Corona und Wirtschaft: Die Angst vor dem “deflationären Schock” – Top Meldungen

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Die Märkte senden beunruhigende Signale, einige Marktbeobachter fürchten bereits eine Deflation. Dafür sprechen unter anderem der fallende Goldpreis in Krisenzeiten – und natürlich der rasante Absturz der Ölpreise. Was ist zu tun?

Das öffentliche Leben ist in weiten Teilen der Welt praktisch zum Erliegen gekommen, und damit steht auch die Wirtschaft weitgehend still: Willkommen im globalen Shutdown. Alle Ökonomen erwarten eine scharfe Rezession, aber wie hart es wirklich werden wird, vermag derzeit niemand zu sagen. Verwaiste Innenstädte, geschlossene Geschäfte, völliger Stillstand im Kulturbetrieb sowie Kurzarbeit in wichtigen Industriezweigen und Dienstleistungsbetrieben lassen jedenfalls Schlimmes erwarten. Niemand wäre von einer Pleitewelle überrascht.

Auch eine Deflation ist nicht ausgeschlossen, denn die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen schrumpft. In den hart getroffenen Staaten, in Europa und auch in den USA, kann man von einem Nachfrageschock sprechen. Nach der Marktlogik müssen die Unternehmen darauf mit sinkenden Preisen reagieren.

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Das Gefährliche daran ist, dass Konsumenten, und natürlich auch Unternehmen, in Erwartung fallender Preise die Kaufentscheidungen und Investitionen hinauszögern – ein rationales ökonomisches Verhalten. Wenn die Preise für Güter und die Vermögenspreise kontinuierlich sinken, lohnt es sich, auf Bargeld zu setzen. Schließlich gewinnt es ständig an Kaufkraft.

Was folgt, ist die sogenannte Deflationsspirale aus stetig sinkenden Preisen und rückläufigen Investitionen der Unternehmen – mit gravierenden Folgen für Konsum, Konjunktur, die Verschuldung der Unternehmen, für den Arbeitsmarkt und für die Verschuldung der Staaten. Ihnen brechen die Steuereinnahmen weg, sodass sie durch Konjunkturstützen versuchen müssen, die Rezession abzuschwächen.

Für Schuldner aller Art, verschuldete Unternehmen, Privatleute und Staaten, sind das schlechte Nachrichten. Denn während eine Inflation der Freund des Schuldners ist, werden durch Deflation die Verbindlichkeiten teurer. Jetzt könnten sich die niedrigen Zinsen, die nach der Finanzkrise die Wirtschaft vor einer Rezession bewahren sollten, und die wie eine Einladung fürs Schuldenmachen funktionierten, als äußerst gefährlich erweisen.

In Zeiten wie diesen verschärft das derzeit besonders billige Öl die Lage zusätzlich. Für Verbraucher mag ein niedriger Ölpreis erfreulich sein – aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive sind die abstürzenden Notierungen für Rohstoffe aller Art ein Grund zur Besorgnis, denn damit entfällt ein wichtiger Faktor, der üblicherweise die Inflation nach oben treibt und ein Gegengewicht zu deflationären Tendenzen bilden könnte.

Dass die Marktteilnehmer eine Deflation durchaus für ein wahrscheinliches Szenario halten, zeigte zuletzt auch ein Blick auf den Goldpreis. Das Edelmetall, der klassische Inflationsschutz, fiel vor wenigen Tagen zeitweise sogar zurück unter die Marke von 1.500 Dollar.

Was eine Deflation besonders unerfreulich macht ist, dass die Ökonomen nicht genau wissen, wie sie zu bekämpfen ist. Um eine schwächelnde Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen sind Zinssenkungen der Notenbanken ein probates Mittel. Angesichts der bereits rekordniedrigen Zinsen ist dieser Weg verbaut.

Aktuell versuchen Notenbanken und Regierungen weltweit die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus mit einer Kombination von milliardenschweren Konjunkturpaketen, Kreditprogrammen, Wirtschaftshilfen und unbegrenzten Anleihekäufen abzufedern. Auf Gold- und Ölpreise wirken sich die zahlreichen Aktionen bereits positiv aus. Aber ob das mehr ist als eine kurzfristige Marktreaktion, kann niemand wissen.

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