Maskenpflicht erschwert gehörlosen Menschen die Kommunikation – Top News

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Für Kommunikationstrainerin Judit Nothdurft aus Röthenbach ist das ein riesiges Problem.

Seit mehr als zehn Jahren schult sie Menschen im Umgang mit Gehörlosen und Schwerhörigen.

Die Maskenpflicht, die seit Ende April in Bayern gilt, sei ein großes Hemmnis im Alltag Hörbehinderter.

Zusätzlich zum Mund-Nasen-Schutz erschweren schallschluckende Plexiglas-Scheiben, die mittlerweile an vielen Tresen in Geschäften und Arztpraxen als Spuckschutz angebracht sind, die Verständigung.

In solchen Situationen könnte ein sogenanntes Faceshield, also ein transparentes Gesichtsvisier, die Lösung sein, ist sich die 61-Jährige sicher.

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Schon für nicht hörbehinderte Menschen ist der Mund-Nasen-Schutz ein echte Herausforderung im Alltag.

Für Menschen, die schlecht oder gar nicht hören und deshalb auf Lippenlesen angewiesen sind, wird ein Dialog nahezu unmöglich.

Ingrid Meyer ist von Geburt an gehörlos.

Im Alltag kommt sie gut zurecht.

Spricht ihr Gegenüber langsam, kann sie von den Lippen ablesen.

Das allerdings ist nun in etlichen Situationen nicht mehr möglich.

Durch die Maskenpflicht, die in vielen Lebensbereichen gilt, werden Nase und Mund bedeckt.

Dadurch wird hörbehinderten Menschen wie Ingrid Meyer die Möglichkeit genommen, die Lippenbewegungen zu erkennen und zu kommunizieren.

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Für Menschen, die noch ein Resthörvermögen besitzen, gibt es außerdem die Möglichkeit, auf die Unterstützung eines mobilen Ringschleifenverstärkers zurückzugreifen.

Das Gerät sieht aus wie ein Telefon und kann beispielsweise im Empfangsbereich von Arztpraxen gut aufgestellt werden.

Will man als Hörgerät-Träger mit dem Gegenüber hinter der Plexiglas-Scheibe sprechen, genügt es, das eigene Hörgerät auf den Ringschleifenverstärker einzustellen.

Ab diesem Zeitpunkt wird alles, was beispielsweise die Arzthelferin in ein Mikrofon spricht, in das Hörgerät übertragen, gefiltert und ganz ohne Umgebungsgeräusche.

Wegen des eingebauten Telefonhörers ist der mobile Ringschleifenverstärker übrigens auch für schwerhörige Menschen, die kein Hörgerät tragen, geeignet.

Durchsichtiges Faceshield macht Lippenlesen wieder möglich

Ringschleifenverstärker überträgt Sprache ins Hörgerät

Dolmetschen per App und Video-Telefonie

Masken mit Sichtfeld sind eingeschränkt hilfreich

Schon für nicht hörbehinderte Menschen ist der Mund-Nasen-Schutz ein echte Herausforderung im Alltag.

Für Menschen, die schlecht oder gar nicht hören und deshalb auf Lippenlesen angewiesen sind, wird ein Dialog nahezu unmöglich.

Weitere praktische Hilfsmittel im Dialog mit hörbehinderten oder gehörlosen Menschen sind Spracherkennungs-Apps, die das Gesagte in Text umwandeln können.

Noch mehr Komfort und Unterstützung bieten Ferndolmetscher-Dienste, die für wichtige Gespräche gebucht werden können.

Und das funktioniert so: Eine Fachkraft für Gebärdensprache ist live über Video-Telefonie zugeschaltet und dolmetscht den Dialog zwischen beispielsweise Arzt und Patient.

Ingrid Meyer hat die Kommunikation mit einer Mund-Nasen-Maske mit Sichtfeld bei einem Zahnarztbesuch getestet.

Ihr Fazit: Der transparente Mund-Nasen-Schutz ist hilfreich, wenn der Gesprächspartner sehr langsam spricht.

Außerdem stellte sie fest, dass das Sichtfeld, in dem der Mund zu sehen ist, durchaus größer sein dürfte.

Die Test-Masken mit transparentem Mundschutz stammen übrigens aus den USA.

Denn in Deutschland werden solche Masken bislang nicht industriell hergestellt.

Hilfreich im Alltag kann für gehörlose oder hörbehinderte Menschen auch ein Mund-Nasen-Schutz mit Sichtfeld sein.

Das durchsichtige Fenster in der Maske gibt den Blick auf den Mundbereich frei.

So kann zumindest teilweise von den Lippen des Gesprächspartners abgelesen werden.

Der Deutsche Gehörlosenbund empfiehlt solche Masken allerdings nur unter Vorbehalt.

Unter anderem deshalb, weil das Sichtfenster durch die Atemluft schnell beschlägt.

Maskenpflicht erschwert gehörlosen Menschen die Kommunikation

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