Coronakrise: So läuft jetzt der Übertritt für Viertklässler – Top Meldungen

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Bayerns Viertklässer müssen in diesem Schuljahr keine Prüfungen mehr schreiben. Für das Übertrittszeugnis zählen die bisherigen Noten, die Schüler können sich aber bei freiwilligen Proben noch verbessern. Diskussionen gibt es weiter ums Abitur.

Verpflichtende Prüfungen fallen für Viertklässler laut einem Beschluss des Ministerrats für den Rest des Schuljahres weg. In einem entsprechenden Schreiben des Kultusministeriums heißt es, das Übertrittsverfahren für die Viertklässlerinnen und Viertklässler werde der aktuellen besonderen Ausnahmesituation angepasst. Ziel sei es, den Viertklässlerinnen und Viertklässler faire Bedingungen beim Übertritt an die weiterführenden Schulen zu bieten.

Konkret bedeutet das: Für das Übertrittszeugnis zählen die Noten, die bis zum Tag vor den Schulschließungen, also bis zum 13. März, erzielt wurden. Wenn die Schulen wie bisher geplant am 20. April wieder öffnen, soll es im verbleibenden Schuljahr keine Prüfungen mehr geben, an denen die Schülerinnen und Schüler teilnehmen müssen. Stattdessen sind aber drei Proben vorgesehen, an denen sie freiwillig teilnehmen können.

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Zudem wird die Vergabe der Übertrittszeugnisse verschoben, vom 4. auf den 11. Mai, damit Schüler und Lehrer genug Zeit erhalten, nach den Osterferien in den normalen Schulbetrieb zurückzukehren. In der ersten Woche nach den Osterferien soll es noch keine Prüfung geben. Weiter nach hinten könne die Zeugnisübergabe mit Rücksicht auf die Personalplanung für das kommende Schuljahr nicht verschoben werden, heißt es vom Ministerium. Die Einschreibung an den weiterführenden Schulen könne vom 18. bis zum 22. Mai stattfinden, der Probeunterricht an Realschulen und Gymnasium vom 26. bis zum 28. Mai.

Das Ministerium teilte außerdem mit, dass die Übertrittszeugnisse verschlankt werden, ohne, dass dabei aber relevante Informationen verloren gehen. So werden nur die Noten in Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht ausgewiesen, außerdem die Durchschnittsnote einschließlich der Übertrittsempfehlung und eine kurze Bemerkung über Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten des Kindes.

Die Regelungen betreffen in diesem Schuljahr knapp 109.000 Viertklässlerinnen und Viertklässer.

Von der SPD kommt prompt Kritik am Vorhaben des Kultusministers. Die aktuelle Planung setze voraus, dass Schüler und Eltern viel gemeinsam lernen – was in der aktuellen Lage kaum möglich sei, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Landtags-Fraktion Simone Strohmayr. Das bedeute, dass in einer ohnehin angespannten Lage bei vielen Kindern die Angst vor dem Übertritt hinzukomme.

Für Diskussionen sorgt derzeit auch das unterschiedliche Vorgehen bei den Abiturprüfungen in den einzelnen Bundesländern: In Bayern sind die Prüfungen um drei Wochen verschoben, dort sollen sie am 20. Mai beginnen. In Hessen werden die Prüfungen unterdessen gerade schon geschrieben, in Schleswig-Holstein sollen sie stattdessen in diesem Jahr ganz ausfallen – das hat Bildungsministerin Karin Prien vorgeschlagen.

Letzteres ist für Bayerns Kultusminister Piazolo nach jetzigem Stand keine Option. Er sagte dem BR, aus heutiger Sicht sei es ein sinnvoller Fahrplan, mit den Prüfungen im Mai zu beginnen.

Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, will an den Abiturprüfungen festhalten. Er erklärte, die Länder sollten alles tun, damit die Prüfungen stattfinden. Ein Ausfall würde neue Probleme schaffen, etwa bei der Vergleichbarkeit.

Die Möglichkeit, die Prüfungen ausfallen zu lassen und stattdessen eine Durchschnittsnote aus den bisherigen Leistungen für das Abitur zu errechen, wie es etwa zwei Hamburger Schüler fordern, wird von den meisten Lehrern kritisch gesehen. “Was macht man mit den Schülern, die bisher schlecht waren?”, fragt etwa Lehrerverbands-Präsident Meidinger.

Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann, hält dieses Verfahren ebenfalls für nicht fair – und auch Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes, sieht in der Durchschnittsnote die letzte Option. Er sagte dem BR, in Bayern habe man noch viel Zeit, die Prüfungen nach hinten zu schieben, notfalls sogar bis zum Anfang des nächsten Schuljahres, um ein faires und ordnungsgemäßes Abitur zu ermöglichen.

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