Die vergessenen Opfer der Corona-Krise – Top Meldungen

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In der Corona-Krise geraten die Schicksale anderer Bedürftiger in den Hintergrund: Hilfswerke beklagen einen Rückgang an Spenden für Entwicklungsprojekte. Nicht nur die Kollekten der Gottesdienste fallen weg.

Solidaritätsläufe, Brotaktionen, Bauernwallfahrten, Schulbesuche und Fastenessen. Die Aktionen von Misereor sind vielfältig, der Zweck ist immer derselbe. Während der Fastenzeit sammelt das katholische Hilfswerk Spenden für internationale Entwicklungsprojekte. Nun jedoch fallen die meisten der über 100 für heuer geplanten Aktionen wegen der Corona-Beschränkungen aus. Rund zehn Millionen Euro an Spendenmitteln drohen damit wegzufallen, erläutert Misereor-Geschäftsführer Pirmin Spiegel.

Hinzu kommt, dass sich die Aufmerksamkeit verschiebt. Die Zahl der Infizierten interessiere derzeit mehr als das Schicksal der Opfer von Krieg und Vertreibung, stellt Spiegel fest und sieht auch die Medien in der Verantwortung. “Was in den Medien nicht mehr erscheint”, mahnt Spiegel, “verliert in der Öffentlichkeit an Dramatik, nicht aber für die betroffenen Personen.”

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Auch der Freiburger Erzbischof und Misereor-Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Burger, ist besorgt. In einem Youtube-Video appelliert er an die Gläubigen, die Bedürftigen trotz der aktuellen Probleme nicht aus den Augen zu verlieren. “Wir wollen unseren bedrängten Schwestern und Brüdern verlässlich zur Seite stehen.”, so Stephan Burger. “Wir können sie nicht im Stich lassen.”

Mit einem Spenden-Rückgang im Zuge der Corona-Krise rechnet auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. Hier wollte man mit der diesjährigen Fastenaktion Senioren in Rumänien unterstützen, deren Pflegeeinrichtungen oft unterfinanziert und schlecht ausgestattet sind. Inzwischen sind alle Kollekten eingestellt. Das bisher gesammelte Geld wird nach Dringlichkeit eingesetzt. manche Projekte, erklärt Oberkirchenrat Michael Martin, werden daher vermutlich erst nächstes Jahr unterstützt.

Gleichzeitig befürchten Kirchen und Hilfsorganisationen, dass die Auswirkungen des Corona-Virus in den Entwicklungsländern viel dramatischer ausfallen könnten als in Deutschland. Das katholische Hilfswerk Missio hat daher einen Hilfsfonds für Corona-Opfer im Ausland eingerichtet. Er ist zunächst mit 50.000 Euro ausgestattet und soll je nach Entwicklung aufgestockt werden. Missio-Präsident Wolfgang Huber warnt in diesem Zusammenhang vor einer Fokussierung der deutschen Gesellschaft auf sich selbst. Die Corona-Krise als eine weltweite Krise zeige auch, dass “jeder Mensch, egal in welchem Land und auf welchem Kontinent” wichtig sei. “Das sollte auch immer unsere Aufgabe als Christinnen und Christen sein”, so Huber.

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Medien in der Verantwortung

Evangelische Kirche ebenfalls betroffen

Nicht nur auf Deutschland fokussieren

Die vergessenen Opfer der Corona-Krise

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