Die Welt im Zeichen von Corona: Bilder einer Zeitenscheide – Top Meldungen

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Die Ausgangsbeschränkungen verändern vielerorts das Erscheinungsbild der Stadt. Wo es sonst voll ist, ist in Zeiten von Corona oftmals Ruhe eingekehrt. Der Fotograf Rainer Viertlböck dokumentiert diese Veränderungen in Bayern derzeit für ein Projekt.

Rainer Viertlböck zieht einen kleinen Rollkoffer über die Steinplatten am Stacchus in München. Unter seinem freien Arm klemmt ein sehr langes Stativ. Er trägt aus Sicherheitsgründen einen Mundschutz, ins Mikrofon spricht er durch eine Plastiktüte. Dämpfende Bedingungen für Radioaufnahmen. Jeder leichte Windhauch ein Rumpeln.

Die ganze Woche war Fotograf Rainer Viertlböck schon im bayerischen Voralpenland unterwegs. “Ich war jetzt an mehreren Hotspots, touristischen Städten eigentlich, wie in Lindau, in Mittenwald, in Bad Tölz”, sagt Viertlböck, und fügt hinzu: “An Orten also, die man eigentlich nur crowded kennt, mit Touristen und Besuchern.”

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Rainer Viertlböck fotografiert meistens Architektur. Bei Aufträgen, bei denen es um Gebäude geht, muss er normalerweise die Zeiten abpassen, an denen die Gebäude leer sind, wie ganz in der Früh oder am Abend. Jetzt steht er Samstag um kurz nach 10 Uhr am Karlstor. Wo man sich sonst durch die Massen schieben muss, ist nun kaum jemand unterwegs. Trotz strahlenden Sonnenscheins.

Keine Touristen, vereinzelt Fußgänger. Einzelne Geräusche, die normalerweise untergehen, seltsam hervorgehoben, wie ein geschobenes Fahrrad. Wie vielen Kollegen ist auch Rainer Viertlböck ein Auftrag weggebrochen, die Zeit nutzt er jetzt für diese Fotoserie.

Das Stativ hat er schon positioniert. Dann befestigt er die Kamera darauf und fährt das Stativ, ein sogenanntes Hochstativ, in die Höhe. Gut drei bis vier Meter ragt es jetzt in die Luft. Mit seinem Handy bedient er die Kamera, die da in der Luft schwebt. Nach drei Schüssen holt er sie schon wieder ein. “Eigentlich arbeite ich sehr gezielt”, sagt er. “Ich würde sagen, ich nehme mindestens 90 Prozent der Bilder, die ich aufnehme, und überlege davor sehr genau, wie man das macht.”

Keine Luftaufnahme, aber eben doch eine ganz andere Perspektive als direkt vom Boden aus. Viertlböck nimmt das Hochstativ wieder unter den Arm. Nächstes Ziel Marienplatz. Vor der St. Michael Kirche bleibt Viertlböck plötzlich stehen. “Das ist so ein schönes Licht gerade… die Kirche… ich werde sie mit aufnehmen.”

Rainer Viertlböck will alle diese Orte nicht nur einmal fotografieren. Er will wiederkommen. Die Veränderungen einfangen. “Da werden viele Details sichtbar werden. Im Moment trägt hier kaum jemand Masken, ich denke, das wird sich ändern in den nächsten paar Wochen. Man wird diesen Zeitfortschritt wahrnehmen. Vielleicht wird’s auch noch leerer werden.”

Schon jetzt scheint der Marienplatz eingefroren. Kein Lärm stört das Glockenspiel am neuen Rathaus. Von den vereinzelten Spaziergängern bleibt nur ein Vater mit seinem Sohn stehen und schaut zu. In weitem Abstand eine Frau.

