Mittelfranken mit den meisten Stichwahlen in Bayern – Top Meldungen

0

In Mittelfranken gibt es in 16 Städten eine Stichwahl – so viele wie in keinem anderen Bezirk in Bayern. Neben Nürnberg, Erlangen und Ansbach müssen auch die Bürgermeister und Oberbürgermeister in kleineren Städten gewählt werden. Ein Überblick.

Am 29. März müssen viele Wählerinnen und Wähler in Mittelfranken noch einmal ihr Kreuzchen machen – allerdings nicht im Wahllokal, sondern bequem zu Hause am Esstisch. Denn wegen der Corona-Krise finden die Stichwahlen als Briefwahl statt. Die Unterlagen müssen nicht beantragt werden, sie werden den Stimmberechtigten zugeschickt. Mit großer Spannung werden die Ergebnisse in Nürnberg, Erlangen und Ansbach erwartet. Aber in den kleineren Städten sind die anstehenden Entscheidungen nicht weniger interessant.

Dass der neue Oberbürgermeister in Schwabach, Bayerns kleinster kreisfreier Stadt, nicht im ersten Wahlgang gefunden wurde, war zu erwarten. Der beliebte Matthias Thürauf (CSU) hatte sich nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl gestellt. Der 46-jährige will wieder als Jurist arbeiten. Vier Männer und eine Frau hatten daraufhin ihren Hut in den Ring geworfen. Die meisten Stimmen erhielten Michael Fraas (CSU) und Peter Reiß (SPD).

Ein klarer Favorit ist in Schwabach nicht zu erkennen. Während Fraas mit 37,5 Prozent der Stimmen in die Stichwahl geht, sind es bei Reiß 34,8 Prozent. Es bleibt abzuwarten, ob die Schwabacher einem Kandidaten aus der großen Nachbarstadt Nürnberg ihr Vertrauen schenken oder lieber doch auf einen Einheimischen setzen. Michael Fraas ist nämlich bisher Wirtschaftsreferent in Nürnberg, Peter Reiß Zweiter Bürgermeister in Schwabach. Wie der neue OB auch heißen wird: Er wird erst der vierte in der Goldschlägerstadt seit Ende des Zweiten Weltkrieges sein. 63 Jahre lang stellte die SPD das Stadtoberhaupt.

In Lauf an der Pegnitz scheint die Ausgangslage klarer zu sein als in Schwabach. Benedikt Bisping, der dienstälteste grüne Bürgermeister in Bayern, geht mit einem Ergebnis von 46 Prozent in die Stichwahl. Sein Herausforderer, Thomas Lang (FW), erhielt bei den Kommunalwahlen 29,2 Prozent der Stimmen. Der 52-jährige Benedikt Bisping ist Stichwahl erprobt: 2008 gelang es ihm, in einer Stichwahl den Posten des ersten Bürgermeister zu erobern. 2014 verteidigte er sein Amt auch erst im zweiten Wahlgang. Bei beiden Stichwahlen kam sein Konkurrent von der CSU – vielleicht ist ein Freier Wähler erfolgreicher?

In Weißenburg könnte es spannend werden. Denn beide Kandidaten, sowohl der amtierende Oberbürgermeister Jürgen Schröppel (SPD) als auch sein Herausforderer Tobias Kamm (CSU) erhielten viel Zustimmung. Amtsinhaber Schröppel hätte es beinahe im ersten Anlauf geschafft. Er bekam 49,5 Prozent der Stimmen. Kamm geht mit 46 Prozent in die Stichwahl. Für Schröppel wäre es die dritte Amtszeit als Oberbürgermeister von Weißenburg.

Wer auch immer die Stichwahl in Rothenburg ob der Tauber für sich entscheidet: die Touristenhochburg bekommt auf jeden Fall ein neues Stadtoberhaupt. Oberbürgermeister Walter Hartl (parteilos) war nach 14 Jahren im Amt nicht mehr angetreten. Markus Naser (Freie Rothenburger Vereinigung – Freie Wähler) geht mit 46,8 Prozent in diese Stichwahl, Schulleiterin Martina Schlegl (CSU) mit 33,6 Prozent. Entscheidend wird sein, in welche Richtung die fast 20 Prozent der Wähler tendieren, die bei der Kommunalwahl bei Harry Scheuenstuhl (SPD) ihr Kreuzchen gemacht hatten. Eine Wahlempfehlung hat der Ex-Landtagsabgeordnete nicht gegeben.

In Bad Windsheim treffen in der Stichwahl zwei alte Bekannte aufeinander. Schon 2014 mussten sich die Wählerinnen und Wähler zwischen Bernhard Kisch (CSU) und Jürgen Heckel (Windsheimer ins Rathaus) entscheiden. Damals konnte Kisch die Stichwahl mit über 78 Prozent deutlich für sich entscheiden. Ob der Bürgermeister 2020 wieder so viel Zustimmung erhält und damit seine zweite Amtszeit antreten kann, ist nicht ganz klar. Im ersten Wahlgang erhielt sein Herausforderer Heckel mit 39,5 Prozent mehr Stimmen als Amtsinhaber Kisch (35,8).

In sieben weiteren Städten in Mittelfranken wird der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin erst in einer Stichwahl entschieden. Vier der Entscheidungen stehen dabei im Landkreis Fürth an.

 Altdorf bei Nürnberg: Martin Tabor (SPD, 33,6 Prozent) gegen Thomas Kramer (CSU, 28,1 Prozent). Bürgermeister Erich Odörfer (CSU) war nicht mehr angetreten.

 Markt Feucht (Lkr. Nürnberger Land): Oliver Siegl (CSU, 39,9 Prozent) gegen Jörg Kotzur (SPD, 38,2 Prozent). Amtsinhaber Konrad Rupprecht (CSU) war nicht mehr angetreten.

 Herzogenaurach (Lkr. Erlangen-Höchstadt): Amtsinhaber German Hacker (SPD, 48,8 Prozent) gegen Sabine Hanisch (CSU, 18,4 Prozent). Für Hacker wäre es die dritte Amtszeit.

 Langenzenn (Lkr. Fürth): Amtsinhaber Jürgen Habel (CSU, 42,2 Prozent) gegen Melanie Plevka (SPD, 25,1 Prozent). Für Habel wäre es die dritte Amtszeit.

 Roßtal (Lkr. Fürth): Rainer Gegner (SPD, 42,6 Prozent) gegen Renate Krach (CSU, 33,6 Prozent). Bürgermeister Johann Völkl (SPD) war nicht mehr angetreten.

 Stein (Lkr. Fürth): Amtsinhaber Kurt Krömer (Steiner Bürger-Gemeinschaft, 47,6 Prozent) gegen Bertram Höfer (CSU, 29,2 Prozent).

 Zirndorf (Lkr. Fürth): Amtsinhaber Thomas Zwingel (SPD, 42,9 Prozent) gegen Bernd Klaski (CSU, 28,4 Prozent).

!

Ein neuer Oberbürgermeister für Schwabach

Schwabach: Kein klarer Favorit

Lauf: Bürgermeister Bisping ist Stichwahl erprobt

Weißenburg: OB Schröppel hofft auf dritte Amtszeit

Rothenburg bekommt neuen OB

Bad Windsheim: Zwei alte Bekannte in der Stichwahl

Weitere sieben Stichwahlen in Mittelfranken

Mittelfranken mit den meisten Stichwahlen in Bayern

Share.

Leave A Reply