Kriminalstatistik: Weniger Diebstähle, mehr Missbrauch – Top Meldungen

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Abermals deutlich weniger Wohnungseinbrüche, dafür ein enormer Anstieg bei der Verbreitung von Kinderpornografie – die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2019 zeigt Licht und Schatten. Gut die Hälfte aller Straftaten konnten die Ermittler aufklären.

“Deutschland ist wieder ein Stück sicherer geworden”, teilt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mit – doch das lässt sich nicht über alle Bereiche der Kriminalitätsstatistik sagen. Einerseits sind in der Statistik auf das ganze Jahr verteilt weniger Straftaten erfasst – und das im dritten Jahr in Folge. Knapp 5,3 Millionen waren es ohne Berücksichtigung von Verstößen gegen das Ausländerrecht.

Andererseits sind die Zahlen in manchen Bereichen der Statistik enorm gestiegen. Die der Verbreitung pornografischer Schriften etwa stieg um knapp 52 Prozent an. Noch größer ist der Anstieg im Bereich “Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornografischer Schriften”: Hier verzeichnet die Statistik ein Plus von 64,6 Prozent. “Das ist dramatisch”, sagt Bundesinnenminister Seehofer. Und fügt hinzu: “Wir haben allerdings auch deutlich genauer hingeschaut und dadurch mehr Straftaten vom Dunkelfeld ins Hellfeld gerückt.”

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Besonders wichtig sei hier die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Organisation “National Center für Missing and Exploited Children” (NCMEC) sowie deutschen Internetbeschwerdestellen: Es gingen mehr Hinweise ein, die konsequent verfolgt würden, so Seehofer. Das habe auch steigende Fallzahlen zur Folge. So ist auch beim sexuellen Missbrauch von Kindern ein Anstieg um knapp elf Prozent zu verzeichnen.

Die Politik war hier zuletzt tätig geworden: Der Bundestag hat beschlossen, das sogenannte Cybergrooming unter Strafe zu stellen – also den Versuch, in Chats Kontakt zu Kindern aufzunehmen. Außerdem dürfen Ermittler künftig computergenerierte Kinderpornografie einsetzen (also Bilder oder Filme, die ausschließlich künstlich hergestellt wurden und auf keinen wahren Personen oder Geschehnissen beruhen), um Zugang zu einschlägigen Internet-Portalen zu erhalten. Und mit dem Gesetz gegen Hass und Hetze im Netz werden soziale Netzwerke verpflichtet, Hinweise auf kinderpornografische Inhalte an das Bundeskriminalamt zu melden.

Nicht nur im Bereich Kinderpornografie sind die Zahlen deutlich gestiegen. Die Statistik verzeichnet auch mehr Angriffe auf Polizisten und Vollzugsbeamte. Im Bereich “Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf die Staatsgewalt“ liegt das Plus bei gut acht Prozent, im Bereich “Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen bei mehr als 27 Prozent.”

Der Vize-Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, fordert deshalb die Justiz auf, den neu geschaffenen Strafrechtsparagraphen 114 “konsequent auszuschöpfen”: “Angriffe auf unsere Kolleginnen und Kollegen sind nicht nur Angriffe auf Helfende, sondern menschenverachtende Attacken auf den Staat”, so Radek. Die daraus resultierenden Strafen müssten schmerzhaft sein. Dem genannten Paragraphen zufolge müssen Täter bei Angriffen auf Amtsträger mit Haftstrafen zwischen drei Monaten und fünf Jahren rechnen.

Positiv ist die Entwicklung zum Beispiel bei den Diebstahlsdelikten. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist gesunken (minus 10,6 Prozent) ebenso wie Taschendiebstähle (minus 9,7 Prozent). Insgesamt ging die Diebstahlskriminalität um knapp sechs Prozent zurück – auf den niedrigsten Wert seit 1987.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) zeigt sich angesichts dieser Zahlen zufrieden: “Die harte Gangart gegen Wohnungseinbrüche wirkt, die wir in den letzten Jahren mit Strafverschärfungen, erweiterten Ermittlungsmöglichkeiten und einem konsequenten Vorgehen der Polizei eingeschlagen haben.”

Auch die erfassten Straftaten der Wirtschaftskriminalität gingen deutlich zurück – um fast 20 Prozent. Und es wurden weniger gefährliche und schwere Körperverletzungen (minus 2,7 Prozent), weniger Mord und Totschlag begangen (minus 6,3 Prozent).

Von allen begangenen Straftaten konnten die Ermittler gut die Hälfte aufklären. Dabei waren sie nicht ganz so erfolgreich wie 2018, dem “Rekordjahr” an Aufklärungen. Aber mit 56,2 Prozent der aufgeklärten Straftaten ist der Unterschied zu 2018 marginal: da waren es 56,5 Prozent.

“Wir sind ein sicheres Land und ein starker Rechtsstaat”, bewertet Justizministerin Lambrecht die Sicherheitslage in Deutschland, und Bundesinnenminister Seehofer betont, Deutschland gehöre zu den sichersten Ländern der Welt. “Aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Sicherheit ist eine Daueraufgabe.”

Enormer Anstieg im Bereich Kinderpornografie

Weniger Dunkelziffern durch konsequente Ermittlungen

Maßnahmen der Politik

Mehr Angriffe auf Polizisten und Co

“Strafen müssen schmerzhaft sein”

Wo Schatten fällt ist auch Licht

Weniger Mord und Totschlag

Sicherheit als Daueraufgabe

Kriminalstatistik: Weniger Diebstähle, mehr Missbrauch

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