Diese neue vegane Fleischalternative ist ein ökologischer und gesundheitlicher Durchbruch

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Immer mehr Deutsche essen weniger Fleisch oder ernähren sich vollständig vegetarisch oder vegan. Stattdessen konsumieren einige von ihnen gerne Fleischersatzprodukte aus Seitan, Tofu, Quorn, Weizeneiweiß und Ähnlichem. Derartige Alternativen können allerdings ebenfalls aus regionalem Obst und Gemüse gewonnen werden. Auf diese Weise wird die Umwelt geschont und die Gesundheit unterstützt.

Fleischersatz aus lokalen Pflanzen

Menschen, die wenig oder gar kein Fleisch zu sich nehmen, entlasten die Umwelt und schützen Tiere – und nebenbei auch die eigene Gesundheit. Doch der Geschmack von entsprechenden Ersatzprodukten soll natürlich stimmen. In Supermärkten und Onlineshops gibt es mittlerweile ein großes Spektrum an vegetarischen und veganen Fleischalternativen, die die Ernährungsumstellung und den fleischlosen Alltag erleichtern sollen, so das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Derartige Waren könnten in Zukunft aus regionalen Lebensmittelresten produziert werden.
Die Herstellung der Ersatzprodukte ist bislang teils umstritten, denn viele von ihnen werden aus Soja gewonnen. Für Sojaanbau wird jedoch bekanntlich der Regenwald abgeholzt. Darüber hinaus leiden immer mehr Menschen an einer Sojaallergie. Speziell bei Veganern kann außerdem ein Mangel an gewissen Vitaminen auftreten, die meist gar nicht oder nur minimal in den Fleischalternativen vorkommen.

Fleischverzehr birgt gesundheitliche Nachteile

Eine Forschungsarbeit der Hochschule Hamm-Lippstadt in Nordrhein-Westfalen hat kürzlich zu der Erkenntnis geführt, dass Fleischersatz wunderbar aus heimischen Reststoffen der Getränke- und Nahrungsmittelherstellung gewonnen werden kann, beispielsweise aus Apfel-, Karotten- und Zwiebelresten. Laut den Daten soll dieser Mix essenzielle Vitamine besitzen und hervorragend schmecken. Die Nährwerte, Konsistenz und das „Mundgefühl“ sollen den Angaben zufolge übrzeugen – und sogar mit dem tierischen Original mithalten können. Das Projekt wird von der DBU fachlich und finanziell unterstützt.
Da die Herstellung und der Verzehr tierischer Produkte aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen immer stärker in der Kritik stehen, sind geeignete Alternativen ein relevantes Thema. Der übermäßige Konsum von Fleisch birgt zahlreiche gesundheitliche Gefahren. Wissenschaftliche Studien haben beispielsweise nachgewiesen, dass rotes Fleisch das Risiko für Krebs und kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen kann. Eine relativ neue Untersuchung aus den USA hat zudem dargelegt, dass bereits zwei Portionen Fleisch pro Woche die Lebenserwartung reduzieren. Die Studie wurde im Fachblatt „JAMA Internal Medicine“ vorgestellt.

Bewusstsein wächst

Der DBU zufolge sei in Deutschland nach und nach ein neues Bewusstsein entstanden, was den Konsum von Tierprodukten betrifft. Aktuelle Daten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zeigen, dass sechs Prozent der Deutschen bereits vegetarisch oder vegan leben – und es werden immer mehr. Viele Personen schränken darüber hinaus ihren Fleischverzehr ein. Dieser Trend entging auch den Nahrungsmittelproduzenten nicht, sodass mittlerweile zahlreiche vegetarische und vegane Alternativen die Supermarktregale füllen.
Die Vielfalt ist groß, doch einige der Produkte werden aus Soja hergestellt. Für dieses wird in den Anbauländern Regenwald abgeholzt und oftmals auch Pestizid verwendet. Darüber hinaus kommt in Soja kein Vitamin B12 vor, denn das findet man fast ausschließlich in Tierprodukten. Dem WWF zufolge werden 80 Prozent der Sojabohnen, für deren Anbau Regenwald gerodet wird, anschließend zu Schrot verarbeitet und als Futtermittel für Tiere genutzt.
Laut der Albert Schweitzer Stiftung achtet die Mehrzahl der Hersteller der in Deutschland verfügbaren Sojaprodukte zudem auf einen möglichst nachhaltigen Anbau ohne Gentechnik. Das verwendete Soja stammt meist aus der EU, sowie China und Nordamerika, sodass dafür niemand ein Stück Regenwald auf dem Gewissen hat.
Vitamin B12 ist für diverse Prozesse im menschlichen Körper von Bedeutung. Veganer sollten ihren Bedarf mit Nahrungsergänzungsmitteln decken. Auch ein Vitamin-D-Mangel ist keine Seltenheit, da es durch die Nahrung nur über tierische Produkte aufgenommen werden kann.

Vegane Vitamin- und Eiweißquelle

Die Hochschule Hamm-Lippstadt, das Quh-Lab Lebensmittelsicherheit (Siegen) und Oltmer Food Consulting (Edewecht) feilen jetzt zusammen an einem Fleischersatz, der regional hergestellt wird und die erwähnten Vitamine mitbringt. Mit speziellen Pilzen sollen Obst- und Gemüsereste fermentiert werden. UV-Licht sorgt dann dafür, dass eine in den Pilzen vorkommende natürliche Substanz zu Vitamin D2 umgewandelt wird.
Daneben wird dem neuen Produkt mithilfe von Mikroorganismen auf natürliche Weise Vitamin B12 hinzugefügt. Somit entsteht eine vegane Biomasse reich an Vitaminen und Eiweiß, die zu Fleischalternativen weiterverarbeitet werden kann.

Warum ein Vitamin-B12-Mangel so fatal ist und wie Sie diesen erkennen können, erfahren Sie hier:

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Vegan ja, aber richtig

Laut den Angaben hat sich die Biomasse im Labor bereits bewiesen, sodass nun die Umsetzung im Produktionsmaßstab organisiert wird. Dies soll zunächst in einem sogenannten Fermenter mit zwischen 40 und 50 Litern Fassungsvermögen erfolgen.
Eine Hürde sei dabei die Einführung einer uniformen Methode — auch wenn die beteiligten Pilze abweichende Bedürfnisse haben, wenn es um Sauerstoffgehalt und Temperatur geht. Zum Projektende soll nun nicht nur eine Ökobilanz, sondern eine stabile und kostengünstige Herstellung im Fermenter mit 500 Litern Fassungsvermögen für das weitere Skalieren ermittelt werden.
Die neue Fleischalternative soll für Veganer die Versorgung mit lebensnotwendigen Vitaminen sicherstellen und Reststoffe sinnvoll verwerten. Darüber hinaus eröffnet sich damit die Chance lange Transportwege zu umgehen und den regionalen Raum zu nutzen – hier werden viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

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