Coronakrise: Die Folgen für TV-Produktionen – Top Meldungen

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Umarmungen, Küsse, Prügeleien – Körperkontakt gehört zu jeder Serie oder Show dazu. Aber in Zeiten von Corona und Social Distancing ist eine normale TV-Produktion undenkbar. Welche Folgen hat das Virus für Schauspieler, für Serien und Shows?

Wenn um 19.30 Uhr im BR Fernsehen die Titelmelodie von “Dahoam is Dahoam” erklingt, sind normalerweise bundesweit rund 700.000 Menschen vor dem Fernseher mit dabei. Durch die Corona-Krise seien es aktuell sogar noch ein wenig mehr, sagt Daniela Böhm, die seit dem Start der Serie im Jahr 2007 Redaktionsleiterin ist. Aber auch das Leben im fiktiven oberbayerischen Lansing steht gerade still. Wegen der Corona-Krise sind die Dreharbeiten seit letzter Woche ausgesetzt, voraussichtlich bis zum 20. April. Noch habe das wenig Auswirkungen auf die Serie. “Es ist noch nicht sehr problematisch, da wir den berühmten Serien-Vorlauf haben”, so Böhm.

Diese Vorlaufszeit beträgt teilweise bis zu sechs Wochen. Bis Anfang Mai stehen daher genügend neue Folgen von “Dahoam is Dahoam” zur Verfügung. Die Redaktion nutzt die Zeit aktuell im Home Office, bearbeitet bereits gedrehtes Material oder schreibt an neuen Geschichten. Für die Schauspieler der Serie bedeutet der Drehstop zwar erst einmal viel Zeit für die Familie, aber gleichzeitig auch: keine Arbeit. Einige suchen jetzt über Social Media den Kontakt zu den Fans.

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Viele andere Schauspieler in Deutschland trifft die Corona-Krise deutlich härter, sagt Leslie Malton. Die 61-Jährige spielte selbst schon in Serien wie “Tatort”, “Donna Leon”, “SoKo” oder “Beste Schwestern” mit und ist Vorsitzende im Vorstand beim Bundesverband Schauspiel. “Die meisten Kollegen leben von Job zu Job, von Monat zu Monat und haben nicht so viele Rückstände”, sagt Malton.

Weil Schauspieler meist nur kurzfristig beschäftigt sind, fallen sie oft durchs Raster der Arbeitsagentur. Diesmal nicht. Es gibt erstmals einen Kurzarbeit-Tarifvertrag. Darauf haben sich der Bundesverband Schauspiel, verdi und die Produzentenallianz kurzfristig geeinigt. Das zeige, wie sehr alle an einem Strang ziehen, sagt Leslie Malton begeistert.

Das heißt: Für Schauspieler gibt es Kurzarbeitergeld. Außerdem verpflichten sich die Produktionsfirmen, das Kurzarbeitergeld auf die vereinbarten Drehtagsgagen oder Tarifgagen aufzustocken – wenn Filmdrehs wegen der Corona-Krise unterbrochen oder abgesagt werden.

Kurzarbeit – bei der Produktionsfirma RedSeven Entertainment, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen von ProSiebenSat1, ist das noch kein Thema. Im Moment bauen viele der rund 400 Mitarbeiter erst einmal Überstunden oder Urlaubstage ab. Fast die gesamte Belegschaft arbeitet im Home Office.

Auswirkungen auf die Produktion von Formaten wie “Germany’s next Topmodel” hat das Coronavirus aber trotzdem. Das geplante Hallen-Finale im Mai mit 8.000 Zuschauern ist abgesagt, viele Drehs wurden gestoppt oder verschoben. Zwangsweise haben die Mitarbeiter von RedSeven in den “Corona-Modus umschalten müssen”, sagt Geschäftsführer Jobst Benthues.

Kurzfristig hat die Produktionsfirma neue Formate entwickelt – für Pro Sieben das Live-Talk-Format “Deutschland fragt zu Corona”, für Kabel 1 ist eine Live-Kochshow geplant, in der Spitzenköche aus der eigenen Küche streamen. Die Krise macht erfinderisch. Und vielleicht nicht nur das, sagt Daniela Böhm vom BR und ergänzt: “Eigentlich ist es doch ganz schön, jeden Tag zur Arbeit zu gehen und Kollegen zu sehen. Und vielleicht weiß man das dann mehr zu schätzen.”

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“Dahoam is Dahoam” durch Coronavirus bisher nicht in Gefahr

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