Neue bayerische Antisemitismus-Stelle registriert 178 Vorfälle – Top News

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Bei einem antisemitischen Vorfall kann es sich beispielsweise um eine Bemerkung im Gespräch, eine Schmiererei oder einen tätlichen Angriff handeln.

RIAS Bayern will die Aufmerksamkeit nicht zuletzt auf das Dunkelfeld antisemitischer Vorfälle im Freistaat gelenkt werden.

Das Register berücksichtigt Vorfälle jeder Art – auch solche, die keinen Straftatbestand erfüllen und daher von Behörden nicht dokumentiert werden, ebenso wie Fälle, in denen die Betroffenen keine Anzeige erstatten möchten.

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Die Szene, die sich am 15.

Oktober 2019 zugetragen hat, ist einer von neun Angriffen, die die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus seit Aufnahme ihrer Arbeit im April vergangenen Jahres für das Jahr 2019 registriert hat.

Die Jahresbilanz ist also unvollständig, die Zahlen “spiegeln nur einen kleinen Ausschnitt des alltäglichen Antisemitismus wider”, so RIAS.

Schließlich wird nicht jeder Vorfall gemeldet.

Was sich auch zeigt: Antisemitismus ist im rechtsradikalen Spektrum verbreitet – aber keineswegs nur dort.

Die Mehrzahl der Täter ließen sich politisch nicht klar zuordnen.

In immerhin neun Fällen zeigte sich ein ausgeprägter Hang zu Verschwörungstheorien.

RIAS befürchtet, dass durch die Verbreitung ideologisch motivierter Fakes zu Corona der Antisemitismus noch weiter um sich greifen könnte.

Noch wenig aussagekräftig ist die räumliche Verteilung der Fälle, die relativ gleichmäßig in allen bayerischen Bezirken vorkamen – mit Ausnahme von München.

Hier wurden 128 Fälle gemeldet, also mehr als in allen übrigen Regionen zusammen.

Das freilich dürfte zum Teil daran liegen, dass RIAS hier seinen Sitz hat und bisher auch bekannter ist als im übrigen Bayern.

Und dass München natürlich auch die mit Abstand größte bayerische Stadt.

Die systematische zivilgesellschaftliche Erfassung von antisemitischen Vorfällen ist für Bayern ein Novum.

Seit 2019 können Betroffene wie Zeugen und Zeuginnen von Antisemitismus Vorfälle unter www.

rias-bayern.

de melden.

Eine schwere Körperverletzung, neun Angriffe, elf Sachbeschädigungen, Beleidigungen, Bedrohungen, Schmähschriften: Obwohl es Bayerns Antisemitismus-Stelle RIAS erst seit einem Jahr gibt, ist die Liste der von ihr dokumentierten Vorfälle bereits lang.

München-Neuhausen: Ein polizeibekannter Rechtsradikaler bezeichnet eine Gruppe Jugendlicher als “Juden” und droht, sie würden “vergast” werden.

Dann packt er zwei Holzstöcke und greift damit die Gruppe an.

“Ich zerfetze euch”, brüllt er dabei.

Als ein Anwohner die Polizei ruft, geht der Mann auf die Beamten los: Er hebt die Fäuste, schreit “Heil Hitler!” und “Sieg Heil!”

💡 RIAS: Bayerns neue Antisemitismus-Stelle

Eine wichtige Rolle spielt zudem, was Soziologen als “Othering” bezeichnen: Die Zuordnung des Gegenüber zu einer Gruppe, die ausgegrenzt und chauvinistisch abgewertet wird.

In diesem Sinne kann jeder zum “Juden” werden – auch bekennende Katholiken wie der SPD-Politiker Martin Schulz, dessen Wahlplakate mit einem Davidstern beschmiert wurden.

Was sich aus den Zahlen ablesen lässt

Rechtes Denken, Verschwörungstheorien und reine Aggression

Hot Spot München?

Dennoch ist die RIAS-Auswertung eine gute Ergänzung zur Kriminalstatistik (die zuletzt einen Anstieg antisemitscher Stradtaten um 40 Prozent dokumentierte) – wird in ihr doch die Alltagsdimension des Antisemitismus besser sichtbar.

So ereignet sich der Großteil der Vorfälle im öffentlichen Raum – auf der Straße, in Schulen und Verkehrsmitteln.

Knapp die Hälfte der Angreifer und Beleidiger bezogen sich auf den Nationalsozialismus und die Schoah, die geleugnet oder begrüßt wurde, wobei wie schon in der NS-Ideologie die Täter-Opfer-Umkehr ein häufiges Denkmuster darstellt.

28 Prozent der Fälle rechnet RIAS dem “israelbezogenen Antisemitismus” zu.

Eine schwere Körperverletzung, neun Angriffe, elf Sachbeschädigungen, Beleidigungen, Bedrohungen, Schmähschriften: Obwohl es Bayerns Antisemitismus-Stelle RIAS erst seit einem Jahr gibt, ist die Liste der von ihr dokumentierten Vorfälle bereits lang.

Neue bayerische Antisemitismus-Stelle registriert 178 Vorfälle

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