Corona macht’s möglich: Israel importiert Masken aus Gaza – Top News

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Die Textilfabrik liegt in Rafah, ganz im Süden des Küstenstreifens.

Vor der Corona-Krise wurden hier Jeans genäht.

Viele Käufer gab es nicht.

In Gaza ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung auf Lebensmittelhilfen angewiesen.

Die Arbeitslosenquote gehört zu den höchsten weltweit.

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Und jetzt kommt ausgerechnet von hier ein Teil der weltweit so dringend benötigten Schutzausrüstung.

Eigentlich unterbindet Israel den Export vieler Produkte aus dem Gazastreifen wegen der dort regierenden Hamas – ein Grund für die hohe Arbeitslosigkeit in Gaza.

In der Corona-Krise werden nun aber Schutzmasken produziert und nach Israel geliefert.

Die Tage in der Textilfabrik von Nezar Jamel Hasouna sind lang geworden.

Bis zu 15 Stunden dauern die Schichten.

Bis vor kurzem liefen die Geschäfte schlecht.

Doch nun – mitten in der Coronakrise – sind die Auftragsbücher voll.

In der Fabrikhalle sitzen Männer und Frauen vor Nähmaschinen an kleinen Tischen.

Sie stellen Mund-Nase-Masken und Schutzkittel für den Export her.

Eindrücke, die unser palästinensischer Mitarbeiter im Gazastreifen gesammelt hat.

Korrespondenten können das Gebiet aktuell nicht betreten.

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Die Arbeiterinnen und Arbeiter nähen zwar Schutzmasken, sie selbst tragen aber keine.

Laut der Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, hat sich das Coronavirus hier bislang nicht verbreitet.

Matthias Schmale kann das zwar bestätigen, doch der Chef des UN-Hilfswerks UNRWA, der selbst im Gazastreifen lebt, will trotzdem keine Entwarnung geben: “Wir hoffen auf das Beste, aber bereiten uns auf das Schlimmste vor.

Weltweit mit die höchste Arbeitslosenquote in Gaza

Gaza ist bislang Corona-frei

Fabrikarbeiter schweigen lieber zu Abnehmer Israel

“Auf der ganzen Welt gibt es nun eine Katastrophe”, sagt Fabrikbesitzer Nezar Jamel Hasouna.

“Ich will in dieser Situation helfen, so gut ich es eben kann und damit meinen Beitrag leisten.

Eigentlich unterbindet Israel den Export vieler Produkte aus dem Gazastreifen wegen der dort regierenden Hamas – ein Grund für die hohe Arbeitslosigkeit in Gaza.

In der Corona-Krise werden nun aber Schutzmasken produziert und nach Israel geliefert.

Der Gazastreifen wird von Israel und in Teilen auch durch Ägypten weitgehend abgeriegelt.

Schmale vergleicht Gaza in Corona-Zeiten daher mit Kreuzfahrtschiffen: Wurden die abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt, sei es dort erst Recht zu einer Ausbreitung des Virus gekommen.

“Ein lokaler Ausbruch würde hier zu einem Zusammenbruch führen.

Nicht zuletzt, weil hier das Gesundheitswesen völlig überfordert ist”, sagt Schmale.

Aus den Erfahrungen aus der ganzen Welt sei klar, dass unter 100 Corona-Kranken mindestens fünf ein Intensivstationsbett benötigen würden.

In Gaza gebe es davon aber insgesamt nur 87 – bei mehr als zwei Millionen Einwohnern.

Schmale ist aber vorsichtig optimistisch, dass sich die Hamas und Israel nach Jahren der Gewalt annähern.

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

“Der Gazastreifen muss nicht in einer totalen Katastrophe enden”, sagt er.

“Es gibt hier die Kapazitäten und den Willen, sich aus dieser Krise herauszuarbeiten.

Allein in der Fabrik in Rafah werden nun rund 1.

000 Mund-Nase-Masken pro Tag hergestellt.

Die meiste Schutzausrüstung aus dem Gazastreifen wird dabei zunächst nach Israel exportiert.

Darüber sprechen die Fabrikbesitzer aber nicht so gerne.

Israel unterbindet weiterhin die Ein- und Ausfuhr vieler Produkte und begründet das mit der Herrschaft der Hamas, die es als Terrororganisation einstuft.

Derweil freut sich der Chef des UN-Hilfswerks nun, dass im Gazastreifen in diesen Tagen Schutzausrüstung produziert wird.

Angesichts der enormen wirtschaftlichen Probleme seien das jedoch Tropfen auf den heißen Stein.

Matthias Schmale warnt, dass die Arbeitslosenquote durch die Corona-Krise auf 70 Prozent steigen könnte.

Corona macht’s möglich: Israel importiert Masken aus Gaza

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