Milliardenverluste bei Bus und Bahn: Verkehrswende auf der Kippe – Top News

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Im März und April sei die Zahl der Fahrgäste in vielen Städten und Gemeinden um bis zu 90 Prozent eingebrochen, so der Deutsche Städte und Gemeindebund.

Und auch nach den Lockerungen seien nur rund 20 bis 40 Prozent der sonst üblichen Fahrgäste mit Bus und Bahn unterwegs, während das Angebot bereits wieder bei nahezu 100 Prozent des Normalfahrplans liege.

Im öffentlichen Personennahverkehr kann es eng werden wie in einer Disko.

Kein Wunder, dass viele aus Angst vor Corona nun Bus oder Straßenbahn meiden.

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Die Folgen: wegbrechende Einnahmen und Kommunen in Not.

Jose Almeida will sich überwinden.

Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Krise will er mit seiner Frau wieder in die Linie 1 einsteigen, Richtung Augsburger Innenstadt.

Als die Bahn anfährt, zieht er seine Maske enger.

In einem kleinen Rucksack ist Desinfektionsmittel.

Der 30-Jährige und seine Frau haben Angst vor dem Coronavirus.

So wie viele andere.

Wo sich sonst Menschen drängen, sind in der Tram nun viele leere Plätze.

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Dieses Missverhältnis – voller Betrieb bei einem Bruchteil der Einnahmen – leert die Kassen.

Die öffentlichen und privaten Verkehrsunternehmen rechnen bis Jahresende mit Verlusten von fünf bis sieben Milliarden Euro.

Während die Abos noch bestehen, seien die Ticketverkäufe durch Gelegenheitsfahrer oder Touristen zu fast 100 Prozent weggebrochen, sagt Professor Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin.

Fahrgastzahlen um fast 90 Prozent eingebrochen

Verkehrsunternehmen rechnen mit bis zu sieben Milliarden Euro an Verlusten

Betriebskosten für Busse und Straßenbahnen laufen weiter

Staat könnte gebeuteltem ÖPNV helfen

Preiserhöhung oder weniger Angebote denkbar

Verkehrswende in Gefahr

Individualverkehr wieder attraktiv

Im öffentlichen Personennahverkehr kann es eng werden wie in einer Disko.

Kein Wunder, dass viele aus Angst vor Corona nun Bus oder Straßenbahn meiden.

Die Folgen: wegbrechende Einnahmen und Kommunen in Not.

Stefanie Rohde sieht langfristig nur zwei Optionen, sollten die Fahrgastzahlen nicht bald wieder das alte Niveau erreichen: Entweder das Angebot wird schlechter.

Oder der Staat hilft den Kommunen, die Daseinsfürsorge zu gewährleisten, zu der auch der ÖPNV gehört.

Doch die Kosten für die Verkehrsbetriebe laufen ungebrochen weiter.

In Augsburg läuft Stefanie Rohde mit schnellem Schritt zur Werkstatt der Trambahnen.

Ihr blonder Zopf wippt bei jedem Schritt hin und her.

Sie verantwortet den Betrieb des ÖPNV in Augsburg.

“Das Schlimmste, das ich antreffen könnte, wären viele Unfallschäden“, erklärt Rohde.

“Das sind Kosten, die nicht kalkulierbar sind und die zu den normalen Kosten oben draufkommen.

“ Allein die Generalüberholung einer Tram koste rund eine halbe Million.

Und Einsparpotential bei der Infrastruktur gebe es praktisch nicht.

Denkbar sind auch höhere Preise, auch wenn davon noch keiner sprechen will.

Zu groß waren die Bemühungen in den letzten Jahren, den ÖPNV der Umwelt zuliebe attraktiver zu machen.

Doch der Städte und Gemeindebund macht bereits die Rechnung auf: Nur wenn der Bund einen ÖPNV-Rettungsschirm aufspanne, gebe es “keine Gefahr außerordentlicher Fahrpreissteigerungen”.

Während bei anderen Verkehrsträgern bereits Rettungspakete umgesetzt würden, warte der ÖPNV noch auf die dringend notwendige Entscheidung der Bundesregierung und der Länder.

Dass die Straßenbahnen bald wieder voll sind, scheint eher unwahrscheinlich: 33 Prozent der ÖPNV-Nutzer, die auch andere Verkehrsmittel nehmen können, haben entschieden, weiter Fahrrad oder Auto zu nutzen, sagt Professor Knie.

“Ohne finanzielle Hilfe werden die Verkehrsbetriebe ihre Angebote reduzieren müssen.

Milliardenverluste bei Bus und Bahn: Verkehrswende auf der Kippe

Letztlich könnte die Corona-Krise die Verkehrswende in Gefahr bringen.

Denn viele Kunden müssen mit dem Geldbeutel entscheiden, ob sie sich Umweltschutz leisten können.

Steigende Ticket- oder Abopreise würden andere Verkehrsmittel attraktiver machen.

Das mag das Rad sein.

Das kann aber auch das Auto sein.

So wie bei Jose und Marina.

Die hatten extra ihr Auto verkauft, um voll auf den ÖPNV zu setzen.

Entscheidend waren dafür die vergleichsweise attraktiven Angebote der Stadt.

Das Ehepaar hat sich ein Mobilitätsabo zugelegt, mit dem sie entscheiden können, ob sie Bus, Tram oder Car-Sharing nutzen, je nach Bedarf.

Sollten die Preise aber steigen oder die Taktung sich verschlechtern, dann werden sie überlegen, ob sie sich wieder ein eigenes Auto zulegen.

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