Kiesel: “Inklusion muss mehr sein als ein Lippenbekenntnis” – Top News

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Für Wolfgang Strenger sind Menschen mit anderen Bedürfnissen wichtig für das Unternehmen, schließlich müsse man alle Teile der Gesellschaft verstehen.

Er will, dass auch sie ihre Erfahrungen und Perspektiven in die Diskussionen im Haus einbringen, sagt er.

Am heutigen Diversity-Tag werben mehr als 3.

500 Firmen und Organisationen für ein besseres Miteinander ungeachtet von Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung oder religiöser Orientierung.

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Auch bayerische Unternehmen setzen sich dafür ein.

Wolfgang Stenger vom Pharmaunternehmen MSD möchte mit seinen Mitarbeitern 2021 in ein Gebäude im Münchner Osten umziehen, das barrierefrei ist.

Es soll ein Ort entstehen, an dem sich alle wohl bei der Arbeit fühlen: Egal welchen Geschlechts, ob sie aus dem Ausland kommen oder behindert sind.

Insgesamt arbeiten 69.

000 Menschen bei MSD, 2.

500 davon in Deutschland.

Der Konzern bemüht sich, Diversität in vielen Bereichen zu leben, bis hinauf in die Chefetage.

50 Prozent aller Führungskräfte sind Frauen, im gesamten Konzern liegt die Frauenquote sogar darüber.

Doch Diversität ist mehr als nur Gleichheit von Männern und Frauen.

Besonders wichtig für das Pharmaunternehmen sind Menschen mit körperlichen Einschränkungen.

Die Bedürfnisse aller Teile der Gesellschaft kennen

Jede zweite Führungskraft ist weiblich

Unterstützung für Sportler*innen mit Behinderung

Oft ist Diversität nur ein frommer Wunsch

Charta der Vielfalt

Grundsatz der Erklärung: Gleichheit der Menschen

Diversität macht Unternehmen erfolgreicher

MSD ist damit eines von viel zu wenigen Unternehmen, die das Thema ernst nehmen, kritisiert der Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Holger Kiesel.

Denn viel zu häufig verstecken sich Unternehmen hinter Aktionen wie dem Diversity-Tag, sagt er.

Diversität werde gerne als Stichwort genutzt, “wenn’s dann aber konkret wird, über die Oberfläche und das gute Marketing hinausgeht, bleibt’s oft bei Lippenbekenntnissen”, sagt Holger Kiesel.

Am heutigen Diversity-Tag werben mehr als 3.

500 Firmen und Organisationen für ein besseres Miteinander ungeachtet von Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung oder religiöser Orientierung.

Auch bayerische Unternehmen setzen sich dafür ein.

Deshalb beteiligt sich MSD am “Grenzenlos Camp”, das die Paralympics-Olympiasiegerin Anna Schaffelhuber gegründet hat.

Hier lernen Jugendliche mit und ohne körperliche Behinderung ihre Grenzen kennen und überwinden.

Das Ziel ist, Hemmungen abzubauen und das Selbstbewusstsein zu stärken und vielleicht denken die jungen Menschen mit Handicap dann an das Unternehmen MSD, wenn sie sich nach Berufen umschauen.

Denn MSD wünscht sich mehr Mitarbeiter, die ihre Alltagserfahrungen einbringen können.

Im Jahr 2006 haben sich erste Unternehmen zusammengeschlossen und eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, die Charta der Vielfalt.

Mittlerweile haben rund 3.

500 deutsche Unternehmen, Verbände und Behörden die Selbstverpflichtung unterschrieben, darunter auch der Bayerische Rundfunk.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Schirmherrin des Vereins.

MSD scheint das Thema tatsächlich ernst zu nehmen, wirbt aktiv um junge Menschen mit Einschränkungen.

Einen kleinen Erfolg hat das Unternehmen schon verzeichnet.

Einer der Teilnehmer am “Grenzenlos Camp” hat ein Schülerpraktikum im Betrieb absolviert und überlegt jetzt, seine Ausbildung im Konzern zu beginnen.

Kiesel: “Inklusion muss mehr sein als ein Lippenbekenntnis”

Weder Alter, Geschlecht, eine Behinderung, die sexuelle Orientierung, die ethische Herkunft oder die Religion und Weltanschauung sollen den Wert eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin bestimmen und diese Botschaft soll in die Gesellschaft getragen werden.

Inzwischen diskutieren die Mitglieder des Vereins, ob nicht auch die soziale Herkunft aufgenommen wird.

Denn auch die – so das Argument – könne ausgrenzen.

Bei vielen Unternehmen sind es betriebswirtschaftliche Gründe, warum sie sich zu Diversity bekennen.

Laut Studien kann Vielfalt in der Belegschaft den Erfolg einer Firma stärken.

Bei den Verbänden, Gewerkschaften, Vereinen oder Behörden geht es eher darum, gesellschaftspolitisch ein Zeichen zu setzen.

Es wird aber nicht kontrolliert, ob ein Unterzeichner der Charta diese auch einhält oder sich nur für das eigene Image zur Vielfalt bekennt.

Dem Verein selber ist wichtig, dass die Idee weiter getragen wird.

Er finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen.

Wer nur die Charta unterschreibt, zahlt einmalig eine Pauschale.

Inzwischen wurden verschiedene Projekte angestoßen, der heutige Diversity Tag ist eines davon.

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