Der Corona-Krise trotzen: Fitness-Training für daheim – Top Meldungen

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Wie und wo kann man noch Sport treiben, wenn Ausgangsbeschränkungen in ganz Bayern gelten? Am besten in den eigenen vier Wänden: Anleitungen gibt es in Apps, Videos und Buchratgebern.

Dreimal in der Woche macht Matthias eine halbe Stunde Krafttraining ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht. Dabei steht der große, durchtrainierte Mann mit glattrasiertem Kopf und Dreitagebart in seinem Wohnzimmer, absolviert Kniebeugen, Liegestützen, Brücken und Handstand. Als Vorlage nutzt er ein Buch, das für ihn als Polizist witziger Weise den Titel trägt: “Trainieren wie im Knast.” Im Prinzip geht es darum, dass man selbst für ein ausgewogenes Fitnessprogramm nur wenig Platz braucht.

Durch den Schichtdienst ist es für den 45-Jährigen schwierig, ein Training in einer festen Gruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt einzuhalten. Auch im Fitnessstudio hat sich Matthias irgendwann abgemeldet, weil ihn die Fahrt hin und zurück zu viel Zeit gekostet hat, und die Geräte oft belegt waren. Zuhause hat er nun eine Klimmzugstange, die er einfach in den Türrahmen klemmen kann, einen Schlingentrainer und eine Yogamatte. Damit kann er Kraft, Koordination und Beweglichkeit trainieren.

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Zwischen Bücherregal und Fensterbrett sitzt Matthias auf dem Rad und tritt in die Pedale, während auf dem Computerbildschirm die Kulisse der Rad-WM in Yorkshire vorbei fliegt. Das Rad-Trainingsprogramm- bzw. die Zwift Indoor Cycling App – bietet ihm 80 verschiedene Strecken in sechs Welten von der Großstadt bis zur Wüste, sowohl Ausdauereinheiten als auch Intervalltraining. Als Equipment braucht Matthias dafür einen Smart Trainer, in den er sein Fahrrad einspannt – ähnlich wie eine Rolle für daheim. Der Smart Trainer ist mit dem Laptop verbunden, so dass die Wattzahl von der Software gesteuert wird und Matthias nicht schalten muss.

Ein spezielles Mountainbike-Programm simuliert große Steigungen, um Matthias auf die Herausforderungen am Berg vorzubereiten. Schließlich will der 45-Jährige heuer wieder bei der Salzkammergut Trophy starten – einem der härtesten Mountainbike-Rennen in Europa mit 211 km Länge und 7.150 Höhenmetern an einem Tag. Dazu trainiert er natürlich auch mit dem Mountainbike im Gelände, und dem Rennrad auf der Straße, aber auch viel daheim auf dem Smart Trainer.

Zuhause zu trainieren, hat viele Vorteile – nicht nur in Zeiten von Corona. Matthias ist beim Radtraining unabhängig von Wetter und Straßenverkehr und beim Krafttraining und Yoga unabhängig von Kursangeboten und Öffnungszeiten. Außerdem spart er dadurch Zeit und Geld. Ein Nachteil ist jedoch, dass man sich ganz allein motivieren und durchhalten muss. Außerdem sind die Tipps von einem Trainer oder Sportwissenschaftler oft hilfreich. Doch wenn man wie Matthias schon drei Jahrzehnte lang ambitioniert Sport treibt, davon viele Jahre Triathlon, dann kennt man seinen Körper.

Für Matthias ist der Sport ist grundsätzlich eine große Bereicherung, weil ihm Bewegung viel Spaß macht. “Ich mache das für mich und meine Gesundheit, denn ich muss schon lange keinem mehr etwas beweisen. Im Fitnessstudio pumpt man sich oft auf, um den Frauen zu imponieren. Doch viel wichtiger ist es in zunehmendem Alter etwas für die Beweglichkeit und seine Gesundheit zu tun. Ich fühle mich nach dem Training jedenfalls viel besser”, sagt er und lächelt zufrieden.

Klimmzugstange, Schlingentrainer und Yogamatte

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