Dynamisches Festival: Münchner Biennale trotzt Corona – Top News

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Dass die Biennale bei vielen Produktionen Kooperationspartner mit an Bord hat, spiele dabei eine wichtige Rolle: “Wir arbeiten mit anderen Opernhäusern und Festivals, etwa in Wien oder Berlin, zusammen.

Und angesichts der momentanen Lage haben wir beschlossen, auf unser Uraufführungsrecht zu verzichten.

Das bedeutet, wenn jetzt beispielsweise im Herbst eine Produktion an der Deutschen Oper in Berlin rauskommen könnte – dann sagen wir: Das ist unsere Premiere!”

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Die Theater sind geschlossen, die Münchner Biennale startet trotzdem.

Eine Absage kam für das Musiktheaterfestival nicht in Frage.

Kunst sei in der Krise unverzichtbar.

Für die meisten Produktionen heißt es allerdings erstmal: Warten statt starten.

Dynamisch, mobil und flexibel.

Das sind Eigenschaften, mit denen sich normalerweise Mitarbeiter des Monats schmücken.

Oder Viren.

Neuerdings aber auch die Münchner Biennale – seltenes Beispiel eines Festivals (und einziges Beispiel eines Musiktheaterfestivals), das trotz Corona an den Start geht.

Besser gesagt: An den Start gehen kann – eben weil es so dynamisch, mobil und flexibel ist, wie Manos Tsangaris betont, der das Festival zusammen mit Daniel Ott leitet.

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Dazu hat sich die Biennale ein Thema gewählt, das wie erdacht scheint für die aktuelle Situation: “Point of NEW Return”.

Tsangaris betont zwar, dass die Entscheidung für dieses Thema lang vor Corona gefallen sei.

Dennoch berühre es Fragen, die sich auch im Zusammenhang mit der derzeitigen Pandemie stellten.

Vor allem die Frage: Was kann Kunst in der Krise? – Stichwort: Systemrelevanz.

Womit in diesem Fall mal nicht ihre Lagerfeuerqualitäten gemeint sind, sondern ihre Fähigkeit, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen: Fantasie statt Fatalismus, “new return” statt “no return”.

Zum Glück nicht alleine

Was kann Kunst in der Krise?

Szenarien kollektiver Verunsicherung

Nah an der Realität gebaut

Nur Streaming ist auch keine Lösung

Glücklich, wer in diesen Zeiten einen Partner hat.

Oder besser noch mehrere.

Biennale mobil – das heißt: Wo und wann immer die Hygieneregeln gelockert werden, da wittert das Festival seine Chance.

Zwar war der offizielle Auftakt schon am Freitag, für die meisten Produktionen heißt es jedoch erstmal: Warten statt starten.

Arbeiten, die in den nächsten zwei Wochen in München hätten stattfinden sollen, erleben ihre Uraufführung nun anderswo, verteilt über die nächsten Monate.

Ob zuerst in München, Halle oder Berlin, entscheidet das Virus.

Ein Spielplan so dynamisch und flexibel wie die Pandemie.

Oder der deutsche Föderalismus.

Die Theater sind geschlossen, die Münchner Biennale startet trotzdem.

Eine Absage kam für das Musiktheaterfestival nicht in Frage.

Kunst sei in der Krise unverzichtbar.

Für die meisten Produktionen heißt es allerdings erstmal: Warten statt starten.

Gleich ein paar Produktionen spielen Szenarien kollektiver Verunsicherung durch.

Beispielsweise das Projekt “Opera, Opera, Opera!” von Thomas Köck und Ole Hübner, das ein postapokalyptisches Setting wählt: das leere Opernhaus.

Bekanntlich wurde diese Theaterfantasie von der Wirklichkeit eingeholt, die Premiere steht daher noch in den Sternen.

Anders bei der Adaption von “M – eine Stadt sucht einen Mörder” von Cathy van Eck und Schorsch Kamerun.

Thema: Eine Stadt am Rande des Nervenzusammenbruchs, getrieben von der Angst vor einer unsichtbaren Bedrohung.

Eigentlich als Konzertinstallation im Münchner Residenztheater geplant, wird nun ein Hörspiel daraus.

Premiere am Donnerstag.

Auf Bayern 2 und der BR Kulturbühne.

Tsangaris ist überzeugt: “Gerade in der Freiheit zu experimentieren, liegt das Entwurfspotenzial der gesamten Menschheit.

Wir haben Probleme – wir versuchen Lösungen zu finden.

Insofern ist eine Münchner Biennale ein Versuchslabor und inwieweit wir dann zu Lösungen oder Modellvorschlägen kommen, das werden wir sehen.

“Das ist sozusagen der Point of NEWS Return”, erklärt Tsangaris schmunzelnd: “Das Prinzip ist: Sie rappen News.

Da wird das, was uns global alle im Moment betrifft, sicherlich vorkommen.

Und Sie können sich vorstellen: Westafrika hat mit solchen Problematiken in den letzten Jahren nochmal ganz anders zu tun gehabt, als wir hier in Deutschland.

Die zweite Produktion, die wie ursprünglich geplant zum Biennaleauftakt startet, ist von allen Arbeiten wahrscheinlich am nächsten an der Realität gebaut: “Journal Rappé” – ein satirischer Nachrichtenpodcast aus Westafrika mit den senegalesischen Rappern Keyti und Xuman.

Dynamisches Festival: Münchner Biennale trotzt Corona

Der Newsrap, der eigentlich auf einer Bühne im Muffatwerk hätte stattfinden sollen, läuft seit Freitag allabendlich im Stream.

Eine Lösung, die, bei aller Lust am Formatexperiment, für die meisten der Produktionen jedoch nicht in Frage komme, so Tsangaris: “Wir glauben, dass das Musiktheater etwas ist, das schon auch mit der physisch realen Präsenz von Menschen zusammenhängt.

Es braucht ein Publikum, egal wie groß oder klein es ist.

Die Lagerfeuerfunktion der Plexiglasscheiben, auf die wir klopfen können, ist dann doch etwas ziemlich Beschränktes.

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