Masken und Schutzanzüge: Firmen stellen Produktion um – Top Meldungen

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Die Zahl der Corona-Infizierten steigt europaweit weiter. In Ländern wie Italien, Österreich und Deutschland wird zum Teil die Schutzausrüstung für Helfer knapp. Einige Firmen ändern deshalb ihre Produktion, um helfen zu können.

Mit einem eindringlichen Appell auf Facebook hat der Präsident der Österreichischen Ärztekammer auf das Fehlen von Schutzausrüstung aufmerksam gemacht. Seit Tagen versuchten die Ärzte Schutzausrüstung, zum Beispiel Masken zu bekommen, schreibt Thomas Szekeres, aber es klappe schlicht nicht – weder bei den niedergelassenen Ärzten, noch in den Krankenhäusern. Zum Teil würden schon normale OP-Masken knapp. Im ORF rief Szekeres dazu auf, schnell zu reagieren, weil Schutzmaterial nun weltweit gefragt sei.

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Auch in Bayern schlagen Ärzte zum Teil Alarm. So warnt etwa der Höchstädter Hausarzt Jürgen Arnhardt davor, dass Praxen schließen müssen, wenn keine neue Schutzausrüstung nachkomme. Es gebe keine Klarheit darüber, wann Ausrüstung geliefert werde.

Doch Hilfe naht: Viele Firmen haben mittlerweile ihre Produktion auf Schutzausrüstungen umgestellt. Der italienische Hersteller von Outdoor-Kleidung Salewa zum Beispiel hat seine Produktion komplett auf Schutzmasken für Krankenhausmitarbeiter umgestellt. “In diesen Tagen ist es unser aller Ziel, die Übertragungskette des COVID19 Virus zu unterbrechen. Ein Mundschutz trägt neben dem gebotenen Abstand wesentlich dazu bei, das Übertragungsrisiko zu verringern”, heißt es dazu in einer Mitteilung des Unternehmens.

Und auch in Deutschland und Bayern gehen Firmen aller Größen zunehmend dazu über, Schutzausrüstung zu produzieren. Der Textilhersteller Trigema etwa fertigt Schutzmasken für Krankenhäuser und Privatpersonen.

In Bayern hilft unter anderem die Firma “Trans-Textil” in Freilassing mit. Bisher wurden dort bereits OP-Tücher gefertigt, nun kommen Atemschutzmasken hinzu. Bis zu 100.000 Stück am Tag können produziert werden.

Auch der Autozulieferer Zettl in Weng bei Landshut – sonst auf Sitzbezüge spezialisiert – rüstet um und sieht sich bald zur Massenproduktion von sogenannten FFP2- und FFP3-Masken in der Lage. Positiver Nebeneffekt: Die Belegschaft muss nicht in Kurzarbeit.

BMW selbst, sonst ein Kunde Zettls, steigt zwar nicht in die Produktion ein, hat aber aus eigenen Beständen 100.000 Schutzmasken gespendet.

Dass auch kleine Unternehmen helfen können, zeigt etwa das Passauer Modeunternehmen Trixi Schober. Auch dort wurde die Linie umgestellt, bis Freitag wurden nach Informationen der “Passauer Neuen Presse” immerhin 300 Gesichtsmasken genäht, mit denen unter anderem ein Passauer Pflegedienst unterstützt wird. Beim benachbarten Hemdenhersteller Eterna werden ebenfalls neuerdings Gesichtsmasken produziert.

Aber nicht nur Atemschutzausrüstung wird knapp, sondern auch Desinfektionsmittel. Deshalb springen mehrere Brennereien in Ostbayern ein. Die Bärwurz-Quelle und Liebl aus Bad Kötzting oder Penninger aus Hauzenberg geben Teile ihrer Alkoholbestände an Apotheken und Kliniken.

Viele Menschen zeigen sich zudem bereit, dort zu helfen, wo Schutzmaterial hergestellt wird. “Ich bin mehr als beeindruckt und überwältigt vom Engagement und Zusammenhalt der Menschen hier vor Ort”, sagt etwa Axel Theiler, Geschäftsführer der Franz Mensch GmbH, die in Buchloe Schutzbekleidung herstellt. Über den Rundfunk und die sozialen Medien hatte das Unternehmen um Hilfe gerufen, allein seit Freitag hätten sich daraufhin 850 Menschen gemeldet, die jetzt zum Beispiel beim Verpacken der Ware helfen.

Aber auch von staatlicher Seite kommt Hilfe. So liefert etwa China, in dem die Pandemie ihren Anfang nahm, mittlerweile Millionen Atemschutzmasken und Schutzausrüstung nach Italien und andere Länder Europas. Die Bundeswehr meldet unterdessen einen Rückschlag bei der Versorgung der Mediziner in Deutschland. Wie das Verteidigungsministerium der ARD bestätigte, sind sechs Millionen Atemschutzmasken, die für Ärzte und Kliniken in Deutschland gedacht waren, in Kenia verschwunden. Der Verlust sei am Flughafen aufgefallen. Bisher ist weder klar, was vorgefallen ist, noch, wieso die Masken überhaupt in Kenia waren.

Unternehmen stellen auf Schutzausrüstung um

Große Solidarität der Firmen und Menschen in Bayern

Alkohol für Apotheken und Kliniken

Sechs Millionen Atemschutzmasken der Bundeswehr verschwunden

Masken und Schutzanzüge: Firmen stellen Produktion um

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