“Ehre ist ein Wort, das ich lange nicht mehr hören will” – Top News

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Olli Waldhauer (zögert): Schwierig .

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auch.

Also, gut und schwierig zugleich.

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Natürlich muss man immer darauf achten, dass man nicht zum Erfüllungsgehilfen wird.

Das war uns immer und von Anfang an klar und auch sehr wichtig, eine Haltung zu bewahren.

Auf der anderen Seite: Wenn man mit verschränkten Armen kommuniziert, kann man nicht davon ausgehen, dass das Gegenüber etwas aus seinem Leben preisgibt.

Also war es ein schmaler Grat zwischen Offenherzigkeit und Distanz.

Und was waren Ihre Ängste und Sorgen?

Die Musiker werben für Ihren Film.

Judith Heitkamp: Sie lassen einen Ihrer Protagonisten so nett davon erzählen, dass es in einem Gangster-Leben ohne Opfer halt nicht geht, ohne ab und zu ein paar Leichen … nach langer Zeit mit den fünf Protagonisten – wie war das Verhältnis?

Noël und ich haben zu dem Zeitpunkt beide in Berlin Kreuzberg gelebt, Noël wohnt da immer noch, ich nicht mehr.

Das waren die Leute, die neben uns wohnen, unsere Nachbarn, deren Kinder mit unseren auf dem Spielplatz spielen.

Es wird immer nur über diese Menschen geredet, niemals hat jemand mit diesen Menschen gesprochen.

Wir wollten etwas machen, was nicht Spiegel TV ist, nicht Boulevard-Journalismus, nicht mit Kameras in Gerichtssäle rennen.

Was wir gemacht haben über drei Jahre: Wir haben mit diesen Jungs über unsere Ängste und Sorgen gesprochen, auch in Bezug auf sie selbst.

Und deshalb haben sie mit uns über ihre Ängste und Sorgen gesprochen.

Das war ein Geben und Nehmen.

Sie haben uns interessiert, auf Augenhöhe.

(Lacht) Bei uns jetzt nicht, ich weiß nicht, wie es bei anderen aussieht.

Aktuelle Debatten, neue Filme und Ausstellungen, aufregende Musik und Vorführungen .

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Die Dokumentarfilmer Olli Waldhauer und Noël Dernesch haben drei Jahre lang Männer aus kriminellen Clans und ihrem Umfeld begleitet.

Große Autos, schwere Jungs, Gangsta-Rap, Schattengesellschaft: Clan-Kriminalität, das ist fast schon ein eigenes Narrativ.

Die beiden Filmemacher Noël Dernesch und Olli Waldhauer wollten es genauer wissen.

Sie schafften es, in Berlin und Essen Kontakte in die Szene zu knüpfen.

Drei Jahre lang haben sie fünf Männer für ihren Dokumentarfilm “Another Reality” begleitet.

Beim Dok.

Fest München gab es den KinoKino Publikumspreis von BR und 3SAT dafür.

Warum wollten Sie die echte Geschichte erzählen?

Kann man reich und berühmt werden als Protagonist in einem Dokumentarfilm?

Die BR KulturBühne – ein Platz für Konzerte, Events, Debatten und auch großes Vergnügen.

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Wie haben Sie es empfunden?

Ich habe wirklich viele Leute kennengelernt, die etwas Ähnliches nicht wollen.

Ich habe aber auch Leute kennengelernt, die für nichts garantieren können, wenn sie für ihre Familie eintreten müssen.

Der kluge Menschenverstand der Protagonisten sagt: “Wir wollen das nicht.

” Die Familienbande, das Familienband, nenne ich es mal lieber, kann aber dazu zwingen, Teil einer solchen Situation zu sein.

Weil ich einfach glaube, dass ein Filmemacher die Filmsprache benutzen sollte, die ihm liegt.

Noël und ich, wir stehen auf große, starke Bilder, wir stehen auf cineastische Bilder.

Wir mögen es groß.

Der Inhalt hat sich ja gut zusammengefügt mit den Bildern.

Aber wir haben die visuelle Sprache nie gewählt, um etwas zu erhöhen oder zu vergrößern, sondern da geht es um einen eigenen visuellen Anspruch.

Treuherzig oder reflektierend?

Hat sich diese Befürchtung während der Recherchen als begründet erwiesen?

Als Filmemacher haben Sie Wert auf starke Bilder gelegt.

Nicht dieselbe, aber auch nicht so weit weg von der Bildsprache in Hiphop-Clips.

Und andere Momente gab es ja auch – ein treuherziges “Ich hätte das nicht machen sollen” oder: “Es wäre viel schöner, wenn ich jetzt über meine Karriere als Mediziner reden könnte und nicht über meine Karriere als Gangster .

