Musik trifft Forschung: Fotos zeigen, wie Instrumente heißlaufen – Top News

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Umso überraschender kam die Anfrage der Berliner Philharmoniker, ob Ingenieur Schlott die Instrumente der Spitzenmusiker für das Bildkonzept der Saisonvorschau 2020/21 ablichten könnte – mit einer Wärmebildkamera:

Die Idee der Bilderstrecke: die musikalische Energie der Berliner Philharmoniker zu visualisieren.

Die Kraft, die sich zwischen den Musikern und ihren Instrumenten beim Musizieren entfaltet, sollte sichtbar werden.

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Die entstandenen Thermogramme spiegeln, welche Temperaturen an welchen Stellen der Instrumente entstehen.

Temperaturveränderungen kommen dabei durch die Berührung des Instruments mit dem Körper (beispielsweise durch Auflegen einer Violine auf die Schulter), durch Druck (auf dem Griffbrett eines Cellos) oder die Atemluft eines Blechbläsers zustande.

Auch die Orchestermusiker waren begeistert von der besonderen Ästhetik der entstandenen thermographischen Aufnahmen, die eine neue Perspektive auf die Musik ermöglicht.

Die sogenannte Heat-Bilder-Serie soll im Laufe des Jahres als Saison-Bildkonzept der Berliner Philharmoniker auch auf Plakaten, in Anzeigen und Video-Clips für das Spitzenorchester aus der Hauptstadt werben.

Und langfristig könnte sich vielleicht sogar eine Forschungskooperation zwischen Philharmonikern und dem Fraunhofer IFAM Dresden ergeben:

Wissenschaftler des Fraunhofer IFAM Dresden haben Instrumente der Berliner Philharmoniker nach dem Spielen mit einer Wärmebildkamera aufgenommen.

Heraus kamen eindrucksvolle Bilder und überraschende Einsichten über die Intensität des Musizierens.

Dass André Schlott einmal mit Pauken und Trompeten vor seinen Messinstrumenten stehen würde, hätte der Leiter Geschäftsfeld Energie und Thermisches Management am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Dresden wohl eher nicht gedacht.

Normalerweise beschäftigt sich der Wissenschaftler mit Technologien für die Energiewende in Deutschland, etwa damit, die thermischen Eigenschaften von Anlagen oder elektronischen Komponenten zu optimieren.

Ob die Wärmebildkamera, die mittels Infrarotstrahlung die Oberflächentemperatur der Instrumente sichtbar macht, überhaupt bemerkenswerte Aufnahmen liefern würde – da war sich Forscher André Schlott anfangs durchaus nicht sicher.

Nach einem ersten Treffen und Probeaufnahmen bei einem Gastspiel der Berliner Philharmoniker im Kulturpalast Dresden trafen sich Schlott und sein Wissenschaftler-Team, Philharmoniker-Fotograf Heribert Schindler und einige Orchestermusiker Anfang März in Berlin für das Wärmebild-Fotoshooting, mit – nicht nur in ästhetischer Hinsicht – erstaunlichen Ergebnissen.

Anfrage aus der Welt der Musik

Energie sichtbar machen

Probeaufnahmen mit Infrarotstrahlung

Veränderung durch Druck und Luft

Schnelles Blech, langsames Holz

Kurzes Einspiel, große Wirkung

Perspektive für die Forschung?

Überrascht waren IFAM-Forscher André Schlott und sein Team davon, dass die Temperatur der Musikinstrumente sich beim Spielen um bis zu 10 Grad Kelvin veränderte.

Trompete, Bratsche und Co.

waren nach dem Spielen also um bis zu 10 Grad Celsius wärmer als zuvor.

Je nach Material veränderte sich die Temperatur unterschiedlich stark: Blechblasinstrumente nahmen Wärme schneller auf, gaben sie aber auch rascher wieder ab.

Holzblasinstrumente dagegen nahmen Wärme langsamer auf, hielten diese dafür aber länger.

Wissenschaftler des Fraunhofer IFAM Dresden haben Instrumente der Berliner Philharmoniker nach dem Spielen mit einer Wärmebildkamera aufgenommen.

Heraus kamen eindrucksvolle Bilder und überraschende Einsichten über die Intensität des Musizierens.

Musik trifft Forschung: Fotos zeigen, wie Instrumente heißlaufen

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