Corona-Lage im Elsass: Was Deutschland daraus lernen kann – Top Meldungen

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Fehlende Beatmungsgeräte, fortwährende Neuaufnahmen, bakterielle Superinfektionen: Das Deutsche Institut für Katastrophenmedizin hat die Lage am Universitätsklinikum Straßburg im Detail skizziert und fordert für Deutschland entsprechende Maßnahmen.

Die Coronakrise im Elsass weitet sich immer mehr aus. Wie die Mediziner, Pfleger und Sanitäter dort versuchen, der Situation Herr zu werden – das hat das Deutsche Institut für Katastrophenmedizin (DIFKM) in einem Lagebericht an die Landesregierung von Baden-Württemberg zusammengefasst.

Der Bericht schildert eindrücklich die Probleme vor Ort. Die deutschen Behörden und Kliniken könnten aus diesen Erfahrungen Rückschlüsse für eigene Arbeit ziehen. Und geht es nach dem DIFKM, dann sollten sie das auch dringend und schnell tun:

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Wie aber ist die konkrete Situation in Straßburg und im Elsass? Anfang dieser Woche hatten Mitarbeiter des Instituts in Tübingen das Straßburger Uniklinikum besucht und ihre Erfahrungen im Detail festgehalten. BR24 hat diesen Bericht analysiert. Dabei stechen folgende Vorkehrungen und Maßnahmen des Krankenhauses besonders ins Auge:

Trotz dieser und vieler weiterer Sicherheitsvorkehrungen war die Klinik am Montag (23.3.) beim Besuch der deutschen Experten offenbar am Limit. Das zeigen folgende Daten und Fakten:

Die Lage im Klinikum dürfte sich seit dem Besuch der deutschen Fachleute in den vergangenen Tagen noch weiter erschwert haben. Allerdings widerspricht man in Straßburg dem Eindruck einer Überlastung.

Außerdem weist das Krankenhaus die Vorwürfe zurück, dass das Alter das einzige Kriterium für Intensiv-Maßnahmen sei. Die an der Universitätsklinik geltenden Praktiken entsprächen den Empfehlungen der gängigen Fachgesellschaften, hieß es in einer Mitteilung. Zuvor hatten auch Patientenschützer aus Deutschland das (vermeintliche) französische Vorgehen nach Alter scharf kritisiert.

Geht man wie viele Experten davon aus, dass die derzeit besonders betroffenen Regionen im Elsass (aber auch in Spanien und Italien) Deutschland zeitlich etwas “voraus sind”, könnten die Vor-Ort-Erkenntnisse des Instituts für Katastrophenmedizin der Politik und den Kliniken hierzulande hilfreich seien. Zu diesen Schlussfolgerungen und Empfehlungen zählen laut DIFKM:

Anknüpfend an den letzten Punkt schließt das Institut, dessen Mitarbeiter massiv in der Krisenbekämpfung eingebunden sind und das deshalb zurzeit keine Interviews gibt, mit einem eindringlichen Appell: Man müsse “medizinische Kollateralschäden” dringend vermeiden und dürfe nicht andere Patienten etwa mit einem Herzinfarkt “verlieren, nur um alle Covid-19-Patienten gerettet zu haben”.

Selbst wenn es wie in Straßburg “im schlimmsten Fall” auch bei uns Kliniken geben sollte, die sich ausschließlich auf die Corona-Bekämpfung konzentrieren müssen, sollten andere Krankenhäuser die “maximale Regelversorgung aller sonstigen Notfälle gewährleisten.” Das wiederum, so räumen die Experten ein, werde in der Fläche sicherlich mehr als herausfordernd.

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