “Bundespolizei macht Vorgaben, ohne Details zu kennen”

Hinterriss soll Corona-frei bleiben

Bizarrer Grenzstreit mit Tiroler Gemeinde Hinterriss

Share.

Leave A Reply