Coronakrise: Lebensmittelhandel verzeichnet kräftiges Plus – Top Meldungen

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Die Wirtschaft leidet unter der Coronakrise. Allerdings gibt es auch Branchen, in denen es gut läuft: Der Lebensmittelhandel zum Beispiel konnte seinen Umsatz deutlich steigern.

Der Einzelhandel in Bayern konnte im Februar insgesamt ordentlich zulegen – und das lag vor allem an der hohen Nachfrage nach Lebensmitteln. Das meldet das Landesamt für Statistik. Demnach stieg der Umsatz im Vergleich zum Vormonat nominal um 8,7 Prozent, die Lebensmittelläden verzeichneten sogar eine Umsatzsteigerung von mehr als zehn Prozent.

Allerdings bezieht sich die Statistik noch auf die Zeit vor den Ausgangsbeschränkungen, die erst im März griffen. Wie sich die Maßnahmen auf den Einzelhandel auswirken, muss sich noch zeigen. Auch, ob tatsächlich die Hamsterkäufe wegen der Coronakrise für die Umsatzsteigerung verantwortlich sind, lässt sich an den Zahlen nicht ablesen. Es werde bei der Erhebung nicht nach den Ursachen der Veränderung gefragt, heißt es vom Landesamt für Statistik.

Der Behörde zufolge hat der Versand- und Internethandel ebenfalls zugelegt. Auch der Paket-Dienstleister DPD sieht, dass private Bestellungen zunehmen, die Zahl der Pakete steigt den Angaben zufolge dadurch aber nicht. “Die Paketmengen an Firmen und Geschäfte geben stark nach, während Privatpersonen verstärkt den Onlinehandel nutzen”, sagt DPD-Chef Eric Malitzke.

Damit nicht nur Lebensmittelläden gut durch die Krise kommen, rufen Politiker und Branchenvertreter zu Solidarität auf. So bitten etwa der Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann und mehrere örtliche Zusammenschlüsse von Einzelhändlern, Unternehmern und Gastronomen die Bürger, derzeit auf “unnötige Anschaffungen bei großen Online-Handelskonzernen” zu verzichten und nach Möglichkeit abzuwarten, bis der örtliche Einzelhandel wieder geöffnet hat, oder sich über Online-Angebote der Geschäfte vor Ort zu informieren. Ähnlich hatte sich zuvor bereits der Gewerbeverein von Karlstadt im Main-Spessart-Kreis geäußert.

Gerüchte, in den Supermärkten würden wegen der derzeit enormen Nachfrage bereits Preise erhöht, etwa bei der Milch, weist der Handelsverband Bayern zurück. Auf BR-Anfrage erklärte Pressesprecher Bernd Ohlmann, bei einzelnen Märkten oder Produkten könne es immer mal Preisschwankungen geben – gerade bei Molkereiwaren oder Gemüse, die von Produktions- und Erntebedingungen abhängig seien. Im großen Stil sei aber kein Preisanstieg zu verzeichnen – schon gar nicht wegen der Coronakrise.

Der Lebensmittel-Einzelhandel müsse sich derzeit Sorgen um die Belastung und die Gesundheit seiner Mitarbeiter machen, aber sicher nicht um den Umsatz.

Paketzusteller verzeichnen insgesamt keine höhere Nachfrage

Handelsverband: Preise steigen nicht wegen Coronakrise

Coronakrise: Lebensmittelhandel verzeichnet kräftiges Plus

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