Grenzschließung wegen Corona: IHK Niederbayern in Sorge – Top Meldungen

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Dass Tschechien jetzt auch die Grenzen für tägliche Berufspendler schließen will, bereitet der Industrie- und Handelskammer in Passau Sorgen. Dies sei ein harter Schlag für niederbayerische Unternehmen, so der IHK-Geschäftsführer.

Tschechien macht wegen der Corona-Pandemie nun die Grenzen auch für Berufspendler dicht, die täglich nach Ostbayern aus- und in ihr Heimatland Tschechien wieder einreisen durften, zumindest in einem 100 Kilometer-Radius von der Grenze weg. Ab Donnerstag ist das tägliche Pendeln für tschechische Arbeitskräfte verboten, was der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Passau Sorgen bereitet. Der IHK-Chef appelliert nun an die tschechische Regierung.

Bei den tschechischen Maßnahmen würden zweifellos der Gesundheitsschutz und damit der Kampf gegen das Virus im Vordergrund stehen, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner. Die jetzt noch einmal deutlich verschärften Regelungen zum Grenzübertritt träfen aber die niederbayerischen Unternehmen sehr hart.

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Tschechische Pendler arbeiten in Ostbayern seit Jahren querbeet in allen Branchen: etwa als Facharbeiter in vielen Firmen, als Handwerker, aber auch als Lkw-Fahrer für ostbayerische Unternehmen, als Pflegekräfte in Reha- und Seniorenheimen, als Krankenschwestern und als Ärzte. Dort sind sie längst unverzichtbar. In den beiden Krankenhäusern Zwiesel und Viechtach im Kreis Regen arbeiten zum Beispiel seit Jahren 14 tschechische Ärzte und lindern dort den allgemeinen Medizinermangel. Viele Arbeitgeber wollen ihre tschechischen Fachkräfte auch für die Zeit nach der Coronakrise halten, weil es für sie gar keinen Ersatz auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt. Das gilt ganz besonders für den Pflege, Medizin-und Gastronomiebereich.

Die einzige Möglichkeit, um weiter in Deutschland arbeiten zu können, ist, sich eine Unterkunft zu suchen. Das hatte die tschechische Regierung vorgeschlagen. Knapp 5.000 Einpendler aus Tschechien sind in niederbayerischen Betrieben tätig, rund 12.500 in der Oberpfalz. Die Unternehmen seien bereits jetzt in einer Ausnahmesituation und hätten mit den Folgen der Corona-Krise stark zu kämpfen, so die IHK. “Nun wird es darauf ankommen, welche tschechischen Arbeitnehmer überhaupt noch bereit sind, ihren Arbeitsplatz bei uns aufzusuchen”, sagt Alexander Schreiner.

Denn sie haben von der tschechischen Regierung strenge Auflagen erhalten: sie können zwar mehrere Wochen – empfohlen werden 21 Tage – oder sogar Monate in Deutschland bleiben, aber ohne ihre Familien. Jeder einzelne muss also jetzt für sich klären, ob er seine Familie, seine Kinder, seine Eltern so lange alleine lassen kann und will. Die Berufspendler müssen außerdem künftig nach jeder einzelnen Rückkehr aus Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne.

Viele Arbeitgeber versuchen laut IHK derzeit bereits, geeignete Unterkünfte für die Mitarbeiter zu finden. Im Bayerischen Wald, wo die Tourismusbetriebe momentan ohnehin leer stehen, denkt man zum Beispiel an Ferienwohnungen, Pensions- oder Hotelzimmer. Der Landkreis Regen würde für sein tschechisches Krankenhauspersonal sogar die Unterkünfte bezahlen, hieß es von der Pressestelle der Arberlandkliniken. Man werde aber jedem einzelnen Mitarbeiter frei stellen, ob er in Deutschland wohnen oder doch lieber zuhause bleiben will.

Bayerns Nachbarland Tschechien hatte am Montag aufgrund der Corona-Pandemie seine Regelungen an der Grenze nun nochmal verschärft. Die neue Pendlerregelung tritt am Donnerstag in Kraft. Nach Schätzungen sind mehr als 37.000 tschechische Grenzgänger in Deutschland beschäftigt. Laut Markus Meinke vom Bezirk Oberpfalz gelten die neuen Regelungen auch umgekehrt für Deutsche, die in Tschechien arbeiten oder dort Firmen haben. Sie dürfen zwar weiter nach Tschechien einreisen und auch länger bleiben. Wenn sie nach Deutschland zurückkehren, sollen sie dort nach dem Willen der tschechischen Regierung aber 14 Tage in Quarantäne. Diese Quarantäne müssten sie jedesmal nachweisen, wenn sie erneut nach Tschechien fahren wollen.

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