Das Stativ von Rainer Viertlböck ist schon längst wieder mehrere Meter in der Luft. “Häufig bei Bildern ist nicht das, was man zeigt und sieht, was die Aussage eines Bildes ausmacht. Oft ist es auch das, was man weiß. Eine eigenartig, stehengebliebene Welt. Wie so eine Zeitenscheide kommt mir das gerade vor.”

Schon jetzt scheint der Marienplatz eingefroren. Kein Lärm stört das Glockenspiel am neuen Rathaus. Von den vereinzelten Spaziergängern bleibt nur ein Vater mit seinem Sohn stehen und schaut zu. In weitem Abstand eine Frau.

Das Stativ von Rainer Viertlböck ist schon längst wieder mehrere Meter in der Luft. “Häufig bei Bildern ist nicht das, was man zeigt und sieht, was die Aussage eines Bildes ausmacht. Oft ist es auch das, was man weiß. Eine eigenartig, stehengebliebene Welt. Wie so eine Zeitenscheide kommt mir das gerade vor.”

Solange dieser Ausnahmezustand anhält, will ihn Viertlböck also weiter dokumentieren. Und obwohl es eine Ende des Projekts bedeutet, hofft auch er, dass dieser Stillstand bald wieder vorbei ist.

Solange dieser Ausnahmezustand anhält, will ihn Viertlböck also weiter dokumentieren. Und obwohl es eine Ende des Projekts bedeutet, hofft auch er, dass dieser Stillstand bald wieder vorbei ist.Eine bizarre Atmosphäre

Rainer Viertlböck fotografiert meistens Architektur. Bei Aufträgen, bei denen es um Gebäude geht, muss er normalerweise die Zeiten abpassen, an denen die Gebäude leer sind, wie ganz in der Früh oder am Abend. Jetzt steht er Samstag um kurz nach 10 Uhr am Karlstor. Wo man sich sonst durch die Massen schieben muss, ist nun kaum jemand unterwegs. Trotz strahlenden Sonnenscheins.

Keine Touristen, vereinzelt Fußgänger. Einzelne Geräusche, die normalerweise untergehen, seltsam hervorgehoben, wie ein geschobenes Fahrrad. Wie vielen Kollegen ist auch Rainer Viertlböck ein Auftrag weggebrochen, die Zeit nutzt er jetzt für diese Fotoserie.

Das Stativ hat er schon positioniert. Dann befestigt er die Kamera darauf und fährt das Stativ, ein sogenanntes Hochstativ, in die Höhe. Gut drei bis vier Meter ragt es jetzt in die Luft. Mit seinem Handy bedient er die Kamera, die da in der Luft schwebt. Nach drei Schüssen holt er sie schon wieder ein. “Eigentlich arbeite ich sehr gezielt”, sagt er. “Ich würde sagen ich nehme mindestens 90 Prozent der Bilder, die ich nehme, und überlege davor sehr genau, wie man das macht.”

Keine Luftaufnahme, aber eben doch eine ganz andere Perspektive als direkt vom Boden aus. Viertlböck nimmt das Hochstativ wieder unter den Arm. Nächstes Ziel Marienplatz. Vor der St. Michael Kirche bleibt Viertlböck plötzlich stehen. “Das ist so ein schönes Licht gerade… die Kirche… ich werde sie mit aufnehmen.”

Rainer Viertlböck will alle diese Orte nicht nur einmal fotografieren. Er will wiederkommen. Die Veränderungen einfangen. “Da werden viele Details sichtbar werden. Im Moment trägt hier kaum jemand Masken, ich denke, das wird sich ändern in den nächsten paar Wochen. Man wird diesen Zeitfortschritt wahrnehmen. Vielleicht wird’s auch noch leerer werden.”

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Eine bizarre Atmosphäre

Wichtig ist das, was man weiß

Dokumentierter Ausnahmezustand

Leere in den Städten – trotz strahlenden Sonnenscheins

Der Fortschritt der Zeit in Bildern

Die Welt im Zeichen von Corona: Bilder einer Zeitenscheide

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