Mit Gutschein-Plattform Münchner “Lieblingsorte” retten – Top Meldungen

0

Trotz aller staatlichen Hilfsprogramme bangen gerade viele kleine Restaurants und Geschäfte, die wegen der Corona-Krise nicht öffnen dürfen, um ihre Existenz. Studenten aus München wollen ihnen helfen: mit einer Gutschein-Plattform im Internet.

Der Münchner Marcel Rehm kann es immer noch nicht ganz fassen. Seit 1991 betreibt er seine kleine Bar “Maria Passagne” im Ausgehviertel Haidhausen. Die Corona-Krise ist für sein Lokal mit 40 Plätzen der “Supergau”. Schon bald, so fürchtet er, muss er mit seinem Hausbesitzer reden. Diesen Monat kann er die Miete noch zahlen, aber wenn die behördlich angeordnete Schließung länger dauert, wird es eng für ihn. Dann muss er mit dem Hausbesitzer wegen einer Mietstundung reden.

So wie Rehm geht es vielen in der Stadt. Auch Boutique-Besitzerin Beate Wild ist in finanzieller Not. Und das, obwohl sie schon 5.000 Euro bayerische Soforthilfe erhalten hat. Aber das Geld ging sofort weiter an einen italienischen Lieferanten. Jetzt versucht sie, die Frühjahrskollektion auf ganz neuen Wegen an die Frau zu bringen: Per Videoanruf präsentiert sie den Kundinnen die Ware. Was denen gefällt, geht in die Post. Ein paar Sachen hat Beate Wild so schon verkauft, aber die Schließung ihres Ladengeschäfts in Schwabing kann das bei Weitem nicht ausgleichen.

Tun Sie mir einen Gefallen: Bitte TEILEN Sie diesen Beitrag.

90 Prozent Umsatzeinbußen beklagt auch Jürgen Altmann von der “Aroma Kaffeebar” im Glockenbachviertel. Die hat er schon vor der behördlichen Anordnung geschlossen und für seine vier festen Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt. Jetzt verkauft er noch Kaffee und Kuchen zum Mitnehmen. Damit, so erzählt er, könne er noch “vielleicht zwei Monate durchhalten”. Und das auch nur, weil ihn seine Eltern mit einem Privatkredit unterstützen.

Wie kann man solche Betriebe retten? Dieser Gedanke schoss der Münchner Studentin Kathrin Khadra durch den Kopf, als vor zwei Wochen die Ausgangsbeschränkungen bekannt wurden.

Gesagt, getan. Die 23-Jährige trommelte ihr Netzwerk zusammen, arbeitet seither mit einem Team von zwölf Leuten ehrenamtlich am Aufbau der Gutschein-Plattform. Seit vergangenem Freitag ist sie unter der Internetadresse www.helfen-münchen.de online. “Rette Deinen Lieblingsort” lautet das Motto der Seite. Die Idee: Wer jetzt einen Gutschein kauft, kann schnell und unkompliziert helfen. Der Gutscheinbetrag kommt zu 100 Prozent bei den teilnehmenden Geschäften an.

Bar-Besitzer Altmann hat das erste Geld in der Kasse, 13 Gutscheine hat die Plattform für sein Geschäft in den ersten vier Tagen bereits verkauft. Für insgesamt 340 Euro. Das sei ein “Superanfang”, freut sich der 55-jährige Gastronom und schaut wieder optimistischer in die Zukunft.

Darum geht es den Machern auch: Sie wollen Zuversicht vermitteln. Und sie hoffen, dass sich die Münchner(innen) von einer Sache nicht abschrecken lassen: Wenn der Lieblingsladen doch pleitegeht, kann der Gutschein natürlich nicht mehr eingelöst werden – worauf die Internetseite bei jedem Gutscheinkauf ausdrücklich hinweist.

In Berlin, wo eine ganz ähnliche Plattform eine Woche früher an den Start gegangen ist, scheint das die Gutscheinkäufer nicht abzuhalten, erzählt Kathrin Khadra.

So weit sind die Münchner Studenten noch nicht. Aktuell haben sie 22 Lieblingsläden auf ihrer Seite und erst ein paar Tausend Euro umgesetzt. Aber sie hoffen natürlich, dass ihr Projekt ähnlich erfolgreich wird wie das in Berlin.

!

Soforthilfe ging umgehend an italienischen Lieferanten

Privatkredit von den Eltern

Mit dem Papa auf die Idee für Gutschein-Plattform gekommen

Schnelle und unkomplizierte Hilfe

Plattformmacher wollen Zuversicht vermitteln

Vorbild Berlin

Mit Gutschein-Plattform Münchner “Lieblingsorte” retten

Share.

Leave A Reply