“Giftige Saat“: Arte-Serie um Agrar-Konzern

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Die Arte-Serie „Giftige Saat“ thematisiert die Verstrickung zwischen Politik, Landwirtschaft und den mörderischen Intrigen eines Agrar-Monopolisten. Ähnlichkeiten zu einem realem Saatgut-Anbieter sind unübersehbar.

In Nordfrankreich bricht ein Landwirt neben seinem Traktor zusammen. Leukämie, diagnostizieren die Ärzte. Schuld ist ein Pestizid, dessen Dämpfe der Ahnungslose einatmete. Sein langjähriger Freund, ein Parlamentsabgeordneter, kämpft für ein Verbot des Pflanzenschutzmittels. Doch der Widerstand des Biotech-Konzerns, der mit dem Pestizid gute Geschäfte macht, verstrickt den ambitionierten Volksvertreter in eine langwierige Schlammschlacht

Die Arte-Serie „Giftige Saat“ thematisiert die Verstrickung zwischen Politik, Landwirtschaft und den mörderischen Intrigen eines Agrar-Monopolisten. Ähnlichkeiten zum Saatgut-Anbieter Monsanto sind unübersehbar.

Inszeniert hat diesen Sechsteiler Jean-Xavier de Lestrade, der kein Unbekannter ist. 2002 mit dem Oscar für die antirassistische Dokumentation „Ein Mörder nach Maß“ ausgezeichnet, machte der Regisseur auch mit seinen Miniserien „Dreimal Manon“ (2014) und „Manon, 20 Jahre“ (2016) auf sich aufmerksam.

In „Giftige Saat“ fächert der Franzose nun einen Umweltskandal aus der Sicht des Abgeordneten Guillaume Delpierre auf. Laurent Stocker verkörpert einen wackeren Parlamentarier, der noch nicht durch die Versuchung der Macht korrumpiert wurde.

Ungemach droht Delpierre durch eine gewiefte Lobbyistin, die in dieser Serie als mehrfach gebrochene Figur gezeichnet wird. Claire Lansel (Alix Poisson) war zunächst die erfolgreiche Referentin eines Ministers – bis sie sich dessen sexuellen Übergriffen widersetzte. Da der Politiker die attraktive 40-Jährige beruflich kalt stellen ließ, verdingt die Journalistin sich nun als Rechercheurin für eine Anwaltskanzlei. Dabei erledigt sie die Drecksarbeit für das in Verruf geratene Agrarunternehmen Saskia.

Mit Claire begibt sich die Serie tief in den Maschinenraum wirtschaftspolitischer Lobbyarbeit. Verstrickungen zwischen dem Politischen, dem Privaten und der Macht der Medien werden dabei minuziös ausgeleuchtet.

„Giftige Saat“, Arte, Donnerstag, um 20 Uhr 15

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