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“?

Meine Ängste und Sorgen sind, dass Auseinandersetzungen dieser Clan-Familien in den öffentlichen Raum getragen werden, wie es in Berlin am Tempelhofer Feld passiert ist, dass an einem Sonntag einfach mittags Leute erschossen werden.

Das sind meine Ängste! Dass ich, meine Familie, die Leute, die ich liebe, die ich mag, in Mitleidenschaft gezogen werden von Auseinandersetzungen, mit denen wir nichts zu tun haben.

Also das Schönste, was ich heute gesehen habe: Kianush – ich weiß nicht warum, er hat lange nichts zu diesem Film gesagt – hat ein Posting gemacht bei Instagram und sagt da: “Es ist nicht nur ein Dokumentarfilm, es ist ein Teil unseres Lebens.

” Wenn die das so sehen, dann fühle ich mich berührt und bin dankbar, dass wir Teil dieses Lebens sein durften.

Das schnelle Geld ist nur einen Anruf entfernt – das Gefängnis auch.

Die Dokumentarfilmer Olli Waldhauer und Noël Dernesch haben drei Jahre lang Männer aus kriminellen Clans und ihrem Umfeld begleitet.

Nee, tatsächlich nicht.

Wir waren schon mit Sinan in Kontakt, als er noch im Gefängnis gesessen hat.

Das entwickelte sich bei ihm, glaube ich, zeitgleich – “Dogs of Berlin” und wir.

Uns war immer wichtig, dass wir nicht ein Narrativ erzählen, das erfunden ist, sondern die echte Geschichte.

Dass im wirklichen Leben nicht alle jeden Tag bis unter die Zähne bewaffnet sind und nicht jeden Tag jemand durch die geschlossene Tür erschossen wird.

Und dass das wirkliche Leben auch sehr eintönig und langweilig sein kann.

Jeden Tag ins Fitness-Studio gehen und jeden dritten Tag zum Friseur – ist nicht wirklich aufregend.

Zwischen Kriminalität auf der einen und schlechten Startbedingungen auf der anderen Seite ist Musik, Hiphop, gleich für mehrere Männer im Film geradezu die Exit-Strategie schlechthin.

Wieso?

Ist auch eine Art Glamour der eigenen Rolle dabei? Einer Ihrer Protagonisten hat während der Zeit die Rolle eines Clanchefs in der Netflix-Serie “Dogs of Berlin” gedreht.

Hat das für Sie eine Rolle gespielt?

Ja, Loyalität.

Ehrenkodex.

Genau.

Ehre.

Und Ehre ist auch das Wort, das wissen die Jungs auch genau, Ehre ist das Wort, das ich für lange Zeit nicht mehr hören will.

Weil Ehre immer dann als Wert gezogen wird, wenn die eigene Zündschnur relativ kurz ist.

Es ist schwierig, dass man dieses Wort immer als Rechtfertigung benutzt.

Also in dem Moment war es wirklich, glaube ich, klar reflektierend.

Es war das allerletzte Gespräch mit diesem Mann nach drei Jahren.

Wir haben die Verbindung aufgebaut und wie man in dem Film sieht, haben wir auch das ein oder andere miteinander erlebt, auch am Rande der Legalität für die Jungs – ich erinnere nur an die Kiosk-Szene, wo das Geld abgeholt wurde – und dies war das allerletzte Interview.

Unsere klare Frage war, wie er sich seine Zukunft vorgestellt hatte oder hätte.

Ich glaube, er hat sehr, sehr ehrlich geantwortet .

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natürlich auch immer mit einem romantischen Gedanken.

Denn er hat sich diesen Weg selber verbaut, den hat ihm kein anderer verbaut, sondern er hätte es anders haben können.

Ehrenkodex, unbedingte Solidarität, Männerwelt?

Der Film “Another Reality”, ausgezeichnet mit dem KinoKino-Publikumspreis, kann noch bis 7.

Juni auf Kino-Flimmern.

de gestreamt werden, wann er in die Kinos kommt, ist noch unklar.

Das ist ihre Plattform um von ihrem Leben oder dem Leben, was sie gerne hätten, zu erzählen.

Ich glaube, die wenigsten könnten oder möchten ein Buch zu schreiben oder Zeitungsartikel zu verfassen.

Hiphop ist ihre Art und ihre Plattform, ihre Geschichte zu erzählen, natürlich auch geprägt von den amerikanischen Wurzeln, Musik aus den Ghettos …

“Ehre ist ein Wort, das ich lange nicht mehr hören will”

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