Corona: Ausgangsbeschränkungen in Bayern bis 19. April – Top Meldungen

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Keine Verschärfung, aber eine Verlängerung: Die Ausgangsbeschränkung in Bayern wegen der Corona-Krise bleibt bis zum Ende der Osterferien gültig, wie Ministerpräsident Söder ankündigte. Allerdings denkt er durchaus über weitere Maßnahmen nach.

Zum Schutz vor einer Ausbreitung der Corona-Pandemie in Bayern wird das öffentliche Leben in Bayern länger stark eingeschränkt als zunächst geplant. Nachdem bereits alle Veranstaltungen bis zum Ende der Osterferien am 19. April verboten waren, sollen nun auch die Ausgangsbeschränkungen sowie die Einschränkungen für Gastronomie und Einzelhandel bis zu diesem Datum verlängert werden. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München an. Schon am Dienstag werde sich das bayerische Kabinett damit befassen.

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Ursprünglich waren diese Regelungen bis 3. April befristet, die Verlängerung wurde aber erwartet. “Die Lage ist weiter sehr sehr ernst”, sagte Söder bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei. Deswegen gebe es keinen Anlass, in Bayern oder Deutschland darüber zu reden, dass es Entwarnung geben könnte, “es gibt keinen Anlass, falsche Hoffnungen zu wecken”. Vielmehr müsse Bayern wie auch andere Länder seine Maßnahmen verlängern. Eine Verschärfung sei im Moment dagegen nicht geplant.

Zugleich schloss Söder allerdings eine Schutzmasken-Pflicht für Supermärkte wie in Österreich nicht aus. Derzeit sei ein solcher Schritt zwar nicht geplant, sagte Söder. Er gebe aber zu: “Uns beschäftigt der Gedanke auch.” Er schließe nicht aus, “dass das in Deutschland irgendwann auch eine denkbare Möglichkeit ist”.

Söder versicherte darüber hinaus, dass das Gesundheitssystem in Bayern mit Hochdruck “weiter hochgefahren” werde. Unter anderem habe der Freistaat 26 Hilfskrankenhäuser auf den Weg gebracht. ParaIlel dazu werde die “intensive Verzahnung mit den Ärzten” vorangetrieben. So sei in jedem Landkreis ein Versorgungsarzt etabliert worden, der als Ansprechpartner fungiere.

Die Zahl der positiv auf das neuartige Corona-Virus getesteten Menschen in Bayern ist seit Sonntag erneut deutlich gestiegen – um 1.174 auf 14.437, erläuterte Söder. 133 Menschen seien bisher gestorben. Jeder dieser Todesfälle tue “unglaublich weh”, betonte der Ministerpräsident. 90 Prozent der Toten seien älter als 60 Jahre gewesen, aber auch jüngere Menschen seien betroffen.

Zugleich sieht Söder Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Zwar gebe es bei den Infektionen noch immer eine eine “exponentielle Entwicklung”. Es sei aber ein leichter positiver Trend erkennbar: Die Kurve flache etwas ab. Dies führte der Ministerpräsident auch auf die beschlossenen Einschränkungen im öffentlichen Leben zurück. Vor deren Inkrafttreten habe sich die Zahl der Erkrankten alle 2,8 Tage verdoppelt, aktuell nur noch alle fünf Tage. “Wir hätten jetzt ohne die Maßnahmen, die wir getroffen haben, schon rund 5.000 Fälle mehr in Bayern”, betonte Söder. “Das heißt: Es wirkt, es ist notwendig, und es muss auch fortgesetzt werden.”

Laut Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sind gegenwärtig 551 Corona-Infizierte auf den Intensivstationen. Insgesamt 2.059 Menschen würden wegen des Corona-Virus stationär in Krankenhäusern behandelt. Nach wie vor gebe es in ganz Bayern freie Intensivbetten, betonte Huml mit Blick auf die Versorgungslage. Allerdings gebe es regional bereits “durchaus Engpässe”, beispielsweise in Rosenheim. Die betroffenen Patienten würden dann an andere Krankenhäusern verteilt. Insgesamt gibt es in Bayern rund 4.000 Intensivbetten.

Ministerpräsident Söder appellierte an die Bevölkerung, keine Sorglosigkeit walten zu lassen. Eine “Exit-Debatte” in der Politik kommt zur Unzeit. Es sei wie bei Krankheiten: “Wer zu früh aufsteht, riskiert einen ganz massiven Rückfall.”

Söder bedankte sich bei allen in der Bevölkerung, die sich im Kampf gegen Corona an die Beschränkungen halten: “Danke für das Verständnis. Es verhalten sich viele ganz großartig.” Es gebe aber auch viele Verstöße, einige hätten es am Wochenende “schon wieder übertrieben”.

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bedankte sich bei allen Menschen in Bayern, die sich angesichts der Corona-Krise verantwortungsbewusst an die aktuellen Ausgangsbeschränkungen halten. Es gebe lediglich “einige wenige” Personen, die rücksichtslos handeln, sagte Herrmann. Die Polizei werde dagegen weiter vorgehen.

Am Wochenende hat die bayerische Polizei laut Herrmann im Freistaat insgesamt rund 50.000 Kontrollen durchgeführt. Dabei seien knapp 9.000 Verstöße festgestellt worden, in rund 3.200 Fällen habe es Ahndungen gegeben. Diese Zahlen schienen zwar hoch, allerdings würden sich “die allermeisten unserer Mitbürger” an die geltenden Ausgangsbeschränkungen halten, betonte der Innenminister. Alles geschehe ausschließlich im Sinne der Gesundheit der Menschen.

Derweil kündigte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) eine noch stärkere Unterstützung kleiner Unternehmen an. Die Soforthilfen würden ab Dienstag noch einmal angehoben. “Dann gibt es bis zu fünf Mitarbeiter 9.000 Euro, bei zehn Mitarbeitern 15.000 Euro, bei elf bis 50 Mitarbeiter 30.000 Euro, bei 50 bis 250 Mitarbeiter 50.000 Euro an Soforthilfe, die nicht zurückbezahlt werden muss.” Bisher lagen die Sätze zwischen 5.000 und 30.000 Euro. Aiwanger betonte erneut, dass im Freistaat weiter keine Versorgungsengpässe drohen.

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