Gut abgeschnitten: Griechenland und Corona – Top News

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Entsprechend früh zieht die konservative Regierung um Premier Kyriakos Mitsotakis die Notbremse.

Am 10.

März, zwei Wochen nach der ersten bestätigten Infektion, schließen größere Schulen, Veranstaltungen werden abgesagt.

Nur mit seinen gläubigen Wählern möchte sich der konservative Premier nicht anlegen.

Und so feiern die Priester noch im März das Heilige Abendmahl – dem griechisch-orthodoxen Ritus zufolge nehmen es alle anwesenden Gläubigen vom selben Löffel ein.

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Am Abend des 22.

März, zu diesem Zeitpunkt zählt Griechenland 15 Corona-Tote, verkündet der griechische Premier eine strenge Ausgangssperre, die sechs Wochen lang dauern wird.

Fortan darf man die Wohnung nur noch mit Passierschein und aus triftigem Grund verlassen.

Die Bevölkerung weiß um die Mängel ihres Gesundheitssystems und hält sich an die Vorgaben.

Nur 2.

840 bestätigte Corona-Infektionen bei elf Millionen Einwohnern: Griechenland gilt als Vorzeigebeispiel der Europäischen Union.

War das Geschick oder Glück?

Die Startbedingungen Griechenlands waren denkbar schlecht, Personal fehlt im griechischen Gesundheitswesen an allen Ecken und Enden.

Allein 5.

000 Stellen für Krankenhausärzte sind unbesetzt, bei den Pflegekräften fehlen laut Personalschlüssel 25.

000 Personen, und was die Intensivbetten angeht, steht sogar Italien besser da als Griechenland.

560 Intensivbetten gab es vor der Corona-Krise, nach internationalen Standards müssten es 2.

000 sein.

Die Vereinigung der griechischen Krankenhausärzte hatte bereits einen Monat zuvor Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gefordert.

Allerdings hätte man sich eher breitflächige Tests und gezielte Quarantänen gewünscht, sagt Generalsekretär Panayiotis Papanikolaou, schon allein, um nicht zu sehr in die demokratischen Grundrechte der Bürger einzugreifen.

Doch Tests sind in Griechenland Mangelware.

Bei elf Millionen Einwohnern werden anfangs rund 300 Menschen am Tag getestet, derzeit liegt man bei etwa 3000 Tests.

Früh reagiert

Wenig Tests

Personalcharade

Finanziell auf Kante genäht

Voraussicht gefragt

Auch bei den Gesundheits-Ausgaben für die Corona-Krise bleibt Griechenland weit hinter anderen EU-Ländern zurück.

Nach Angaben des regionalen WHO-Büros hat das Land bisher 160 Millionen Euro investiert, dazu kommen 78 Millionen Euro aus EU-Mitteln.

Dass Griechenland mit einem blauen Auge davon gekommen ist, könnte also durchaus auch Glück gewesen sein.

Allerdings ist Griechenland kein Einzelfall: auf dem gesamten Balkan sei die Corona-Krise glimpflich verlaufen, sagt Panayiotis Papanikolaou, Generalsekretär der Vereinigung der griechischen Krankenhausärzte.

Weshalb, das müsse epidemiologisch noch geklärt werden.

Der frühe Lockdown habe sicher geholfen, doch er sei nicht die Lösung.

Nur 2.

840 bestätigte Corona-Infektionen bei elf Millionen Einwohnern: Griechenland gilt als Vorzeigebeispiel der Europäischen Union.

War das Geschick oder Glück?

Die griechische Regierung kündigt zur Bewältigung der Krise außerdem an, 2.

000 Ärzte und Pfleger einzustellen.

Pflegepersonal wird tatsächlich eingestellt, allerdings mit befristeten Verträgen.

Für Ärzte werden dagegen nur 400 neue Stellen geschaffen, auch sie befristet.

Dafür werden hunderte Ärzte von öffentlichen Praxen in der Provinz in die Krankenhäuser versetzt, wodurch ganze Landstriche ohne ärztliche Betreuung bleiben.

Zusätzlich wird Personal anderer Abteilungen abgezogen und den Corona- und Intensivstationen zugeschlagen.

Das wiederum führt dazu, dass zehntausende Operationen abgesagt werden müssen.

Die Ärzte fordern daher mehr Personal sowie die Möglichkeit für gezielte und medizinisch überwachte Quarantäne.

Außerdem müsse großflächig getestet werden, um den Durchseuchungsgrad der Bevölkerung zu bestimmen.

“Wir können uns nicht zwei Jahre lang vor dem Virus verstecken”, sagt Papanikolaou.

Denn: Griechenland mag die Corona-Krise überwunden haben, es steht aber vor einer neuen und tiefen Finanzkrise.

Gut abgeschnitten: Griechenland und Corona

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