Coronakrise: Wie Einzelhändler ums Überleben kämpfen – Top Meldungen

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Corona lässt vielerorts den Umsatz einbrechen. In Landshut haben Stadt und Einzelhändler die Initiative “look online – buy local” gegründet: Kunden bestellen online bei ihrem Geschäft in der Stadt und bekommen die Ware per Lastenfahrrad geliefert.

Strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint ideale Bedingungen für einen Einkaufsbummel durch die Landshuter Altstadt. Hier prägen vor allem die vielen kleinen Einzelhändler das Stadtbild – zumindest normalerweise. Doch wegen der Corona-Krise haben alle Geschäfte zu, kaum jemand ist auf den Straßen unterwegs.

Alexa Trappentreu ist dennoch in ihrem Laden, der nach ihr benannt “Alexa” heißt. Hier gibt es “Sachen, die eigentlich keiner braucht, die vor allem Frau aber gerne haben will”, beschreibt Trappentreu ihr Sortiment. Duftkerzen, Schmuck, Vasen, Klamotten und vieles mehr steht hier in den Regalen und wartet darauf verkauft zu werden.

“Ich würde wirklich gern morgens die Tür wieder richtig offen lassen und würde mich echt freuen, wenn da mal wieder jemand herein marschiert und sagt: Hey Alexa!”, sagt Trappentreu. Seit neun Jahren steht sie jeden Tag in ihrem Laden, kein einziges Mal hat sie Urlaub gemacht, erzählt sie.

Die momentane Situation macht ihr zu schaffen. Finanziell kann sie zwar ein, zwei Monate überbrücken. Doch momentan weiß niemand, wie lange die Geschäfte tatsächlich noch geschlossen bleiben müssen.

Die Unternehmerin will sich jedoch nicht unterkriegen lassen. Deshalb hat sie sich der Initiative “look online – buy local” angeschlossen. Die Idee: Die Kunden suchen sie die Waren im Internet aus und bestellen Sie dann bequem telefonisch oder auch online bei ihrem Landshuter Einzelhändler vor Ort. Der bringt ihnen die Ware dann nach Hause.

So ist Alexa Trappentreu nun aus der Not heraus von der klassischen Einzel- zur Online-Versandhändlerin geworden. “Deswegen bin ich auch jetzt jeden Tag im Laden, weil wir tatsächlich Aufträge per Kontaktformular, per Anruf, per Whatsapp bekommen – was mich natürlich riesig freut”, so Trappentreu.

Bislang haben sich 40 Landshuter Einzelhändler dieser Kampagne angeschlossen. Die Idee dazu hatten Daniela Rech von der Interessengemeinschaft Landshut Innenstadt e.V. (I.L.I.) und Michael Luger, Wirtschaftsförderer der Stadt.

“Es ist Ware in den Geschäften und es gibt Kunden, die die Waren haben wollen und wir bringen beides zusammen”, sagt Rech. So solle außerdem vermieden werden, dass die Landshuter nur noch bei Online-Riesen wie Amazon einkaufen.

Um die Einzelhändler außerdem zu unterstützen hat die Stadt ihnen nun außerdem ein Elektro-Lastenfahrrad zur Verfügung gestellt. Das können die Händler nutzen, um im Nahbereich ihre Waren auszuliefern.

Auch Luger will ab und an selbst als Kurierfahrer in die Pedale treten, denn jeder müsse seinen Teil beitragen um diese Krise zu bewältigen. “Wir müssen jetzt besonnen und mit viel Hirnschmalz, mit viel Herzblut, mit viel Leidenschaft an der Situation arbeiten”, so Luger.

Doch auch hier hängt – wie überall sonst – alles davon ab, wie lange die Krise andauert. Das Ostergeschäft jedenfalls ist für Alexa Trappentreu in diesem Jahr so gut wie ausgefallen. Trotzdem muss sie jeden Monat etwa 5000 Euro Ladenmiete und die Gehälter ihrer drei Mitarbeiterinnen bezahlen. Und dafür reicht ihr neuer Online-Shop allein nicht aus.

Deswegen hat sie, wie insgesamt 5000 Unternehmerinnen in Landshut auch, die vom bayerischen Wirtschaftsministerium angekündigten Soforthilfen beantragt. Die Zeit bis das Geld da ist, muss sie irgendwie überbrücken – auch mit ihrem Versandhandel.

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E-Lastenfahrrad für Warenauslieferung

5000 Landshuter Unternehmen haben Soforthilfe beantragt

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