Kommunalwahl-Trends: Stichwahl-Boom – CSU stabilisiert sich – Top Meldungen

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Noch liegen nicht alle Ergebnisse vor, doch erste Trends sind erkennbar: Die CSU stabilisiert sich in den Städten, die Bäume der Grünen wachsen nicht in den Himmel – und ohne Stichwahl geht beim Oberbürgermeisteramt nur noch wenig. Eine Analyse.

Befürchtungen, die Angst vor dem Coronavirus werde Bürger vom Wählen abhalten, haben sich nicht bestätigt. Wie schon bei der Europawahl und den vergangenen Wahlen stieg auch bei der bayerischen Kommunalwahl 2020 die Wahlbeteiligung um immerhin 3,8 Prozent. Der Trend zur Briefwahl allerdings hat sich weiter verstärkt.

Schon vor dem Wahlgang hatten in einer Infratest Dimap Umfrage im Auftrag des BR 79 Prozent der Befragten “großes Interesse” an der Kommunalwahl – gegenüber der Wahl 2014 ein Anstieg um neun Prozent.

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Ob München oder Nürnberg, Nördlingen, Coburg oder Cham: Öfter als je zuvor müssen bei den (Ober)bürgermeisterwahlen zwei Kandidaten in die Stichwahl. Oft liegt das an der wachsenden Zahl neuer Parteien und Listen, die sich zur Wahl stellen – manchmal auch an der Stärke der ehemals kleinen Parteien. So kommt es in Landshut, das jahrzehntelang unangefochten von CSU-Oberbürgermeistern regiert wurde, zur Stichwahl zwischen FDP-Amtsinhaber Alexander Putz und seiner stärksten Herausfordererin Sigi Hagl von den Grünen.

Der Abwärtstrend der CSU in den großen Städten scheint gestoppt. Wo die Entscheidung über das Stadtoberhaupt ohne Stichwahl gefallen ist, liegt die CSU gegenüber der SPD mit 6:2 in Führung. In Nürnberg, wo Amtsinhaber Ulrich Maly (SPD) nicht mehr angetreten war, hat CSU-Kandidat Marcus König in der Stichwahl Chancen. In Regensburg liegt nach der Affäre Wolbergs nicht Amtsinhaberin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD), sondern ihre CSU-Konkurrentin Astrid Freudenstein knapp vorn. In Augsburg geht CSU-Kandidatin Eva Weber von der Pole Position aus in die Stichwahl.

Lösen die Grünen die SPD als zweitstärkste Kraft in Bayern ab? Anders als im Landtag ist das zumindest bei den Oberbürgermeisterwahlen nicht zu erkennen. Hier spielen die SPD-Kandidaten heute die prominentere Rolle – in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt etwa machen CSU und SPD die Stichwahlen unter sich aus.

Bei den Landräten – wo die Grünen um ihren Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak bangen müssen – liegen vor den Stichwahlen Freie Wähler und Wählergemeinschaften auf Platz 2.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Grünen bereits zu den Verlierern der Wahl erklärt. Bei den Stadtratsergebnissen, die derzeit noch nicht vorliegen, könnte das anders ausschauen: In München etwa dürfen die Grünen hoffen, noch vor der CSU die stärkste Fraktion zu stellen.

Die neue Unübersichtlichkeit greift nicht, wo langjährige, populäre Amtsinhaber eine Stadt regieren. In Straubing erzielt Pberbürgermeister Markus Pannermayr für seine CSU mit 73,25 Prozent der Stimmen einen Erfolg, der an die 1980er-Jahre erinnert, in Fürth behauptet sich Thomas Jung (SPD) fast genauso souverän. Und in Günzburg konnte SPD-Mann Gerhard Jauernig – seit 2002 im Amt – 94,4 Prozent der Wähler von sich überzeugen. Er war auch von der CSU unterstützt worden.

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Trend 1: Das Interesse an Politik steigt wieder

Trend 2: Stichwahl-Boom: Eindeutige Mehrheiten werden seltener

Trend 3: CSU stabilisiert sich – auch in den großen Städten

Trend 4: SPD: Bei Stadtoberhäuptern vor den Grünen

Trend 5: Der Amtsbonus sticht noch immer

Kommunalwahl-Trends: Stichwahl-Boom – CSU stabilisiert sich

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