Glücksbringer in diesen Zeiten: Die Storchenkolonie in Raisting – Top Meldungen

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Im Volksglauben bringt der Storch nicht nur die Kinder, sondern auch Glück. Und Glücksbringer kann man in diesen bewegten Zeiten ja wirklich gut gebrauchen. In Raisting befindet sich derzeit eine der größten Storchenkolonien in ganz Bayern

Geht es nach Störchen, dann dürfte die Gemeinde Raisting im Landkreis Weilheim-Schongau wirklich reich mit Glück gesegnet sein: In dem Dorf südlich vom Ammersee – eigentlich bekannt durch seine Erdfunkstelle – findet sich eine der größten Storchenkolonien in ganz Bayern.

Auf den ersten Blick ist Raisting ein Dorf wie jedes andere: mit einer breiten Durchgangsstraße, Kirchturm und Bahnhof.

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Aber gerade jetzt, wo die Läden und Gasthäuser geschlossen sind, wo wenig Autos auf der Straße fahren und es stiller ist als sonst, fällt es einem schneller auf: Da klappert was.

Wer in Raisting derzeit spazieren geht, sollte nach oben schauen. Denn dort gibt es ein Schauspiel der besonderen Art.

Die Nachbarn vom Sölber Kircherl schauen ganz genau, was die beiden Weißstörche auf dem Kirchendach gerade machen. Reinhard Grießmeyer von der Schutzgemeinschaft Ammersee verfolgt es besonders genau: “Den Storchen-Host haben wir 2002 zur Wiederansiedlung des Storches gebaut”, erklärt Grießmeyer. In den 1980er-Jahren sei schon mal ein Horst dagewesen, aber der sei dann irgendwann verschwunden. Seitdem gab es keine Störche mehr in Raisting.

Im Jahr 2004 kam zum ersten Mal wieder Besuch. Ein Storchenmännchen besetzte den Horst, ein Weibchen kam dazu und die beiden bekamen Nachwuchs. Der Anfang war gemacht. Reinhard Grießmeyer hat darauf noch zwei Horste angebracht. “Damit ist das ein Selbstläufer geworden. Unglaublich, was das für ein Anziehungspunkt ist: Wenn welche da sind, zieht das die anderen an”, sagt Grießmeyer.

Aktuell sind allein in Raisting 18 Brutplätze besetzt. Sechs Weißstörche haben sogar hier überwintert. Ab Mai kommen dann noch die sogenannten “Übersommerer” dazu: Um die 50 Störche kommen ein paar Monate zu Besuch, um zu fressen.

Denn der Tisch ist rund um Raisting reich gedeckt: In den weitläufigen Wiesen am Ammersee-Südufer finden die Störche jede Menge Regenwürmer und Feldmäuse.

Reinhard Grießmeyer dreht in Raisting regelmäßig seine Storchenrunde. Der wichtigste Begleiter ist dabei sein Fernglas.

Ob Begrüßungsritual oder Revierverteidigung, er kann die Signale der Weißstörche genau auseinanderhalten. Und wenn sie einen Ring an ihrem roten Bein haben, kann er auch erkennen woher sie kommen: „Die normalen Störche, die bis Afrika fliegen, kommen im Februar nicht. Wir haben hier den Sonderfall, dass wir nur Abkömmlige haben von Volierenstörchen aus dem Elsass, Baden-Württemberg und der Schweiz“, erklärt Grießmeyer.

Und auch die Störche, die schon in Raisting auf die Welt gekommen sind, wurden beringt – sodass auch sie andernorts auf der Welt zugeordnet werden können.

Einem alten Volksglauben nach bringt der Storch dem Haus unter seinem Nest Glück – und damit auch die Kinder. Für Ludwig Wegele jedoch ist der Weißstorch auf seinem Hausdach einfach ein Gast wie jeder andere: „Mich wundert, dass der Horst so gut bei dem Sturm hält. Alles ist umgeflogen, nur das ist nicht heruntergefallen. Das ist architektonisch ganz gut“, sagt Wegele.

Einfach wegmachen darf man Storchennester übrigens nicht. Dazu braucht es eine Genehmigung der Regierung von Oberbayern, ansonsten droht ein Bußgeld.

Richtig spannend wird es in Raisting in den kommenden Wochen. Dann fangen die Störche an zu brüten.

Schauspiel der besonderen Art

Storchen-Besuch seit 2004

Tisch in Raisting ist für Störche reichlich gedeckt

Besuch aus dem Elsass und der Schweiz

Störche fangen demnächst mit dem Brüten an

Glücksbringer in diesen Zeiten: Die Storchenkolonie in Raisting

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