Island: Kein Walfang im Corona-Jahr – Ende einer Ära? – Top News

0

Ohne Subventionen könnten sie allerdings keinen Fang machen, sagt Astrid Fuchs von WDC Deutschland.

Vielmehr stehe Japan nun vor der Herausforderung, aus dem kommerziellen Walfang einen Markt hervorzubringen, der sich selbst trägt und die Subventionen entbehrlich macht.

“Was wir jetzt aber momentan hören, ist, dass die Japaner schon so große Schwierigkeiten haben, die Menge Fleisch aus den eigenen Fängen zu verkaufen “, sagt Fuchs, “sodass da eben kein Interesse besteht, das Fleisch von Kristjan Loftsson dann auch noch auf den Markt zu bringen.

Tun Sie mir einen Gefallen: Bitte TEILEN Sie diesen Beitrag.

Auch die rund 360.

000 Isländer kämpfen seit Ende Februar gegen Corona, nachdem ein erster Einheimischer aus Italien zurückkam.

In der Situation auf Walfang zu gehen, mit der Crew meilenweit hinaus in See zu stechen und gar einen unentdeckten Infizierten mit an Bord zu haben – auch das wäre wohl riskant für den Walfänger in zweiter Generation.

Offiziell hatte Japan immer betont, nur wissenschaftlichen Walfang zu betreiben, bis zum Ausstieg aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) vor gut einem Jahr.

Seitdem versuchen japanische Walfänger nun ganz offen ihr Geschäft mit den Meeressäugern.

Eigentlich könnten Islands Walfänger auch in diesem Jahr wieder 378 Tiere fangen.

So billigen es die Fangquoten der Regierung.

Doch im Corona-Jahr haben die beiden Walfangunternehmer angekündigt, an Land zu bleiben.

Einer will endgültig hinwerfen.

Laut Fangquoten der isländischen Regierung könnten die beiden verbliebenen Walfangunternehmer der nordatlantischen Insel, Gunnar Jonsson und Kristjan Loftsson, auch in diesem Jahr wieder 217 Zwergwale und 161 Finnwale fangen.

Eigentlich, doch Corona bedeute ein zu großes Risiko, sagt der millonenschwere Finnwalfänger Kristjan Loftsson: “Wir arbeiten eng zusammen, wenn wir die Wale zerlegen.

Und wenn wir jetzt mit dem Walfang anfangen würden und einer würde sich infizieren, müssten alle in Quarantäne.

Deshalb ist das alles sehr schwer.

Walfangunternehmer Kristjan Loftsson zufolge sind die Bestände vor Island aber intakt.

Statt über Walfang-Gegner ärgert er sich viel mehr über seinen Hauptabnehmer Japan, neben Norwegen die weltweit dritte aktive Walfangnation.

“Japan betreibt ja auch kommerziellen Walfang, und der wird mit fünf Milliarden Yen subventioniert.

Fünf Milliarden, das ist so viel Geld, und da drücken sie die Preise so sehr, dass wir nicht mithalten können.

!

Fuchs zufolge war das Fleisch, das auf dem lokalen Markt in Island verkauft wurde, in der Hauptsache eben jenes Zwergwalfleisch von Gunnar Jonsson, das viele Touristen – auch aus Deutschland – gekauft hätten.

“Deswegen haben wir das schon immer als Problem gesehen”, sagt Fuchs, “aber Kristjan Loftsson ist natürlich die prominentere Figur als Walfänger – der letzte Finnwalfänger eben.

So bleiben auch Kristjan Loftssons Schiffe in diesem Jahr wieder im Hafen.

Er hofft auf weniger Auflagen im nächsten Jahr.

Theoretisch könnte er auch dann wieder 161 Finnwale in isländischen Gewässern fangen, denn die aktuellen Fangquoten der Regierung gelten noch bis 2023.

Wenn Island diese erneuert und das IWC-Moratorium zum kommerziellen Walfangverbot weiterhin nicht anerkennt, geht die Ära der Walfangnation weiter.

Ein Etappensieg für Walfanggegner wie Astrid Fuchs von der Walschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland: “Wir gehen davon aus, dass der Zwergwalfang in Island inzwischen wirklich so wenig lukrativ geworden ist, dass die Aussage des Zwergwalfängers stimmt.

Er hat jetzt ‘die Harpune an den Nagel gehängt, endgültig’.

Jedenfalls machen die Japaner dem Isländer das Geschäft ordentlich schwer, sagt Kristjan Loftsson: “Es ist so schwierig mit Japan.

Sie wollen von uns alle möglichen Analysen, möglichst keine PCB-Belastung, aber sie selbst analysieren überhaupt nichts.

Es ist hoffnungslos.

Zwergwalfänger hängt “Harpune an den Nagel, endgültig”

Jagd auf bedrohte Finnwale für japanischen Markt

Nahrungsergänzungsmittel aus Fleischvorräten geplant

Das wäre wohl auch für den zweiten, kleineren Walfangunternehmer Gunnar Jonsson ein Risiko.

Schon im vergangenen Jahr setzte er seine Zwergwaljagd aus, nun hat er angekündigt, den Walfang endgültig aufzugeben, Corona hin oder her.

Eigentlich könnten Islands Walfänger auch in diesem Jahr wieder 378 Tiere fangen.

So billigen es die Fangquoten der Regierung.

Doch im Corona-Jahr haben die beiden Walfangunternehmer angekündigt, an Land zu bleiben.

Einer will endgültig hinwerfen.

Die Frankfurter Allgemeine nannte Kristjan Loftsson einmal den “am meisten gehassten Isländer der Welt”.

Mit seiner Jagd auf Finnwale ist er schließlich hinter der – nach dem Blauwal – zweitgrößten Tierart der Erde her.

Und die steht als “gefährdet” auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.

Dafür kämpft Kristjan Loftsson auf einsamer Flur.

Auch wenn er in diesem Jahr an Land bleibt, prüft er mit seinen noch verbliebenen Fleischvorräten in der Kühlung, ob sich daraus wohl eisenreiche Nahrungsergänzungsmittel herstellen lassen.

Falls ja, will er damit auf den Markt gehen.

Allerdings kämen dafür höchstens Island, Norwegen – oder eben Japan in Frage.

Denn überall sonst sind Walfleischprodukte verboten.

Island: Kein Walfang im Corona-Jahr – Ende einer Ära?

Share.

Leave A Reply