EU legt Leitlinien für nachhaltigere Landwirtschaft vor – Top News

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Einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung soll künftig die Landwirtschaft leisten.

Was genau, das ist in der “Farm-to-Fork” oder auf Deutsch “Vom Hof-auf-den-Teller” Strategie festgeschrieben.

Darin ist ein ganzes Bündel an Maßnahmen angedacht.

Die zwei, die die Arbeit der Landwirte auf den ersten Blick am stärksten betreffen: Sie sollen weniger düngen und weniger spritzen dürfen.

Was bisher in Deutschland nur für sogenannte Rote Gebiete gilt – also Gebiete in denen das Grundwasser mit zu viel Nitrat belastet ist – soll dann für gesamt Europa gelten.

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Bauern dürfen Flächen nur noch 20 Prozent unter dem errechneten Bedarf düngen.

Weniger Pestizide, Kunstdünger und Antibiotika.

Außerdem soll ein Viertel der landwirtschaftlichen Fläche von Biohöfen bewirtschaftet werden.

Das sieht die neue EU-Leitlinie vor, die nun vorgestellt wurde.

Aber die Maßnahmen sind umstritten.

Die EU-Kommission hat ihre neue Leitlinie für eine nachhaltigere Landwirtschaft vorgestellt.

Hintergrund ist der sogenannte “Green Deal”, der vorsieht die Treibhausgas-Emissionen der EU bis 2050 auf Null zu senken und Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen.

Das erfordert eine Reihe von Maßnahmen, die vor allem die Energieversorgung, den Verkehr aber auch die Land- und Forstwirtschaft betreffen.

Auch dem Artensterben hat die neue Kommission, die seit November 2019 im Amt ist, den Kampf angesagt.

In ganz Europa geht die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen zurück.

Besonders dramatisch ist die Situation bei vielen Insekten und Feldvögeln.

Das soll unter anderem dadurch erreicht werden, dass der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen in der EU deutlich gesteigert wird – von momentan rund acht Prozent auf dann 25 Prozent.

Zum Vergleich: In Deutschland lag der Anteil des Ökolandbaus 2018 bei gut neun Prozent.

Andere Länder sind schon viel weiter.

In Österreich zum Beispiel werden 26 Prozent der Flächen ökologisch bewirtschaftet.

“Vom Hof-auf-den-Teller”-Strategie

Bauernverband hält Regelungen für teils umweltschädlich

Ökobauern erhoffen sich Zeitenwende der EU-Agrarpolitik

Änderungen sind auch bei der Tierzucht geplant.

So soll der Verkauf von Antibiotika, die für Nutztiere bestimmt sind, um 50 Prozent reduziert werden.

Ähnlich sieht es beim Pflanzenschutz aus.

Auch dort plant die EU-Kommission weitreichende Einschnitte: 50 Prozent weniger Pflanzenschutzmitteleinsatz bis zum Jahr 2030.

Bei einer generellen Unterdüngung von Felder führt Heidl sogar Probleme für die Umwelt an: “Wenn wir zum Beispiel die Zwischenfrucht nicht andüngen dürfen, damit sie sich gut entwickelt, dann haben wir die humusbildende Wirkung nicht, wir haben den Erosionsschutz nicht über den Winter, wir haben die Unterdrückung von Unkraut nicht, also hier kann man mit Verzicht auf Düngung auch kontraproduktiv im Sinne der Umwelt handeln und genau das müssen wir vermeiden.

Weniger Pestizide, Kunstdünger und Antibiotika.

Außerdem soll ein Viertel der landwirtschaftlichen Fläche von Biohöfen bewirtschaftet werden.

Das sieht die neue EU-Leitlinie vor, die nun vorgestellt wurde.

Aber die Maßnahmen sind umstritten.

Walter Heidl, der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, stellt sich nicht grundsätzlich gegen Veränderungen.

Was er allerdings ablehnt, sind pauschale Reduzierungsziele.

Diese sind aus seiner Sicht kontraproduktiv.

Im Bereich der Pflanzenschutzmittel würde eine pauschale Reduzierung seiner Meinung nach dazu führen, dass etwa Pilzkrankheiten im Getreide nicht mehr bekämpft werden könnten und die Ernte in Teilen durch Unkrautbewuchs deutlich erschwert würden.

Für Joachim Rukwied, den Präsidenten des deutschen und des europäischen Bauernverbands, ist die Strategie “Farm to Fork” der falsche Weg.

Er bezeichnet ihn als Generalangriff auf die gesamte europäische Landwirtschaft.

Sollten die Pläne umgesetzt werden, befürchtet Rukwied eine Abwanderung der europäischen Lebensmittelproduktion in Drittstaaten und die Aufgabe einer großen Zahl an landwirtschaftlichen Betrieben in der Europäischen Union.

Ökolandwirt Josef Bauer, Vorstand der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern, erhofft sich von der neuen EU-Strategie dagegen eine Zeitenwende in der EU-Agrarpolitik.

Gerade für den Klimaschutz könne der Ökolandbau einen großen Beitrag leisten.

Heidl fordert bei allen Veränderungsplänen der EU-Kommission, dass die Landwirte als Partner ernst genommen und ihnen faire Rahmenbedingungen gegeben werden.

In der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, wie wichtig regionale Wertschöpfungsketten sind.

Was Josef Bauer zu bedenken gibt: für alle Landwirte bedeuten die angedachten Umstellungen eine große Herausforderung.

Zwar gebe es durch die Erfahrungen der schon aktiven Biolandwirte eine Art Blaupause, aber, so Bauer, ohne Subventionen werde eine Umstellung nicht klappen.

EU legt Leitlinien für nachhaltigere Landwirtschaft vor

Die jetzt vorgestellte “Farm-to-Fork”-Strategie kann als Art “Regierungserklärung” der Kommission interpretiert werden.

Was von den Plänen tatsächlich umgesetzt wird, ist offen.

Denn alle Vorhaben müssen mit den 27 Mitgliedsstaaten der EU und mit dem europäischen Parlament abgestimmt werden.

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