Corona-Krise macht kreativ: Wie Unternehmen sich neu erfinden – Top Meldungen

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Für viele kleine Firmen geht es gerade ums Überleben. Corona bereitet zum Beispiel Catering-Firmen große Probleme. Eine davon ist das Unternehmen “Lekkerei”. Es versucht sich gerade neu zu erfinden – um sich und einen lokalen Gemüsebauern zu retten.

Wegen der Corona-Krise ist Andro Maus und seinem Team innerhalb weniger Tage das Geschäft völlig weggebrochen. Die Lekkerei, ein Catering-Service aus München, hatte sich auf Großveranstaltungen mit über 800 Menschen spezialisiert.

Bei acht seiner vierzig Mitarbeiter musste der Geschäftsführer zur äußersten Maßnahme greifen, was ihm sehr schwer fiel: Er musste sie entlassen.

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Für die wenigen Mitarbeiter, die noch in der Küche tätig sind, hat Andro Maus Kurzarbeit angemeldet. Immerhin: Es gibt noch etwas Arbeit. Denn das Team der Lekkerei hat sich neue Angebote einfallen lassen.

Andro Maus verliert angesichts der schwierigen Lage nicht die Hoffnung. Und davon ist auch der Gemüsebauer Franz Kreuzinger am Münchner Stadtrand abhängig. Die Lekkerei ist einer seiner wichtigsten Abnehmer. Die Folge: Bei dem Familienunternehmen in vierter Generation läuft das Geschäft im Moment fast gar nicht mehr: “Bauchweh hab ich schon, jeden Tag – ganz ehrlich. Für unseren Betrieb ist es momentan sehr schlimm, weil wir sehr viel Gastronomie beliefert haben. Das ist in den letzten zwei Wochen komplett eingebrochen.”

Gerade in dieser schwierigen Lage wäre für Gemüsebauer Kreuzinger die Lekkerei als Kunde wichtiger denn je. Doch in der Krise nimmt auch der Caterer weniger ab. Das soll sich aber mit dem neuen Geschäftsmodell jetzt ändern.

Die Lekkerei muss sich also, zumindest vorübergehend, neu erfinden. Die Idee: Nur noch Einzelportionen zubereiten, die entweder warm geliefert werden oder aber auch kalt zum Warmmachen. Außerdem versucht die Lekkerei, den lokalen Gemüsebauern zum Teil des neuen Konzepts zu machen: Für das neue Geschäftsmodell greift die Lekkerei auf bewährte Zutaten zurück: frisches Gemüse aus der Region.

Das Besondere: Zu den Einzelportionen können die Kunden Körbe bestellen, voll mit frischer Ware des regionalen Gemüsebauern Kreuzinger. Dafür haben die Lekkerei und der Gemüsebauer extra eine neue Website gebaut und verwenden nun eine App. Mit ihr können sie in Echtzeit verfolgen, wenn neue Bestellungen eingehen.

Die Geschäftsidee muss funktionieren – denn die staatlichen Fördermittel alleine reichen nicht aus. Die Ausgaben der Lekkerei übersteigen die Soforthilfe von 15.000 Euro deutlich. “Die Soforthilfe macht für uns wenig Sinn. Allein unsere Miete ist deutlich höher als die 15.000 Euro. Das ist nur eine zeitliche Verzögerung. Das bedeutet: Wir können zehn Tage länger existieren. Mehr bedeutet es nicht.”, so Andro Maus.

Die Lekkerei hofft, dass die Menschen bald wieder raus dürfen und den Umsatz kräftig ankurbeln. Und bis dahin online – von zuhause aus – regionale Unternehmen unterstützen.

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