Coronavirus: Wie Schutzmasken tatsächlich vorbeugen – Top Meldungen

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In manchen Ländern gilt inzwischen die Pflicht, in der Öffentlichkeit oder zumindest beim Einkaufen eine Schutzmaske zu tragen. Kann ein Mundschutz die Ausbreitung des Coronavirus tatsächlich bremsen und wenn ja, wie?

In Tschechien und der Slowakei gilt eine allgemeine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken, in Österreich muss ab kommendem Montag in Drogerie- und Supermärkten eine Maske getragen werden. In Deutschland gibt es eine solche Pflicht außer in Jena (noch) nicht, sie wird aber weiterhin diskutiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beurteilte bisher einen Mundschutz nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegen, als sinnvoll. Nun prüft sie jedoch, ob das Tragen eines Mundschutzes in der Öffentlichkeit die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 eindämmen kann.

Umstritten ist, ob eine allgemeine Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes in der Öffentlichkeit ein effektiver Beitrag gegen die Ausbreitung von Sars-CoV-2 ist oder nicht. Keine Differenzen gibt es dagegen bei der Frage, welche Wirkung eine Schutzmaske, genauer ein einfacher Mund-Nasen-Schutz, in der Praxis hat. Der Träger eines einfachen Mundschutzes gibt beim Atmen, Husten und Niesen deutlich weniger Speicheltröpfchen in seine Umgebung ab. Diese Tröpfchen können das neue Coronavirus in sich tragen. Der Mundschutz verringert also die Wahrscheinlichkeit, andere Menschen anzustecken. Das ist bei Sars-CoV-2 besonders wichtig, denn ein Infizierter kann Viren schon verbreiten, wenn er (noch) keine Krankheitssymptome hat. Das bedeutet: Als Fremdschutz, also um andere zu schützen, ist das Tragen eines Mundschutzes zweifellos sinnvoll.

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Für den Träger selbst bietet der Mundschutz hingegen im Normalfall kaum Schutz. Das zeigt auch ein Vergleich mehrerer Studien zur Wirkung von Schutzmasken. Die feinen Tröpfchen in der Luft, mit denen die Viren durch die Luft schweben, sind so klein, dass ein einfacher Mund-Nasen-Schutz sie nicht aufhält. Dazu sind nur Spezialmasken mit FFP (filtering face piece)-Klassifizierung in der Lage. Diese müssen allerdings ganz dicht mit dem Gesicht abschließen. Bei einem einfachen Mundschutz ist das kaum möglich.

Es gibt aber auch Situationen, in denen ein einfacher Mund-Nasen-Schutz seinen Träger schützt, nämlich etwa, wenn er aus kurzer Distanz angehustet oder angeniest wird. Ein Mund-Nasen-Schutz hält in diesem Fall größere Speicheltropfen ab, die eine große Menge an Sars-CoV-2-Viren enthalten können. Das kann von entscheidender Bedeutung sein, denn möglicherweise können diese Viren in diesem Fall in die Lunge gelangen und dort direkt eine Infektion auslösen. In der Folge könnte es zu einem schwereren Krankheitsverlauf kommen als bei einer Infektion, die zunächst den Rachen befällt, lautet eine Hypothese des Virologen Christian Drosten. Deshalb soll zuerst das Personal in Medizin und Pflege Schutzmasken bekommen, wenn diese knapp sind. Im Kontakt mit Patienten lässt sich der geforderte Mindestabstand nämlich meist nicht einhalten. Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger sind daher auf die Schutzmasken angewiesen, und zwar nicht nur auf die Spezialmasken, sondern auch auf die einfachen. Wenn keine FFP2-Masken verfügbar sind, empfiehlt das Robert-Koch-Institut für medizinisches Personal einen einfachen Mund-Nasen-Schutz.

Wenn jeder in der Öffentlichkeit eine Schutzmaske tragen würde, käme es möglicherweise tatsächlich zu weniger Sars-CoV-2-Ansteckungen. Allerdings nicht, weil sich die Träger mit der Maske selbst vor einer Ansteckung schützen, sondern weil sie andere nicht anstecken. Gegen das Tragen von Schutzmasken spricht hingegen, dass es Menschen möglicherweise in falscher Sicherheit wiegt, wie die WHO warnte. Andere Vorsichtsmaßnahmen mit nachgewiesener Wirkung wie gründliches Händewaschen und räumliche Distanz zu anderen könnten dann möglicherweise vernachlässigt werden im Glauben, man sei durch eine Maske vor einer Infektion geschützt.

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Maske schützt andere vor Ansteckung

Eigenschutz nicht nachweisbar

Maske schützt bei Husten auf kurze Distanz

Fazit: Kein Ersatz für Hygiene und soziale Distanz

Coronavirus: Wie Schutzmasken tatsächlich vorbeugen

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