Marode Wasserleitungen: Eine finanzielle Belastung für Städte – Top News

0

Hier am Kempter Tor werden auf rund 300 Metern alle alten Grauguss-Rohre aus dem Jahr 1956 durch neue Polyethylen-Leitungen ersetzt, erklärt Marcus Geske von den Stadtwerken: “Das Alter ist es nicht primär, primär ist es die Schadenshäufigkeit.

Wir haben Leitungen im Memminger Netz, die älteste Leitung aus 1897 und die (.

.

.

) sind toll in Schuss.

Tun Sie mir einen Gefallen: Bitte TEILEN Sie diesen Beitrag.

Für Städte und Gemeinden zählt das Wasserleitungsnetz zum größten und wichtigsten Vermögen.

Doch irgendwann sind die Rohre abgenutzt und müssen ausgetauscht werden.

Das kann zur finanziellen Belastung werden, wie das Beispiel Memmingen zeigt.

Eine Baustelle in der Memminger Innenstadt.

Am Straßenrand wird ein schmaler Schacht ausgehoben, knapp 1,50 Meter tief.

Mit Hilfe des Baggers hieven zwei Männer ein zwölf Meter langes, blaues Rohr hinein und verbinden es mit einem bereits verlegten Wasserrohr, das aus der Erde schaut.

!

Statt auf die Sanierung der alten Rohre setzt die Stadt Memmingen auf Erneuerung – jährlich betrifft das etwa ein Prozent des Leitungsnetzes.

Rund eine halbe Million Euro wird dafür aufgewendet.

Finanziert wird das aus den Wasserpreisen.

“Wir haben eine Wasserverlustrate von etwa 5,5 Prozent über die letzten zehn Jahre gemittelt, das Durchschnittsalter unseres Netzes ist knapp 30 Jahre und auch die Schadensrate, da liegen wir bei rund 40 Schäden im Jahr – 60 Prozent bei Hausanschlüssen, 40 Prozent im Netz”, so Geske.

Alte Leitungen nicht zwingend “anfälliger” als neuere

Etwa 500.

000 Euro jährlich für Instandsetzung

Landesamt für Umwelt: “Sanierungsstau” in Bayern

Erhöhte Wasserabgabe kann auf Leck hindeuten

Kaputte Rohre können zur Gefahr werden

Umgekehrt gebe es aber auch Leitungen, wie die aus dem Jahr 1956, die noch nicht so alt seien und trotzdem ausgetauscht werden müssten.

“Das hängt an ganz vielen Sachen, das kann die ursprüngliche Bauausführung sein, die Bauqualität, das ist vielleicht ein aggressiver Boden, der uns hier querkommt”, erklärt Geske.

Insgesamt liegen mehr als 215.

000 öffentliche Trinkwasser- und Abwasserleitungen unter Bayern verborgen.

Davon sind tausende mittlerweile in die Jahre gekommen und müssen ausgetauscht werden.

Das hat das Landesamt für Umwelt in Augsburg ermittelt.

In Bayern gebe es einen Sanierungsstau, erklärt der Präsident des Amtes, Claus Kumutat.

Dieser liege bei zehn bis 15 Prozent der Kanallänge in der Wasserversorgung und 15 Prozent bei den öffentlichen Abwasserleitungen.

Das sei anhand mehrerer Studien festgestellt worden.

“Es geht darum, dass man diese Leitungen überprüft und auch regelmäßig erneuert”, so Kumutat.

Für Städte und Gemeinden zählt das Wasserleitungsnetz zum größten und wichtigsten Vermögen.

Doch irgendwann sind die Rohre abgenutzt und müssen ausgetauscht werden.

Das kann zur finanziellen Belastung werden, wie das Beispiel Memmingen zeigt.

Das seien gute Werte, deswegen komme man mit der Erneuerung von einem Prozent der Leitungen aus.

In Memmingen sind die Stadtwerke für rund 340 Kilometer Rohrleitungen und Hausanschlüsse verantwortlich.

Zurück in Memmingen zeigt Marcus Geske am Computer-Bildschirm die wöchentliche Wasserabgabe der Stadt.

In Wellen geht die Grafik hoch und runter.

Der geringste Verbrauch findet zwischen drei und vier Uhr nachts statt, nämlich 22 Liter pro Sekunde.

Bis jetzt werde bayernweit zu wenig in die Instandhaltung der Versorgungsnetze investiert, sagen Experten vom bayerischen Umweltministerium.

Das Landesamt fordert eine Beschleunigung.

Claus Kumutat beziffert die Kosten: Es sei bei der Wasserversorgung mit rund drei Milliarden zu rechnen und bei der Abwasserseite mit ungefähr fünf bis sechs Milliarden.

Wird der Wert aber mal überschritten, kann das darauf hindeuten, dass in dem Moment eine Leckage entstanden ist, erklärt Geske.

Das heißt, ein Rohr kann gebrochen sein, durch das Wasser verloren geht.

Dann mache man sich auf die Suche.

Fast täglich sind die Stadtwerke-Mitarbeiter mit sogenannten elektroakustischen Wasserlecksuchern unterwegs, um Schäden im Rohr-Netz ausfindig zu machen.

Marode Wasserleitungen: Eine finanzielle Belastung für Städte

Die Strategie der Stadt Memmingen scheint aufzugehen: Einerseits wird durch die ständige Beobachtung und Erneuerung Geld gespart und ein Investitionsstau verhindert.

Andererseits schonen die Memminger so wertvolle Ressourcen, indem sie ihr Wasser nicht einfach durch Löcher im Rohrsystem versickern lassen.

Geske erklärt, dass jeder Schaden an Wasserleitungen eine Gefahr bedeutet kann – auch wenn Wasser ja eigentlich nur ausströmt: “Es gibt aber auch Betriebssituationen, da lässt der Druck im Netz nach und dann könnte dreckiges Wasser von außen in die Rohrleitung eindringen.

Dann haben wir ein bakteriologisches Problem und das gilt es auch zu vermeiden.

Share.

Leave A Reply