Coronavirus: Warum spanische Altenheime zu Pulverfässer wurden – Top Meldungen

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Die Zustände in spanischen Altenheimen sorgen für Aufsehen. Wegen der Coronakrise müssen Bewohner oft ohne Pfleger auskommen, sind auf sich allein gestellt. Was ist schief gelaufen – und was können die Deutschen lernen?

Es sind vor allen die Alten, die in Spanien am Coronavirus sterben. Und allzu oft in Altenheimen. Allein in einer Seniorenresidenz in Madrid sind mindestens 17 Menschen am Coronavirus gestorben – 70 infizierten sich. Und das sind nur die offiziellen Zahlen, viele Senioren wurden nie getestet. Spezialeinheiten der spanischen Armee desinfizieren derzeit Altersheime im ganzen Land – und machen dabei auch gruselige Entdeckungen. Verteidigungsministerin Margarita Robles sagte am Montag:

Wie viele Tote gefunden wurden und in welchen Altenheimen, darüber sagte die Ministerin nichts. Dafür will ihre Regierung Seniorenheime von nun an genauer unter die Lupe nehmen, damit Missstände nicht unentdeckt bleiben. Der Pflegebereich stehe zu Unrecht unter Generalverdacht, sagt Ruben Muñiz-Schwochert, Experte für Altenpflege. Er engagiert sich für eine Stiftung, die sich für Demenzkranke einsetzt. Es gebe einen einfachen Grund, warum die Pfleger die Heimbewohner alleingelassen haben, sagt er:

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Und krank werden im Altersheim – das konnte in den vergangenen Wochen ziemlich leicht geschehen. In vielen Altersheimen fehlte und fehlt es an der nötigen Schutzausrüstung für die Pflegekräfte. Die Regierung hat das Material konfisziert, um zunächst die Krankenhäuser damit zu versorgen. Die Krankschreibungen führen dazu, dass sich der Personalnotstand in den Heimen jetzt noch weiter verschlimmert. Dabei sei der schon dramatisch genug, so Muñiz-Schwochert. Ein Ergebnis des harten Sparkurses der spanischen Regierung in den Jahren der Wirtschaftskrise:

Die Bewohner der Altenheime dürfen derzeit ihre Zimmer nicht verlassen. In Spanien sind diese oft sehr klein, weil die Bewohner in der Regel nur zum Schlafen dort hingehen. Den Rest des Tages verbringen die Senioren üblicherweise in Gemeinschaftsräumen. Bis jetzt.

Auch die Mutter von Raquel darf ihr Zimmer nicht verlassen. Raquel hat sie seit 15 Tagen nicht gesehen. Die Mutter leidet an Alzheimer. Deswegen kann sie nicht sagen, wie es ihr geht. Raquel muss sich auf die Schilderungen der Pfleger verlassen. Das sei schlimm für sie, sagt sie. Dass die Mutter isoliert wird, findet sie richtig. Es komme nur zu spät.

Deutschland solle nicht den gleichen Fehler machen und auf die Altersheime achten, sagt Ruben Muñiz-Schwochert. Denn eine Seniorenresidenz könne sich zum Pulverfass entwickeln:

Experten kritisieren Generalverdacht

Schutzausrüstung für Pflegekräfte fehlt

Pflegebedürftige in Isolation

Coronavirus: Warum spanische Altenheime zu Pulverfässer wurden

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