Ingolstädter Tiefgaragenprozess: Freiheitsstrafe für Angeklagte – Top News

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Das Gericht ist am Ende davon überzeugt, dass die “richtigen” Verdächtigen auf der Anklagebank saßen.

Dass also nicht nur ihre Handys, sondern auch sie selbst zur Tatzeit am Tatort waren.

Damit spielt der Vorsitzende Richter, Jochen Bösl, auf das wichtigste Indiz des Prozesses an: auf die Handys der beiden Angeklagten, die beide zur Tatzeit am Tatort in Ingolstadt “eingebucht” waren.

Daneben stützt das Gericht seine Überzeugung auf viele andere Hinweise, ausgewertete Telefongespräche, Selfies und weitere Videos.

In deren Zusammenschau sieht das Gericht ausreichend Beweise für die Täterschaft der beiden Würzburger.

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Kein Freispruch, kein Mordversuch, sondern gefährliche Körperverletzung: So wertet das Gericht die nächtliche Attacke auf einen Wirt im März 2018 in einer Ingolstädter Tiefgarage.

Das Urteil: je viereinhalb Jahre Freiheitsstrafe für die Angeklagten.

Auf der Anklagebank saßen zwei Männer aus Würzburg, ein 47 Jahre alter gebürtiger Armenier mit deutschem Pass und ein 57-jährige Kasache.

Beide haben bis zuletzt betont, mit der Tat nichts zu tun zu haben.

Ein Jahr lang hat die Großes Strafkammer folglich einen reinen Indizienprozess geführt.

Nun hat das Gericht die beiden Angeklagten zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.

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Im Zentrum der Tat stehe zweifelsfrei eine Frau, die gleichzeitig die Geliebte des Opfers und sehr enge Freundin einer der Täter war.

Die Frau habe ständig mit beiden “Freunden” telefoniert, auch am Tattag.

Wiederholt habe sie beide Männer manipuliert.

So erzählte sie zum Beispiel ihrem Würzburger Freund, dass ihr Ingolstädter Geliebter sie “sehr, sehr schlecht” behandele.

Darin sieht das Gericht ein Motiv für den Würzburger Freund, den “Peiniger seiner Freundin” zu beseitigen.

Handys am Tatort zur Tatzeit eingebucht

Fatale Dreiecksbeziehung

Zweiter Angeklagter war geübter Schütze

Vier Kugeln treffen – Opfer überlebt

Rücktritt von Mordversuch angenommen

Richter: “Fall so prall wie ein Drehbuch”

Verteidiger denken an Rechtsmittel

Kein Freispruch, kein Mordversuch, sondern gefährliche Körperverletzung: So wertet das Gericht die nächtliche Attacke auf einen Wirt im März 2018 in einer Ingolstädter Tiefgarage.

Das Urteil: je viereinhalb Jahre Freiheitsstrafe für die Angeklagten.

Vier Mal hätten die Angeklagten in der Tiefgarage auf den Wirt geschossen.

Alle vier Treffer überlebte das Opfer, nach 6 Wochen Krankschreibung mittlerweile ohne jede körperliche Einschränkung.

Obwohl die Täter die vier Schüsse abfeuerten, um zu töten, konnten sie vom Mordversuch zurücktreten, denn das Gericht geht davon aus, dass die Angeklagten ihr Opfer bewusst entkommen ließen.

Das Motiv des zweiten Angeklagten, des 57-jährigen Kasachen, ist weniger unmittelbar.

Er hatte keinen Kontakt zu dem Opfer oder der Frau, aber er war ein sehr einer Freund des jüngeren Angeklagten, in dessen Sicherheitsfirma er zudem seit Jahren angestellt war.

Als Veteran des Afghanistankriegs hat er umfangreiche Waffenkenntnisse und gilt dem Gericht als der Schütze in der Tiefgaragen, „denn nur ein sehr geübter Schütze konnte diese Schüsse abgeben“.

Zudem rechnete der Mann wohl mit einer Zahlung seines Chefs, hatte also ein finanzielles Motiv, so die Mutmaßung des Gerichts.

Nach dem Rechtsgrundsatz “in dubio pro reo”, auf Deutsch: “im Zweifel für die Angeklagten” geht hier das Gericht davon, dass nach den vier Schüssen noch weitere Kugeln im Revolver waren und es den beiden Würzburgern damit möglich gewesen wäre, den verletzten Wirt auf seiner Flucht zu verfolgen und doch noch zu töten.

Davon hätten die beiden “freiwillig Abstand genommen”, unterstellt das Gericht zugunsten der Angeklagten.

Damit liegt ein Rücktritt vom Mordversuch vor und es bleibt die gefährliche Körperverletzung.

In seiner Urteilsbegründung nannte der Vorsitzende Richter den Tiefgaragenfall bemerkenswert, so “prall wie ein Drehbuch”.

Hier fänden sich viele Zutaten für einen Krimi: Ein Opfer, das vier Schüsse überlebt; die Kugel, die seinen Nacken durchschlägt, wird auf der Flucht einfach wieder ausgespuckt.

Und: Im Mittelpunkt sei eine Frau, die in einer Dreiecksbeziehung steht.

Sie war die Geliebte des Opfers, hatte aber auch eine erotische Beziehung zu einem der Täter.

Am Rande des Geschehens gibt es auch noch Kontakte ins Drogen-Milieu.

Zudem ist einer der Täter ein Veteran, der in Afghanistan gekämpft hat, also Erfahrung mit Schusswaffen hat.

Ingolstädter Tiefgaragenprozess: Freiheitsstrafe für Angeklagte

Auf die Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten wird den Angeklagten die Zeit ihrer Untersuchungshaft angerechnet.

Es verbleibt noch eine Reststrafe von etwa drei Jahren.

Der Haftbefehl gegen beide hat das Gericht dennoch aktuell ausgesetzt, weil im Raum steht, dass das Verfahren in Revision geht.

Die Verteidiger sehen keine Tatbeteiligung ihrer Mandanten und überlegen, Rechtsmittel einzulegen.

Auch der Nebenkläger hält sich diese Möglichkeit noch offen.

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