München: Grüne nicht in Stichwahl, aber stärkste Stadtratspartei – Top Meldungen

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Überraschung in München, alte Skandale und ein frühes Aus für prominente Kandidaten: Einige Höhepunkte der Wahlen in Oberbayern.

Mit fast der Hälfte der Stimmen liegt Dieter Reiter weit vorne, aber für Münchens SPD-Oberbürgermeister war es nicht das Wunschergebnis: Er muss in zwei Wochen in die Stichwahl. Antreten muss er – und das ist eine Überraschung – gegen Kristina Frank von der CSU. Sie überholte ihre Grünen-Kontrahentin Katrin Habenschaden zuletzt knapp, obwohl von vielen eine rot-grüne Stichwahl erwartet worden war. Die Münchner OB-Wahl ist noch nicht vollständig ausgezählt. Es fehlen noch zwei Gebiete, die morgen weitergezählt werden.

Die CSU-Kandidatin Frank rechnet angesichts der Corona-Krise mit einem schwierigen Wahlkampf für die Stichwahl gegen Dieter Reiter: Die Stadt sei in einer Ausnahmesituation, und viele Menschen hätten zurzeit den Kopf nicht frei, so die 38-Jährige. Sie will ihren Wahlkampf deshalb online führen, auch über soziale Medien.

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Raus aus der Stichwahl, aber mit Macht in den Stadtrat – die Grünen werden wohl stärkste Kraft im Münchner Stadtparlament. Nach der Auszählung von 1.140 der 1.274 Stimmbezirken lagen die Grünen am Sonntagabend mit 28,8 Prozent vor der CSU mit 26,4 Prozent. Die SPD rutschte auf den dritten Platz ab und lag nur noch bei 22,8 Prozent. Alle anderen Parteien lagen unter fünf Prozent, auch die AfD. Im Vergleich zu 2014 konnten die Grünen ihr Ergebnis damit um 12 Prozentpunkte steigern.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen gab es auch in Ingolstadt. Die Stadt wird seit fast fünf Jahrzehnten von CSU-Bürgermeistern regiert. Aber jetzt muss Christian Lösel um sein OB-Amt bangen: Er hat deutlich Stimmen eingebüßt und kommt nur noch auf knapp 33,8 Prozent. Das bedeutet, er muss in zwei Wochen in die Stichwahl gegen SPD-Herausforderer Christian Scharpf, der weniger als 0,2 Punkte hinter dem Rathauschef landet.

Der amtierende OB Lösel war in letzter Zeit immer mehr unter Druck geraten – Hintergrund sind die Geschäfte seines Vorgängers und Parteifreundes: Ex-OB Alfred Lehmann wurde im Herbst wegen Korruption verurteilt – ein Skandal, der bei den Wahlen jetzt immer noch präsent war.

Der Liedermacher Hans Söllner hat in Bad Reichenhall schon sein Endergebnis: Er wird nicht der nächste Oberbürgermeister – der Neuling in der Politik landete auf Platz 5 von 7 Kandidatinnen und Kandidaten. Auf Facebook bedankte er sich bei seinen Wählern, er postete das Wahlergebnis und dazu zwei Herzen.

Christoph Lung von der CSU erreichte 32,6 Prozent und tritt gegen Monika Tauber-Spring (Bürgerliste Bad Reichenhall) in der Stichwahl an. Der amtierende Oberbürgermeister von Bad Reichenhall, Herbert Lackner, war von der CSU nicht mehr als Kandidat aufgestellt worden. Er kandidierte auf seiner eigenen Liste und kam mit 19,3 Prozent auf Platz 3.

In Burghausen im Landkreis Altötting war das Interesse der Wählerinnen und Wähler so groß, dass die Webseite zeitweise nicht erreichbar war. Amtsinhaber Hans Steindl (SPD) hört dort nach 30 Jahren auf, sechs Kandidatinnen und Kandidaten wollten ihn beerben. Das Rennen gemacht hat wieder ein SPD-Mann: Florian Schneider kam auf 55,7 Prozent. Die Überraschungskandidatin der AfD, die transsexuelle Sybill de Buer erreichte mit 1,2 Prozent nur den letzten Platz.

Eine Überraschung gab es in Starnberg: In Zukunft heißt der Bürgermeister dort Patrick Janik – er war für ein Vier-Parteien-Bündnis angetreten und kam auf 51,7 Prozent der Stimmen. Bürgermeisterin Eva John vom Bündnis Mitte Starnberg wurde abgewählt, sie kam auf 28,5 Prozent. Die Amtsführung Johns ist umstritten, Schlagzeilen machte immer wieder ihr Streit mit dem Stadtrat: Das Verhältnis gilt als zerrüttet.

Kommunalwahl: Der Oberbayern-Ticker

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