Einblicke in die Reihen der “Corona-Rebellen” – Top News

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Die Polizei sieht das jedoch anders.

Am Martin-Behaim-Gymnasium ist der Ausflug dann beendet, das USK kesselt die “Spaziergänger” ein.

Ein schwergewichtiger Mann protestiert besonders energisch.

Vor einer Woche lief er bei einer Corona-Demonstration mit dem Grundgesetz in der Hand umher.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Er war einer der Teilnehmer des Neonazi-Fackelmarsches am Reichsparteitagsgelände Anfang vergangenen Jahres.

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Um 14.

45 Uhr kommt erstmals Unmut unter den sogenannten Corona-Rebellen auf.

Die Polizei teilt über den Lautsprecherwagen mit, dass sich nun 568 Personen innerhalb der Absperrung befinden, erlaubt sind 500.

Das USK (Unterstützungskommando) versperrt den Neuankömmlingen den Weg, die Beamten ernten Pfiffe und Buhrufe.

Als eine Organisatorin den von der Kundgebung Ausgesperrten empfiehlt, sich einer anderen Kundgebung anzuschließen, ertönen die ersten Sprechchöre.

“Widerstand” ist zu hören und “Wir sind das Volk”.

Nun setzen sich einige in Bewegung und wollen zur nächsten Kundgebung ziehen, spätestens jetzt haben sie das Abstandsgebot ausgehebelt.

In den abgeschotteten Chatgruppen war zuvor immer wieder behauptet worden, dass ein “Spaziergang” ja erlaubt sei.

Hunderte Menschen haben in Nürnberg gegen die Corona-Regelungen protestiert.

Bei einigen Teilnehmern ist deutlich eine Mischung aus Frust und Gewaltbereitschaft zu spüren.

Eindrücke vom Protest der sogenannten Corona-Rebellen.

Um kurz nach 14 Uhr – anderthalb Stunden vor dem offiziellen Beginn der Kundgebung – ist die Welt für die Corona-Gegner noch in Ordnung.

An der Meistersingerhalle steht ein weißhaariger Mann jenseits der 70 und intoniert auf einer Blockflöte eine schräge Version von Vangelis‘ “Conquest of Paradise”.

Der Platz füllt sich rasch, in diversen Chatgruppen haben die Organisatoren Unterstützer mobilisiert.

!

Versammelt sind neben Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern auch bekannte Neonazis und Hooligans.

Der BR konnte Zugang zur internen Chatgruppe der Organisatoren mit wenigen ausgesuchten Teilnehmern bekommen, dort wurde im Vorfeld über die Mitnahme eines Baseballschlägers als “Meinungsverstärker” diskutiert.

Offenkundig bewaffnet ist dann aber niemand der Teilnehmer.

Chat: Baseballschläger als “Meinungsverstärker”

Absprachen in abgeschotteten Chatgruppen

Polizei kesselt “Spaziergänger” ein

Einige Corona-Rebellen tragen eine Gesichtsmaske, doch sie sind in der Minderheit.

Viele klatschen sich zur Begrüßung ab oder umarmen sich, das Abstandsgebot scheint sie nicht zu interessieren.

Schließlich öffnet das USK den Kessel und lässt kleine Gruppen zur zweiten Kundgebung auf der Wöhrder Wiese laufen.

Dort ruft ein Redner: “Liebe Bundesregierung, wir sind nicht mehr euer Volk.

Ab jetzt sind wir Freiheitskämpfer!” Er erntet Beifall.

Hunderte Menschen haben in Nürnberg gegen die Corona-Regelungen protestiert.

Bei einigen Teilnehmern ist deutlich eine Mischung aus Frust und Gewaltbereitschaft zu spüren.

Eindrücke vom Protest der sogenannten Corona-Rebellen.

Besonders beliebt ist Telegram auch bei der rechte Szene.

Dort fühlen sich die Akteure sicher, da sie davon ausgehen, dass Telegram nicht gegen extremistische Inhalte vorgeht.

Der BR hat die Gruppen im Chatprogramm Telegram seit Mitte April ausgewertet und beobachtet.

Anfangs befanden sich lediglich 30 Nutzer in der Chatgruppe der “Corona Rebellen Nürnberg und Region”, mittlerweile zählt diese über 700 Teilnehmer.

Diese Szene vernetzt sich deutschlandweit in solchen Telegram-Chatgruppen, die nach Bundesländern, Regionen und Städten aufgeteilt sind.

In einer bayerischen Chatgruppe sind derzeit rund 5.

000 Nutzer.

Einblicke in die Reihen der “Corona-Rebellen”

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