Corona-Lockerungen in Italien: Sturm auf die Bücher – Top News

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In Buchhandlungen zu stöbern habe ihm wirklich gefehlt, sagt Alessandro, für ihn sei das eine Lebensweise.

So wie Alessandro ging es offenbar vielen Kunden – seit der Wiedereröffnung gehe es in Roms Buchhandlungen rund, sagt Davide Vender, der Buchhändler.

Gekauft werde alles, egal ob Krimi, Sachbuch oder Roman.

In Italien dürfen Buchläden unter strengen Auflagen wieder aufmachen.

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Die Nachfrage ist gewaltig.

Endlich, scherzt ein Ladenbesitzer, würden Bücher als lebensnotwendig angesehen.

Davide Vender von der Buchhandlung Odradek im Zentrum Roms tippt eine Weile konzentriert, dann hat er im Computer den Roman gefunden, den der Kunde so verzweifelt sucht.

Er muss ihn bestellen, er wird aber bald da sein, verspricht er.

Eigentlich eine ganz alltägliche Szene, aber was ist schon Alltag in Italien in diesen Zeiten: Wochenlang waren fast alle Geschäfte in Italien geschlossen, es gab nur wenige Ausnahmen, zum Beispiel für Supermärkte oder Apotheken.

Jetzt sind die Buchhandlungen in den meisten Regionen unter den ersten, die wieder öffnen dürfen.

Alessandro, der Kunde, der den Roman bestellt, ist sichtlich glücklich.

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Dabei waren viele Buchhändler gar nicht so glücklich, unter den ersten zu sein, die wieder aufsperren durften, das bestätigt auch Davide Vender.

Einige fühlten sich als Versuchskaninchen für weitergehende Öffnungen, andere wussten nicht, wie sie ihre Kinder unterbringen können – Schulen und Kindergärten sind in Italien weiter geschlossen.

Buchhändler stehen vor logistischen Herausforderungen

Existenz steht auf dem Spiel

Kreativität statt Hilfegesuch beim Staat

In Italien dürfen Buchläden unter strengen Auflagen wieder aufmachen.

Die Nachfrage ist gewaltig.

Endlich, scherzt ein Ladenbesitzer, würden Bücher als lebensnotwendig angesehen.

Auch Davide Vender hat zwei Kinder, er hat eine Babysitterin organisieren müssen.

Einfach ist das alles also auch für ihn nicht – aber er freut sich, dass er wieder in seinem Laden stehen darf.

Auch, weil Buchhandlungen jetzt erstmals ganz offensichtlich als lebensnotwendig angesehen werden, sagt er und grinst.

Rund 120 Quadratmeter ist sein Laden groß – und verwinkelt, natürlich voller Regale.

Nur zwei Kunden dürfen gleichzeitig rein, trotzdem ist es gar nicht so einfach, immer eineinhalb Meter Abstand zu halten.

Doch Davide Vender versucht, alles möglichst regelgetreu umzusetzen.

Zu viel steht auf dem Spiel für ihn, er kann sich nach wochenlangem Zwangsurlaub nicht leisten, wieder zusperren zu müssen.

Davide Vender hat Soforthilfe beantragt, Kurzarbeitergeld.

Das reicht nicht – aber ganz grundsätzlich verlässt er sich schon lange nicht mehr auf den italienischen Staat, sagt er.

Und wird lieber selbst kreativ.

Er zeigt auf eine Reihe brauner Päckchen, darauf Adressen aus ganz Italien.

Bestellungen über den neuen Onlineshop.

Corona-Lockerungen in Italien: Sturm auf die Bücher

Dann muss Davide Vender kassieren gehen, der siebenjährige Fabrizio ist fündig geworden.

Er hat sich das Buch “Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte” ausgesucht – übrigens ausgerechnet von Luis Sepúlveda.

Dem chilenischen Schriftsteller, der mit dem Coronavirus infiziert war und jetzt verstorben ist.

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