Corona: Sinkende Erlöse für Bauern, steigende Verbraucherpreise – Top News

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Auch bei Milch spielgelt sich diese Situation wieder: Die Molkereien, die den Lebensmitteleinzelhandel bedienen, sind gut im Geschäft.

Aber diejenigen, die an Großverbraucher liefern, stehen unter Druck, sagt Frank Feuerriegel, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen.

Darunter litten auch die Landwirte, die mit diesen Molkereien Verträge haben: Im Durchschnitt lagen die Auszahlungspreise in Niedersachsen für den Liter Milch im März bei 32 bis 34 Cent.

Durch die Corona-Krise verändern sich Produktion und Verbrauch von Lebensmitteln.

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Die Erzeugerpreise sinken zum Teil dramatisch.

Doch für die Privatverbraucher steigen die Preise insgesamt.

Dafür ist aber nicht allein die Pandemie verantwortlich.

Die Corona-Pandemie wirbelt das Preisgefüge bei Lebensmitteln ziemlich durcheinander.

Die Landwirte spüren vor allem die derzeitige Schließung von Restaurants, Kantinen und Catering-Diensten.

Vor allem durch den Wegfall dieser Großverbraucher sind die Erzeugerpreise bei Fleisch derzeit im Sinkflug.

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“Einige Molkereien haben schon angekündigt, den Auszahlungspreis senken zu wollen, wenn sich die Situation nicht besser”, sagt Feuerriegel.

Die Krise treffe die Milchbauern in einer schwierigen Zeit, denn nach zwei Dürrejahren gehe es den Betrieben ohnehin nicht gut.

Wegen der schlechten Ernte mussten die Betriebe Futter zukaufen.

Im Nordwesten kommt noch eine Feldmausplage hinzu.

Molkereien reagierten, indem sie Produkte wie Butter oder Milchpulver jetzt zunächst einlagerten, um sie später zu verkaufen.

Molkereien spüren die Schließung von Restaurants

Situation der Milchbauern verschlechtert sich weiter

Rindfleisch: Weniger Tiere wegen schlechter Futter-Ernte

Weniger Geschäft mit Asien: Preisverfall beim Schweinefleisch

Volle Kühlhäuser: Preis für Wildfleisch sinkt dramatisch

Mangel an Erntehelfern lässt die Gemüse-Preise klettern

Sinkende Erlöse für die Bauern, steigende Preise für Verbraucher

Auch die Schweinemäster spüren einen deutlichen Rückgang des Schlachtpreises, der aktuell bei 1,75 Euro pro Kilo liegt.

Noch vor einigen Monaten lag er bei mehr als 2 Euro, sagt Cloppenburg.

Hier wirke sich auch der coronabedingte Rückgang des Asiengeschäfts vor allem mit China aus.

Die hohe Fleischnachfrage aus China hatte im vergangenen Jahr den Schweinemästern hohe Erzeugerpreise beschert.

Aber wegen des Corona-Ausbruchs dort sei der Absatz gesunken.

Durch die Corona-Krise verändern sich Produktion und Verbrauch von Lebensmitteln.

Die Erzeugerpreise sinken zum Teil dramatisch.

Doch für die Privatverbraucher steigen die Preise insgesamt.

Dafür ist aber nicht allein die Pandemie verantwortlich.

Bei Rindfleisch hat die Dürre der vergangenen zwei Jahre sich schon seit längerer Zeit auf die Erzeugerpreise für die Rinderhalter ausgewirkt, erklärt AMI-Fleischmarktexpertin Mechthild Cloppenburg aus Berlin.

Wegen des fehlenden Futters mussten viele Landwirte ihre Tierbestände reduzieren.

In der Corona-Krise schlage aber der fehlende Absatzmarkt für Restaurants und Kantinen nochmals besonders durch.

“Die Nachfrage ist so mau, da ist nichts los”, sagte Cloppenburg.

Zudem fehlten das wichtige Ostergeschäft und auch Feiern wie Kommunion oder Firmung – und damit auch die Nachfrage nach Rinderfilet oder Roastbeef.

Die Wildhändler nehmen bundesweit kaum noch Wildbret ab, weil die Kühlhäuser voll sind.

Die Ursache: Die Gaststätten als Hauptabnehmer fallen zurzeit aus.

Die Preise für Wild sind einem Händler zufolge auf die Hälfte bis ein Drittel des üblichen Niveaus gefallen.

Je Kilogramm Reh oder Rotwild erhalte ein Jäger einen statt drei Euro, für Wildschwein nur noch 50 Cent.

Inzwischen laufe aber das China-Geschäft langsam wieder an, sagte Ulrich Pohlschneider von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in Damme bei Vechta.

Die Landwirte bemerkten, dass wegen Corona auch innerhalb Europas der Warenfluss ins Stocken geraten sei, besonders nach Italien.

Corona: Sinkende Erlöse für Bauern, steigende Verbraucherpreise

Beim Gemüse sei im April dagegen ein Preisaufschlag von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu verzeichnen, sagt Thomas Els von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI).

Dafür verantwortlich sei vor allem Kohlgemüse wie Brokkoli oder Blumenkohl, das zu dieser Jahreszeit in Frankreich und Spanien geerntet werde.

Hinter der Preissteigerung könnte ein Mangel an Erntehelfern wegen der Reisebeschränkungen stecken.

Bei den Privatverbrauchern kommen die Preisverwerfungen, unter denen die Landwirte leiden, zum großen Teil nicht an: Die Verbraucherpreise für frische Nahrungsmittel liegen in diesem April insgesamt fast zehn Prozent über dem Vorjahresniveau, so Els.

Das liege aber nicht nur an Corona: Bei Äpfeln zum Beispiel wirke sich die im vergangenen Jahr knapper ausgefallene Ernte auf die Preise heute aus.

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