Forschungsprojekt: Wie Kitze vor dem Mähbalken retten? – Top News

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Denn die Jungtiere laufen bei Gefahr nicht weg, sondern ducken sich instinktiv noch mehr in die Deckung hinein, damit der Fuchs sie nicht findet.

Weil sie in den ersten Lebenswochen fast nicht gerochen werden können, geht diese Strategie in vielen Fällen auf.

Gegen den Mähbalken hilft sie aber nicht.

Deshalb sterben in Bayern jedes Jahr tausende Kitze.

Wenn man Hasen, Vögel, Mäuse oder Maulwürfe mitrechnet, liegt die Zahl getöteter Tiere weit höher.

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Wenn die Landwirte im April und Mai ihre Wiesen mähen, sterben in Bayern jedes Jahr mehre tausende Kitze unter den Mähmaschinen.

Ein Forschungsprojekt will jetzt herausfinden, wie man die Kitze am besten aufspüren und retten kann.

Rehmütter legen ihre Kitze nach der Geburt im Frühjahr zu 20 Prozent im Wald ab, zu 80 Prozent in der Wiese, weil das hohe Gras gute Deckung bietet.

Dort haben Landwirte beim Mähen kaum eine Chance, die versteckten Rehkitze rechtzeitig zu entdecken.

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Gerade hat ein dreijähriges Forschungsprojekt der TU München gemeinsam mit den Landesanstalten für Landwirtschaft, Wald und Forstwirtschaft begonnen, das herausfinden soll, wie man die Kitze am besten vor dem Mähtod retten kann.

Dabei wird zum einen das Verhalten der Rehe und ihrer Kitze untersucht, zum anderen getestet, mit welchen Methoden die Helfer die Kitze in der Wiese ausfindig machen können, bevor der Bauer mäht.

Tiere müssen gerettet werden

Das Kitz in der Wiese ist die Nadel im Heuhaufen

Methode 1: Die Drohne

Methode 2: Infrarotsensoren

Methode 3: Vergrämen und Scheuchen

Eignung der Techniken

Geschicktes Mähen kann weitere Kitztode verhindern

Laut dem Tierschutzgesetz und den Gerichten dürfen keine Kosten gescheut werden, um unnötiges Leiden von Wildtieren zu vermeiden.

Abgesehen davon schadet ein Tierkadaver im Futter den Rindern oder Schafen, sie können sogar daran sterben (Botulismus).

Außerdem ist es für Landwirte eine Belastung, wenn sie nach dem Mähen tote oder verletzte Kitze in der Wiese finden.

Wenn die Landwirte im April und Mai ihre Wiesen mähen, sterben in Bayern jedes Jahr mehre tausende Kitze unter den Mähmaschinen.

Ein Forschungsprojekt will jetzt herausfinden, wie man die Kitze am besten aufspüren und retten kann.

Der Nachteil: Auf dem Bildschirm ist das Kitz nur als roter Fleck zu erkennen, solange die Umgebungstemperatur kühl ist, also zwischen fünf und acht Uhr morgens.

In dieser Zeit schafft ein erfahrener Drohnenpilot nicht viel mehr als 20 Hektar, ein moderner Traktor mäht pro Tag aber 100 Hektar Wiese.

Außerdem sind die Hälfte der Alarme Fehlalarme, was Zeit kostet.

Im April und Mai sind vielerorts in Bayern Ehrenamtliche unterwegs, um die zu mähenden Wiesen mit Drohnen abzusuchen.

Die sind dann etwa mit Wärmebildkameras ausgestattet.

Die Drohne ist programmiert und fliegt die Wiese hin und her in Serpentinen ab.

Ist ein Kitz gefunden, holt es ein Helfer aus der Wiese und sichert es unter einem Korb so lange, bis die Wiese gemäht ist.

Ebenfalls auf Wärme reagieren Infrarotsensoren, die an einem Querbalken zum Beispiel auf ein Quad – ein vierrädriges Motorrad – montiert werden.

Der Fahrer sucht die Wiese ebenfalls in Serpentinen ab, bis einer der Sensoren anschlägt.

Das dauert noch länger als mit der Drohne und die Fehlalarme liegen sogar bei zwei Dritteln.

Allerdings findet das mit Sensoren ausgestattete Quad zwei Drittel der Rehkitze, bei der Drohne sind es zum Teil nur ein Drittel.

Manche Landwirte sorgen auch mit unangenehmen Tönen oder Gerüchen dafür, dass die Rehmütter ihre Kitze rechtzeitig aus der Wiese holen – Stichwort: Vergrämung.

Auch am Tag vor der Mahd schon mal ein Stück anzumähen, kann ihr signalisieren, dass es gefährlich wird.

Forschungsprojekt: Wie Kitze vor dem Mähbalken retten?

Thurner stellt sich vor, dass der Landwirt am Tag vor der Mahd auf einer Landkarte am Computer eine Wiese anklickt und, dass ihm die eingespeisten Daten des Forschungsprojektes dann errechnen, wie hoch das Risiko eines Kitzes in der Wiese ist und mit welcher Methode er das eventuell noch einmal überprüfen sollte.

Stefan Thurner von der Landesanstalt für Landwirtschaft testet die verschiedene Techniken derzeit mit seinem Team.

Gemeinsam mit Wildbiologen von der TU München und anderen Fachleuten will er den Landwirten am Ende ein praktikables System an die Hand geben.

Außerdem hat die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft einen Mäh-Knigge erarbeitet, der weitere Tiere retten soll.

So sollten Landwirte nicht von außen im Kreis nach innen mähen, sondern von innen nach außen, damit Tiere besser in den angrenzenden Wald flüchten können.

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