Eine Woche Ausgangsbeschränkung: Hält Bayern sich dran? – Top Meldungen

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Seit einer Woche gilt in Bayern die Ausgangsbeschränkung. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden. Doch halten sich die Menschen im Freistaat überhaupt daran? Eine vorläufige Bilanz.

In Zeiten von Corona, in denen schlechte Nachrichten überwiegen, hat der Sprecher der Münchener Polizei, Markus da Gloria Martins, eine gute Nachricht: Ja, die allermeisten Leute hielten sich an die Ausgangsbeschränkung, sie hätten verstanden, um was es gehe, so Martins.

Ähnliche Erfahrungen haben Polizeibeamte in ganz Bayern gemacht. Laut den zehn bayerischen Polizeipräsidien kommt es zu wenigen und eher kleinen Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkung. Etwa, dass Menschen zu dritt oder viert im Gespräch zusammenstehen oder, dass Freunde und Nachbarn sich unerlaubterweise gegenseitig besuchen. Begangen werden die Verstöße von allen Altersschichten. Nur im Gebiet des Polizeipräsidiums Mittelfranken gehen rund 80 Prozent der Verstöße auf das Konto von jungen Männern im Alter zwischen 21 und 30 Jahren.

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Die Polizei betont aber: Angesichts der hohen Infektionszahlen sei jeder Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkung einer zu viel. In der letzten Woche haben alle bayerischen Polizeipräsidien ihre Kontrollen deutlich verstärkt – mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei. Wie in München, wo derzeit täglich zwischen 5.000 und 6.000 Kontrollen durchgeführt werden. Angezeigt werden hier jeden Tag rund 100 Verstöße.

Viele Hinweise kommen aus der Bevölkerung, wie Markus da Gloria Martins erklärt. Das dürfe man aber nicht in die Denunziantenecke stellen, wie im Internet zum Teil vorgeworfen würde. Dies seien Menschen, die sich Sorgen machen. “Wir bringen alle momentan sehr, sehr große Opfer. Dementsprechend ist das Unverständnis bei all jenen, die sich daran halten, für Menschen, die sich augenscheinlich nicht daran halten, sehr groß”, so der Pressesprecher.

Ein Problem sind Motorrad- und Autofahrer, die reine Vergnügungsfahrten machen – was übrigens laut Ausgangsbeschränkung nicht erlaubt ist, und Bergsportler. Im Allgäu etwa hat die Bergwacht vergangene Woche eine große Gruppe entdeckt, die sich dicht an dicht am Gipfel drängte.

Bürgermeister, Bergwachten und der Deutsche Alpenverein bitten darum, derzeit nicht in die Berge zu gehen. Nicht nur, um sich bei stark frequentierten Ausflugszielen selbst vor einer Corona-Infektion zu schützen. Es gehe vor allem darum, das medizinische System und das Rettungswesen zu entlasten, wie Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein erklärt. Denn jeder Bergnotfall binde die Kapazitäten von Rettungskräften, die derzeit noch wichtiger sind, also sonst ohnehin schon. Noch dramatischer sei die Situation, wenn ein Wanderer, der in Not gerät, mit Corona infiziert sei.

Ob die Ausgangsbeschränkung verlängert wird, steht noch nicht fest. Für Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sind die nächsten zwei Wochen entscheidend. Man müsse genau schauen, wie sich die Zahl der Infizierten und der intensiv behandlungsbedürftigen Patienten entwickelt. Im Moment habe man den Eindruck, dass sich die Zahlen der täglich neu Infizierten einigermaßen stabilisiert habe, so Herrmann. Sollte das zutreffen, könnte es mit der Ausgangsbeschränkung in absehbarer Zeit vorbei sein.

Herrmann sagt aber auch ganz klar: Sollte sich die Situation in Bayern mehr wie in Italien entwickeln, dann müssen Maßnahmen eher verlängert werden oder die Zügel noch stärker angezogen werden. Im Moment bleibt also nur eines: Abwarten und zuhause bleiben.

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Wenige, eher kleine Verstöße

Jeder Verstoß ist einer zu viel

Hinweise aus der Bevölkerung

Auf Bergtouren verzichten

Herrmann: Auf Corona-Entwicklung schauen

Eine Woche Ausgangsbeschränkung: Hält Bayern sich dran?

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