Hilfe für Obdachlose: Aus für Gabenzäune in München – Top Meldungen

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Die Coronakrise trifft bedürftige und wohnungslose Menschen besonders hart. In vielen deutschen Städten gibt es deshalb Gabenzäune für Obdachlose, seit einer Woche auch in München. Nun müssen sie aber wieder abgebaut werden.

Wegen der anhaltenden Ausgangsbeschränkungen sind derzeit Notunterkünfte, Wärmestuben und andere Anlaufstellen stark überlastet. Zusätzlich mussten aus Angst vor dem Coronavirus bereits einige Tafeln schließen.

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In vielen Städten in Deutschland gibt es daher sogenannte Gabenzäune für Bedürftige und Obdachlose. Seit knapp einer Woche auch in München, unter anderem an der Wittelsbacherbrücke, auf der Theresienwiese, in der Plinganser-Straße und am sogenannten “Grünen Eck” in Obergiesing.

Hilfsbereite Menschen hängen dort Spendensäckchen für Obdachlose auf, gefüllt sind sie mit Lebensmitteln oder Hygieneprodukten, warmer Kleidung, Decken oder Schlafsäcken. In manchen Tüten befinden sich sogar Toilettenpapier und Hundefutter.

Nun werden die Spendenzäune in der Landeshauptstadt aufgrund gravierender Bedenken und auf dringender Empfehlung der Wohnungsnotfallhilfe in München und Oberbayern wieder abgebaut.

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Denn die Gefahr der Ansteckung durch Corona rund um die Sammelplätze und die manchmal fragwürdigen Inhalte der Päckchen seien zu groß für Bedürftige und Obdachlose, so Jörn Scheuermann von der Wohnungsnotfallhilfe München.

Auch in anderen Städten wie Hamburg und Mainz hat man bereits reagiert und die Gabenzäune wieder abgeschafft. Die Initiatoren der Gabenzäune in München zeigten sich ebenfalls einsichtig und baten auf Instagram, keine weiteren Spenden mehr an den Zäunen anzubringen.

Auch wenn es in München nun keine Spendenzäune mehr gibt, Jörn Scheuermann von der Wohnungslosenhilfe München appelliert an die Bürger, die Spendenbereitschaft für bedürftige und wohnungslose Menschen nicht einzustellen. Die Spenden sollten stattdessen professionellen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden, denn nur dort werden die Hygienevorschriften auch eingehalten.

Obwohl viele Passanten an den Gabenzäunen glauben, dass die Sozialsysteme der Stadt nicht mehr funktionieren, baut die Stadt München laufend ihr Hilfsangebot aus und passt es der aktuellen Herausforderung durch die Coronakrise an.

Viele Spender denken irrtümlich, dass die Bedürftigen nicht mehr ausreichend versorgt werden können. Dieser Annahme widerspricht Klaus Honigschnabel von der Inneren Mission vehement: Täglich serviere ein Food-Truck der Caritas warme Mahlzeiten für Obdachlose. Ein zweiter der Diakonie soll dazukommen. Auch würden einige Tafeln durchaus noch funktionieren, beispielsweise die Tafel München. Ebenso die Essensausgabe der Stadt, die wegen des Coronavirus und der neuen Hygienevorschriften nun an die Großmarkthalle verlegt worden sei.

Auch die Bahnhofsmission München, die nicht nur Obdachlosen, sondern allen Menschen in prekären Lebenssituationen Hilfe bietet, verzeichnet einen stark gestiegenen Zulauf seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen.

Dank zahlreicher Spenden könne die Versorgung jedoch weiterhin gewährleistet werden. Laut Bettina Spahn, Leiterin der Katholischen Bahnhofsmission München, sind in den letzten zwei Wochen täglich bis zu 200 Menschen gekommen, um sich mit Nahrungs- und Hygieneartikel zu versorgen. Normalerweise kommen rund 85 Menschen pro Tag.

Obwohl der Kernauftrag der Bahnhofsmission die Elementarversorgung ist – sie bietet eigentlich nur eine Notversorgung, einen Schutzraum für Frauen oder Beratungsgespräche – wird das Angebot nun der aktuellen Situation angepasst. Die Bahnhofsmission ist aber, wie fast alle Anlaufstellen der Stadt, weiterhin auch auf Spenden angewiesen.

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